Berlinale-Direktor Dieter Kosslick stellt das Programm der 69. Berlinale vor und präsentiert dabei auch die diesjährige Berlinale-Tasche. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Alle Jahre wieder im Shop - Heiß begehrtes Souvenir: Die Berlinale-Tasche

Langjährige Berlinale-Fans wissen sie als treuen und hilfreichen Begleiter zu schätzen: die Berlinale-Tasche. Alle Jahre wieder erscheint sie in neuem Design, ein heiß begehrtes und schnell vergriffenes Souvenir. Das Modell 2019 besticht durch Outdoor-Anleihen.

Wer bei der Berlinale mal am Roten Teppich stand, der weiß, dass die Bezeichnung "heimlicher Star" nicht zu hoch gegriffen ist. Niemand wird so oft am "red carpet" gesichtet wie die Berlinale-Tasche. Vorzugsweise hängt sie locker über der Schulter, wird aber auch gerne auf dem Rücken getragen. In jedem Fall signalisiert sie: Mein Träger gehört dazu, ist sozusagen Teil des großen Ganzen - so ähnlich wie die Stars, nur nicht so berühmt.

Taschen der Berlinale (Quelle: Presse Berlinale/rbb24)
Die Festivaltasche 2019Bild: Presse Berlinale/rbb24

Aus Baumwoll-Canvas mit Innentasche

In diesem Jahr ist die "Festivaltasche", wie sie offiziell heißt, aus Baumwoll-Canvas gerarbeitet und in zwei Farbvarianten erhältlich: in Beige mit schwarzem Aufdruck oder in Hellgrau mit weißem Aufdruck. Dass auf den Taschen auch 2019 ein Bär abgebildet ist, mag nicht weiter verwundern - dagegen überraschen die Kordeln in diesem Jahr mit Bergsteiger-Look.

So ausgerüstet, dürften sich in zehn Tagen Berlinale selbst die allerhöchsten Gipfel der Filmkunst erklimmern lassen. Wobei im Berlinale-Gedränge ein "Innenfach mit Reißverschluss" vor besonders langen Fingern schützen sollte.

Vom exklusiven Souvenir zum Merchandising-Artikel

Auch in diesem Jahr ist die Tasche im Berlinale-Shop erhältlich. Nach ein paar Klicks und der Bezahlung von 19,90 Euro wird einem die Tasche zugeschickt, hoffentlich noch vor Verleihung der Bären. Ansonsten bekommt man sie natürlich auch im Berlinale-Laden in den Potsdamer-Platz-Arkaden.

In jedem Fall sollte man sich beeilen, denn die Festival-Tasche ist begehrt und oft als Erstes ausverkauft. 2009 war das bereits fünf Tage vor dem Ende der Filmfestspiele der Fall. "Die Tasche war einfach der Renner", heißt es im Berlinale-Büro - wohl wissend, dass sich mit der Tasche einige Euro extra verdienen lassen. Allerdings: Seit 2006 hat die Berlinale-Tasche massiv an Exklusivität verloren. Wurde sie früher nur an akkreditierte Teilnehmer wie Journalisten oder Filmteams ausgegeben, ist sie nun als Merchandising-Artikel für jeden Mann und jede Frau zu haben.

Tasche zu den 57. Internationalen Filmfestspielen in Berlin (Quelle: imago)
Aus pinker Vorzeit: Berlinale-Tasche von 2007Bild: imago

"Dieses Jahr finde ich sie ganz besonders schick!"

Trotzdem liefert die Berlinale-Tasche jedes Jahr aufs Neue wieder neuen Gesprächsstoff. "Dieses Jahr finde ich sie ganz besonders schick!", heißt es zum Beispiel, oder: "Erinnert ihr euch an 2006? Als die Tasche aus Plastik war und so bestialisch gestunken hat?" Oder auch: "Die von 2011 war blau, sah ganz ok aus, war aber von minderwertiger Qualität". Erst 2015 hielt eine Jutetasche Einzug, und 2016 gab es sie aus grauem Filz. Seit 2017 kann sie als Umhängetasche oder als Rucksack getragen werden.

Am besten eine Tasche aus dem Vorvorvorvorvorjahr

Doch höhere Weihen erreicht nur, wer Relikte vergangener Berlinalen tatsächlich auch sein Eigen nennt: Denn eine aktuelle Tasche kann jeder kaufen. Dagegen kennzeichnet eine Tasche aus dem Vorjahr, dem Vorvorjahr oder besser noch aus dem Vorvorvorvorvorjahr den wahren Experten.

Doch die Tasche zieht auch Kritik auf sich: "Die tragen doch nur Möchtegern-Cineasten!", lautet ein weit verbreitetes Urteil. "Viel zu überteuert" oder "Einfach nur peinlich, damit rumzulaufen", sagen andere Berlinale-Gänger. Schade eigentlich - denn die Tasche ist ja nicht nur praktisch, sondern auch eine bleibende Erinnerung an Tage voller Filme, Stars und Berlinale-Atmosphäre.

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