Schaubuehne am Lehniner Platz im Januar 2021 waehrend des Corona-Lockdowns . Megatransparent " Das Raetsel bleibt ungeloest ". (Quelle: dpa)
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Pilotprojekt für Kulturveranstaltungen in Berlin - Lederer will Ticketkauf bei negativem Testergebnis ermöglichen

Für einige Kulturstätten soll es bald eine Öffnungsperspektive geben. Berlins Kultursenator will in einem Pilotprojekt Ticketverkäufe ermöglichen. Notwendig wäre dafür aber ein negativer Corona-Test.

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) erwägt, Ticketverkäufe für Kulturveranstaltungen an negative Corona-Testergebnisse zu koppeln. Dazu sei ein Pilotprojekt in Arbeit, wie die Senatsverwaltung für Kultur am Mittwoch mitteilte.

Wer ein Ticket für eine Kulturveranstaltung kauft, soll demnach Zugang zu einem System erhalten, in dem ein aktuelles Testergebnis hochgeladen werden kann. Mit einem negativen, verifizierten Ergebnis soll es dann möglich sein, die Veranstaltung zu besuchen. Das Testsystem könne die Abstands- und Hygienemaßnahmen bei Kulturveranstaltungen ergänzen, hieß es weiter.

Das Pilotprojekt soll mit der Gesundheitsverwaltung abgestimmt werden. Um an dem Projekt teilzunehmen, können sich Einrichtungen bewerben.

Öffnung wohl frühestens am 22. März

Die Beschlussvorlage für die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch sieht ebenfalls Öffnungsmöglichkeiten für Theater, Konzert- und Opernhäuser vor, allerdings frühestens ab dem 22. März. Sollte dann die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 35 liegen, könnten Kulturbetriebe unter Einhaltung der Abstandsregeln und mit einem Hygienekonzept wieder öffnen. Sollte zu diesem Zeitpunkt die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegen, könnten Kulturbetriebe ebenfalls öffnen – dann wäre allerdings ein tagesaktueller Schnell- oder Selbsttest der Besucher erforderlich.

Lederer, derzeit auch Vorsitzender der Kulturministerkonferenz, sagte im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz dem "Spiegel", er befürchte, das Thema Kultur könne bei den Gesprächen hintenüberfallen. Er habe den Eindruck, dass die Kultur bei vielen Politikern "irgendwo an vorletzter Stelle" komme, so der Linke-Politiker. "Wenn wir jetzt über die Öffnung von Baumärkten reden, aber nicht über die Öffnung von Theatern und Opernhäusern", könne man das niemandem vermitteln.

Zudem erhalte er regelmäßig Nachrichten von Kulturschaffenden, wonach sie mit dieser Unsicherheit nicht gerechnet hätten und nach der Pandemie nicht weitermachen wollten. "Ich fürchte, da wird es eine massive Verarmung der Kulturlandschaft geben", sagte Lederer.

Sendung: rbb 88.8, 03.03.2021, 18 Uhr

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14 Kommentare

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  1. 14.

    Morgen Zutritt nur mit Test, alle anderen müssen draussen bleiben.
    Und in Zukunft nur noch Zutritt mit Narbe auf dem Oberarm.
    Frau Merkel hat es gesagt: "...werden dann eben nicht mehr alles machen können"...

  2. 13.

    Na endlich. Jetzt gibts wieder die gute linke Kultur. Subventioniert versteht sich.

  3. 12.

    Es zeichnet sich doch ein roter Faden ab.
    Wer hat Lust im Kino Konzert oder so mit Maske und Abstand zu sitzen und vorher noch einen Test zu machen der dann hochgeladen werden muss.
    Oder wenn man Abends, weil es draußen warm ist, spontan essen zu gehen aber vorher einen Termin buchen muss.
    Dieser Artikel lässt befürchten, dass man was bei Reisen funktioniert nun auch bei allem anderen umsetzen will.
    https://www.swp.de/panorama/corona-urlaub-2021-reise-verbot-regeln-einschraenkungen-fliegen-ausland-kanaren-angela-merkel-seehofer-54681480.html

  4. 11.

