Ein Fuchs in der Großstadt (Bild: dpa)

Wildtiere erobern Berlin - "Der moderne Stadtfuchs lässt bauen"

Wildtiere lieben Berlin. Keiner weiß das so genau wie Derk Ehlert, seit zehn Jahren ist er der Wildtier-Beauftragte der Stadt. Er sagt: So putzig und bemiteidenswert Füchse, Enten & Co. auch wirken mögen, sie brauchen keine Hilfe von Menschen. Und strafbar sei das Füttern der Tiere auch. Bis zu 5.000 Euro Strafe drohen, wenn Wurst oder Käse an die Tiere verfüttert werden.

Derk Ehlert, Wildtierbeauftragter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, hat erneut darauf hingewiesen, dass das Füttern von Wildtieren in Berlin verboten ist. Er könne verstehen, dass Menschen den Tieren helfen wollten, sagte er dem rbb. Doch nach dem Landesjagdgesetz können dafür 5.000 Euro Strafe erhoben werden. Außerdem brauchen die Tiere keine Hilfe, da sie ausreichend Nahrung in der Stadt finden, so Ehlert.

20.000 Tier- und Pflanzenarten in Berlin

Menschen sollten sich auch nicht von den Tieren austricksen lassen, denn Füchse und Wildschweine kokettierten sogar mit ihrer Lage. "Der Fuchs macht dann auch schöne Augen, verdreht den Kopf, um an Futter zu kommen." Das gelte auch für Wildschweine. Gefährlich werde es, wenn die Tiere immer an derselben Stelle gefüttert werden. Dahin kommen sie dann wieder zurück, so Ehlert. Ein Passant mit Nahrung in der Einkaufstüte sei dann in Gefahr. "Denn dann holt sich das Tier seinen Anteil."

Ehlert habe in letzter Zeit beobachtet, dass immer mehr Tiere die Stadt für sich entdeckten: Wildschweine, Füchse, Mader, aber auch zahlreiche Vogelarten eroberten den Lebensraum Stadt, zum Beispiel Wanderfalken, Habichte oder viele Entenarten. Berlin biete ausreichend Biotope für insgesamt 20.000 Tier- und Pflanzenarten.

Viele Tiere hätten es zudem erfolgreich geschafft, sich an Stadt und Menschen zu gewöhnen. Die natürliche Scheu sei nicht nur den Füchsen abhandengekommen. So bleiben sie mittlerweile auch an Ampeln stehen und eroberten immer neue Lebensräume. "Ein moderner Stadtfuchs lässt bauen", so Ehlert. Füchse müssten nämlich für ihren Nachwuchs keinen Bau mehr errichten - sie ziehen stattdessen einfach in Keller, Rohbauten oder unter Baucontainer.