Saudi Runaway © Christian Frei Filmproductions
Saudi Runaway | Bild: Christian Frei Filmproductions

Berlinale 2020 - Panorama - "Saudi Runaway" von Susanne Regina Meures

Einer von vielen beeindruckenden Dokumentarfilmen bei dieser Berlinale: Ein Film über eine junge Frau aus Saudi Arabien, die vor dem Diktat ihrer Familie und dem repressiven frauenfeindlichen System fliehen will. Mit dem Smartphone filmt sie sich und ihren Alltag in Saudi-Arabien. Wenn Muna in Mekka ein Selfie macht, sieht sie nur Schwarz: ihr Körper, ihr Gesicht sind unsichtbar unter dem Schleier. (Video darf aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden. Anm. d.Red.)

Die Regisseurin Susanne Regina Meures hat ihre Protagonistin Muna übers Internet gefunden.

Muna will weg aus dem Leben, weg von dem Mann, mit dem ihre Familie sie zwangsverheiraten will, sie will nicht das Leben leben, was ihr Vater und ihr zukünftiger Ehemann ihr aussuchen. Frauen können in Saudi Arabien nicht selbstbestimmt leben, es gilt das männliche Vormundschafts-System.

Die Smartphonekamera als Werkzeug der Selbstreflexion und der Kommunikation mit der Außenwelt. Erst nach der Flucht lernen sich Muna und Susanne Meures einander von Angesicht zu Angesicht kennen. 

"Es ist eine der mutigsten Frauen, die ich je kennengelernt habe. Und sie dann selber zu treffen, das war schon unglaublich, das war schon ein großer Moment.", so Meuers über Muna.

Der Tag der Hochzeit ist die letzte Chance für Muna, ihr Land, das vorherbestimmte Leben zu verlassen. In der Nacht flieht sie, die Handykamera läuft mit: Ein wenig Inszenierung, das Pathos der Hoffnung gehört dazu. Und so sagt sie bei der Flucht im Film: "Nicht nur für mich. Sondern um ein Beispiel zu sein für all die anderen Frauen und Mädchen in Saudi-Arabien."

Beitrag von Andreas Lueg

Moderator Knut Elstermann (Quelle: rbb)
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Berlinale 2020 - Berlinale Studio (6/6)

Film des Tages: "There is no Evil" +++ Gast im Studio: Schauspielerin Maryam Zaree  +++ Berlinale Notizen +++ "DAU" - ein umstrittenes Kunstporjekt +++ Berlinale Fazit +++ Doku: "Saudi Runaway" +++ Bilder des Tages +++ Moderation: Knut Elstermann

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Julia Vismann

Berlinale 2020 - Berlinale Geflüster

Julia Vismann, Reporterin für Radioeins, ist die ganze Zeit auf der Berlinale unterwegs. Sie hat viele Filme gesehen und hat viele Begegnungen, auch mit den ganz großen Stars. Was sie am meisten bei dieser Berlinale beeindruckt hat und welcher Film ihr besonders in Erinnerung geblieben ist, erzählte sie Knut Elstermann.

Maryam Zaree, Bild: imago images / Future Image
imago images / Future Image

Gast im Berlinale Studio - Die Schauspielerin Maryam Zaree

Auf der diesjährigen Berlinale ist Maryam Zaree Mitglied der Amnesty-Jury. Sie wurde 1983 in Teheran (Iran) geboren und wuchs in Frankfurt a.M. auf. Sie studierte an der Filmuniversität Babelsberg Schauspiel. Sie ist dieses Jahr auch in dem Berlinale-Film "Undine" zu sehen. 

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© Flare Film

Berlinale 2020 - Berlinale Notizen

Teddy Award für "Futur drei" und für Dokumentarfilm "If it were love" +++ Dokumentarfilm "Walchensee forever" - das Langfilm-Debüt von Janna Ji Wonders +++ Wettbewerbspremiere des Dokumentarfilms "Irradiés" (Irradiated) vom kambodschanischen Filmemacher Rithy Panh +++

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Berlinale 2020 - "DAU" - das umstrittene Mammut-Kunstprojekt

Aus 700 Stunden Drehmaterial hat der russische Regisseur Ilja Khrzhanovskiy 14 Filme und Fernsehserien gemacht. Über drei Jahre lebten Schauspieler, Künstler und Musiker in einer künstlichen Sowjet-Welt, in einer Art "Container" a la Big Brother in der Ukraine. Das Kunstprojekt ist sehr umstritten.