    Wenn man verhindert ist, kann man die Karten in der Regel weitergeben, da sie bis auf wenige Ausnahmen nicht personengebunden sind, oder bei Ticketportalen weiter verkaufen. Das scheint bei dieser Variante nicht möglich zu sein.

  5. 10.

    Was machen die Leute, die keinen PC, Smartphone o.ä. haben und null Ahnung vom "Hochladen"????
    Diskriminierung!

  6. 9.

    Irgendwie alles realitätsfern. Negativen Test hochladen? Wer will das vor Ort kontrollieren? Der Einlass? Kinos und Theater haben andere Probleme als die Arbeit der Gesundheitsbehörden zu erledigen. Da müssen zahlende Besucher rein - egal wie. Vielen der Häuser dürfte finanziell das Wasser bis zum Hals stehen, oder höher...
    Die Realität dürfte wohl eher sein: Reinlassen, derer man habhaft werden kann oder den Laden schließen. Die Leute werden aus Angst vor Ansteckung wohl ohnehin nicht Schlage stehen, fürchte ich.

  7. 8.

    Dieser Quatsch mit dem Einkaufen/Kino/Theater mit Vorbestellung/Termin/Warteschlange ist der endgültige Sargnagel für die heimische Wirtschaft.

    Aber was wil man auch erwarten von einem Staat der 7 Jahre (!!) braucht um 20 km Autobahn (Tripsees) fertig zu bauen.

  8. 7.

    Ich verstehe die Bedenken über mangelnde Langzeit-Planung und Spontaneität nicht: Man kann wunderbar Tickets im Voraus kaufen, und man hat sowieso schon immer ein immer Risiko gehabt, dass man krank werden könnnte. Dieses Risiko lag beim Käufer und nicht beim Kulturbetrieb. Auch spontan kann man sich genauso testen lassen.
    Einzig befürchte ich logistisch, dass es in der Schlange zu lange dauern würde.
    Fälschungssicherheit wird man sicher nicht haben können, wenn man die Tests in Eigenverantwortung macht. Die große Masse wird aber nach meinem Gefühl verantwortungsvoll reagieren (hoffentlich), und nicht mit positivem Test die Veranstaltung besuchen.

  9. 6.

    Ziemlich kompliziertes Procedere und den Nachteilen, falls man verhindert ist. Da bleiben ich vorerst zu Hause, zumal sich evtl. Viren gerade in Theatersälen leicht verbreiten.

  10. 5.

    Schade, es waren schöne Jahre, in denen ich mich auf ferne Termin freute, oder auch mal kurzfristig Karten erstand.
    Aber jetzt mit Test? Zu kompliziert, unsicher, nicht zu planen. Ähnlich unsinnig wie mit Termin shoppen gehen.
    Musik im Ohr, Bier to go und ab ins Grüne. Das ist ein Plan.

  11. 4.

    Verkaufe negative Tests für Veranstaltungen! Aber im Ernst, hat Mal einer daran gedacht, wie das fälschungssicher ablaufen soll?

  12. 3.

    .....und bei Infektion sind bereits gekaufte Karten vom Umtausch ausgeschlossen oder wie? Aber vielleicht kriegt man ja einen Gutschein um das alte Thema vom letzen Jahr noch mal aufzuwärmen...

  13. 2.

    Wie soll denn das ablaufen? Wenn ich an die Zeit vor Corona denke, haben wir manchmal Monate/Wochen im voraus Karten gekauft. Hat man sich mal relativ spontan entschieden ins Theater zu gehen, waren dann entweder keine oder nur die ungeliebten Plätze (schlechte Sicht für die Kinder) über.
    Das heißt dann, wenn am Montag eine Vorstellung kommt die wir sehen möchten, müssen wir Freitag testen gehen in der Hoffnung das bis Sonntag ein Ergebnis vorliegt und erst dann kann ich Karten kaufen? Was ist wenn ich aber Montag infiziert bin (durch was/wen auch immer)? Durch die Erzeugung von nem Code kann ja kein Schnelltest gemeint sein.... oder?

    Klingt alles ein bisschen kompliziert, aber grundsätzlich uff die Hütte :) !

  14. 1.

    Und wenn ich dann einen positiven Test habe, darf ich dann die Karte, die ich Wochen vorher gekauft habe, zurück geben oder sie an jemand anderen weiter geben?

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