Gustavo Dudamel; Foto: © Chris Christodoulou

Der junge Wilde - Gustavo Dudamel

Mit erst 34 Jahren ist der Venezolaner der Jüngste unter den Favoriten. Dudamel ist aus dem venezolanischen Erziehungssystem "El Sistema" hervorgegangen, zur Zeit ist er Musikdirektor des Los Angeles Philharmonic Orchestra. 2008 ersetzte er bereits einmal Simon Rattle bei den Philharmonikern.

Was hat er schon gemacht?

Mit 12 Jahren begann Dudamel im Rahmen des musikpädagogischen Programms "El Sistema" in Venezuela mit dem Dirigieren. Nach Weltourneen mit dem venezolanischen Simón-Bolívar-Jugendorchester und einigen Jahren bei den Göteborger Symphonikern ist er seit 2009 Chefdirigent beim Los Angeles Philharmonic Orchestra.

Dudamels musikalische Favoriten

Neben Beethoven, Mahler und Tschaikowsky liegen ihm besonders Gegenwartskomponisten seiner südamerikanischen Heimat am Herzen.

Welche Preise und Auszeichnungen hat er erhalten?

2004 gewann Dudamel den 1. Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker. Er ist Ehrendoktor der Universität Göteborg und Träger des Leonard Bernstein Lifetime Achievement Awards. Außerdem wurde er in die Königlich Schwedische Musikakademie aufgenommen.

Wie sieht er sich selbst?

Dudamel sieht seine Aufgabe darin, Musik allen Menschen zugänglich zu machen. Und das am besten im Team: Als gleichberechtigter Teil des Orchesters lässt er sich am liebsten von den Musikern mit dem Vornamen anreden.  

Wie sehen ihn die Kritiker?

Noch vor einingen Jahren ernetete Dudamel manchmal Spott wegen seines spaßorientierten und überengagierten Stil des Jungdirigenten. Mittlerweile erkennt man seine zunehmende Souveränität und sein musikalisches Feingefühl an.   

Was verbindet ihn mit Berlin?

Die Berliner lieben den charismatischen Venezolaner. Seit seinem Debüt bei den Philharmonikern 2008 ist er hier regelmäßig als Gastdirigent zu erleben – so häufig wie kein anderer Dirigent seiner Generation.

Wie sind seine Chancen?

Auch wenn Simon Rattle in den höchsten Tönen von ihm schwärmt – die Fußstapfen bei den Philharmonikern sind wohl noch etwas zu groß für den 34-jährigen Dudamel. 

Beitrag von Ulrike Klobes / Kulturradio