Ein Konzert im "Gretchen" in Berlin (Quelle: imago-images)
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Audio: Radioeins | 17.03.2020 | Bild: imago images Download (mp3, 5 MB)

Interview | Livestreams aus Berliner Clubs - "Damit die Betroffenen ihre Miete zahlen können"

Unter dem Motto "United We Stream" verlegen Berliner Clubs einzelne Veranstaltungen ins Netz. Club-Betreiberin Pamela Schobeß erklärt, wie damit Spenden gesammelt werden sollen, um diejenigen zu untersützen, die die Club-Schließungen am stärksten treffen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Ab Mittwoch startet offiziell die "United We Stream"-Kampagne. Radioeins und der Kreuzberger Club Gretchen bringen sie schon am heutigen Dienstag ins Rollen. Pamela Schobeß, Betreiberin vom Gretchen und Vorstandsvorsitzende der Clubcommission, erklärt, was geplant ist.

rbb: Bevor wir über die Aktion sprechen. Erst mal grundsätzlich: Wie groß ist die Chance, dass das Gretchen die Corona-bedingte Schließung überlebt?

Pamela Schobeß: Man kann das tatsächlich so noch gar nicht sagen. Wir routieren natürlich total, versuchen, alles aufzuhalten, was Kosten produziert. Wir versuchen, Steuern zu stunden, Krankenkassenbeiträge zu stunden und so weiter. Wir haben selbst schon eine Spendenaktion ins Leben gerufen, und es gibt tatsächlich viele Leute, die sich solidarisch zeigen. Wir kriegen ja von jetzt auf gleich null Geld, das ist eine bisher ungekannte Situation. Ich bin ein positiv denkender Mensch. Ich hoffe sehr, dass es klappt. Aber ohne die Unterstützung der Politik, das kann ich auf jeden Fall schon sagen - werden es viele von uns nicht schaffen, und wir auch nicht.

Was ist mit den DJs, den Caterern, den Beleuchtern, den ganzen Freischaffenden, sind die jetzt von dem einen auf den anderen Tag auf Null Euro runtergefahren?

Naja, in der Theorie natürlich schon, die ganzen Solo-Selbstständige, die nirgendwo auf einer Payroll mit Krankenversicherung stehen. Also wir sind gerade dabei zu eruieren, wer hat irgendwie noch andere Einnahmequellen? Wer hat irgendwelche Rücklagen, wer kann das überstehen - und wer nicht? Und die, die das nicht überstehen können, die beziehen wir hier bei uns mit ein und versuchen, das zum Beispiel über Spenden, die an uns kommen, mit abzudecken. Damit Leute ihre Miete zahlen können, sich was zu essen kaufen können. Aber es ist echt krass, wirklich.

Kommen wir zu Aktion "United We Stream"? Wie wird das laufen?

Wir starten das Ganze offiziell am Mittwoch ab 19 Uhr mit unserer Spendenplattform. Die Idee ist, dass alle Clubs in Berlin sich zusammentun und an jedem Abend ein anderer Club einen  Livestream [Facebook-Seite von "United We Stream"] anbietet, auf die Situation aufmerksam macht und dann über unsere Spendenplattform betterplace.org Spendengelder generiert werden, und zwar aus der gesamten Community in Berlin, aber auch weltweit. Damit soll ein Fördertopf zusammenkommen, über den man dann Nothilfen ausschütten kann an diejenigen, die aktuell nicht wissen, wie sie die Miete bezahlen sollen zum Beispiel.

Und am heutigen Dienstagabend?

Jeder Klub selber versucht ja auch, alles Mögliche auf die Beine zu stellen. Wir haben natürlich auch über einen Livestream nachgedacht. Wir haben jetzt für Dienstagabend einen Stream organisiert mit unseren Residents Survey, Emma deluxe und Phonomat. Die drei werden auflegen, wir werden das Streamen auf unserer Clubseite [gretchen-club.de] und auf dem Facebook-Kanal von Radioeins. Das ist dann sozusagen der Teaser dafür, dass es am Mittwoch dann offiziell mit dem Spenden-Streaming losgeht für die "United We Stream" -Kampagne, wo dann das Geld von allen in den großen Topf fließt.

