Standbild aus Babylon Berlin: Im Spot eines Scheinwerfers singt Sängerin Swetlana Sorokina (Severija Janusauskaite) auf einer Kleinkunstbühne ihr schwermütiges Lied. (Bild: Frédéric Batier | X Filme | ARD Degeto | sky | Beta)
Bild: Frédéric Batier | X Filme | ARD Degeto | sky | Beta

Drehort: Kleine Nachtrevue - Im Cabaret in Paris

Eine schwarze Bühne, ein muschelförmiger Leuchtkörper überspannt die Decke und Swetlana Sorokina singt ein allerletztes Mal - in Paris und nicht in Berlin. Gedreht wurde dennoch in einer Berliner Theaterbar, der Kleinen Nachtrevue.

Am Ende der Serie verlässt Swetlana Sorokina Berlin. Auf einer Kleinkunstbühne in Paris singt sie in der letzten Folge ein schwermütiges Lied. Über ihr wölbt sich ein gigantischer muschelförmiger Leuchtkörper. Am Ende des Liedes schneidet sie sich scheinbar die Kehle durch.

Es gibt etliche Emigrantengeschichten von Menschen, die vor der russischen Revolution oder den Wirren des anschließenden Bürgerkriegs fliehen, einige Jahre in Berlin leben und dann weiterziehen, nach Paris oder nach Amerika. In Berlin leben Anfang der Zwanzigerjahre so viele russische Emigranten, dass Charlottenburg in "Charlottengrad" umgetauft wird. Unter ihnen befinden sich viele Künstlerinnen und Künstler, die die Tradition russischer Bühnenschauen nach Berlin bringen. Die bekannteste russische Kleinkunstbühne ist "Der blaue Vogel" in Schöneberg. Obwohl sehr erfolgreich, bleibt auch der blaue Vogel nicht lange in Berlin, sondern zieht weiter, tourt durch die Welt. Die Exilgeschichte der Sorokina ist also, so ungewöhnlich die Story vom goldenen Zug auch sein mag, nicht untypisch für das Schicksal russischer Emigranten.

Standbild aus Babylon Berlin: Im Spot eines Scheinwerfers singt Sängerin Swetlana Sorokina (Severija Janusauskaite) auf einer Kleinkunstbühne ihr schwermütiges Lied. (Bild: X Filme | ARD Degeto | sky | Beta)Swetlana Sorokina noch mit heiler Kehle

Die Hochburg der fallenden Textilien

Gedreht werden die Szenen in einer Berliner Theaterbar, der Kleinen Nachtrevue in der Kurfürstenstraße. Sie befindet sich in einem hässlichen Hotelkomplex aus den 1960er Jahren. Von außen extrem sachlich, wird im Inneren bei roter Beleuchtung ein Burlesque-Programm gezeigt: Hier gibt es Tanz, Musik und Akrobatik – und vor allem viel nackte Haut, denn hier ist, laut eigenem Bekunden, die "Hochburg der fallenden Textilien". Im Burlesque-Theater geht es um erotische und humorvolle Unterhaltung, weniger um sexuelle Animation. Die Künstlerinnen und Künstler ziehen sich aus, sie kokettieren mit erotischen Posen, sie zeigen auch "nicht perfekte" Körper - aber die Show soll vor allem amüsieren und sie soll jedermann und jederfrau gefallen.

In der Serie fungiert die Bühne aber eher als Varieté oder Cabaret. Die Bühnenshow der Sorokina ist zwar spektakulär – aber bis auf einen Schleier, den sie beim Singen abwirft, zieht sie sich auf der Bühne nicht aus.

Babylon Berlin im Ersten

ARD BABYLON BERLIN: Free-TV-Premiere im Ersten am 30. September 2018 (Quelle: ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky)
ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky

Sendetermine

Die Serie läuft erstmalig am 30.09. um 20.15 Uhr im Ersten, danach immer am Donnerstag um 20.15 Uhr. Zur Homepage der Sendung

Beitrag von Johanna Niedbalski

Weitere DRehorte

Standbild aus Babylon Berlin: Blick in das vollbesetzte Restaurant Aschinger am Alexanderplatz. Hier gibt es Bier und Schrippen zum Einheitspreis von 10 Pfennigen. (Bild: X Filme | ARD Degeto | sky | Beta)
X Filme | ARD Degeto | sky | Beta

Drehort: Rathaus Schöneberg - Im Aschinger

Das Rathaus Schöneberg hat - wie es sich geziemt - einen ordentlichen Braukeller. In der Serie ist hier das "Aschinger" und damit quasi die Kantine des Polizeipräsidiums. Am Set musste nicht viel verändert werden. Nur das Geschirr mit Formenlogo fehlte.  

Polizisten und Demonstranten stehen sich auf dem Hermannplatz gegenüber. Im Hintergrund das sich im Bau befindliche Karstadt Warenhaus. (Quelle: X Filme | ARD Degeto | sky | Beta)
X Filme | ARD Degeto | sky | Beta

Filmort: Karstadt am Hermannplatz - Vor dem Warenhaus am Hermannplatz

Das Kaufhaus ist ein Spektakel: Türme mit Lichtsäulen, eine Fassade aus Muschelkalk. 4.000 Menschen arbeiten hier, der Dachgarten ist legendär. Im Krieg zerstört, ist es immer noch ein Karstadt - allerdings viel bescheidener und im Film nur als Baustelle zu sehen.