Und wie wird dann mit den Spenden umgegangen?

Die Idee ist, wenn aus dem jeweiligen Club gestreamt wird, dass man dann auch an den jeweiligen einzelnen Club spenden kann. Ansonsten geht es an die Plattform. Wir haben uns einen Verteilschlüßel erarbeitet, den wir dann natürlich auch offenlegen. Es wird eine Jury geben, die auch schon besetzt ist, die dann sozusagen Härtefälle prüft, damit der, der am bedürftigsten ist, dieses Geld bekommt. Von den gesamten Spendengeldern, die wir einsammeln gehen acht Prozent, an den Stiftungsfonds zivile Seenotrettung, weil wir sind nicht die einzigen, denen es gerade echt nicht gut geht,

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Interview führte Marco Seiffert, Radioeins

 

Und wie wird dann mit den Spenden umgegangen?

Die Idee ist, wenn aus dem jeweiligen Club gestreamt wird, dass man dann auch an den jeweiligen einzelnen Club spenden kann. Ansonsten geht es an die Plattform. Wir haben uns einen Verteilschlüßel erarbeitet, den wir dann natürlich auch offengeben. Es wird eine Jury geben, die auch schon besetzt ist, die dann sozusagen Härtefälle prüft, damit der, der am bedürftigsten ist, dieses Geld bekommt. Von den gesamten Spendengeldern, die wir einsammeln gehen acht Prozent, an den Stiftungsfonds zivile Seenotrettung, weil wir sind nicht die einzigen, denen es gerade echt nicht gut geht,

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Interview führte Marco Seiffert von Radioeins

 

Und wie wird dann mit den Spenden umgegangen?

Die Idee ist, wenn aus dem jeweiligen Club gestreamt wird, dass man dann auch an den jeweiligen einzelnen Club spenden kann. Ansonsten geht es an die Plattform. Wir haben uns einen Verteilschlüßel erarbeitet, den wir dann natürlich auch offengeben. Es wird eine Jury geben, die auch schon besetzt ist, die dann sozusagen Härtefälle prüft, damit der, der am bedürftigsten ist, dieses Geld bekommt. Von den gesamten Spendengeldern, die wir einsammeln gehen acht Prozent, an den Stiftungsfonds zivile Seenotrettung, weil wir sind nicht die einzigen, denen es gerade echt nicht gut geht,

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Interview führte Marco Seiffert von Radioeins

 

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2 Kommentare

  1. 2.

    Klar, aber DIE Immobilienbesitzermillionäre schieben dann ganz einfach die Promillezahl derjenigen Kleinanleger vor, die ihre Immobilie mit einer auf Kante geschnittenen Finanzierung gekauft haben und die dann tatsächlich in Schwierigkeiten geraten. Da lässt sich besser jammern, über leistungslos verdientes Geld, das einem ja dann fehlt um den Reigen mit dem größten Haufen fortzusetzen und noch weitere Immobilien zu kaufen. Also besser jammern, weil irgendwann ist die Krise ja vorbei, die Preise wegen der ganzen Räumungen im Keller und da lässt es sich doch besser mit prall gefüllter Börse Monopoly spielen. Nach uns die Sintflut...hauptsache, der Prosecco versiegt nicht...

  2. 1.

    Die Immobilienbesitzer, die ja sowieso Millionäre sind, könnten doch DEN CLUBS DIE MIETE für die Zeit der staatlich verordneten Schließungen einfach mal ERLASSEN! - Oder geht bei den Immobilienbesitzern immer noch der Profit vor? Und sie lassen Clubs und andere Gewerbe bankrott gehen?

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