Der rötlich-braune Eisenhydroxidschlamm ist am 16.05.2014 im Eichower Fließ unweit einer neuen Wasserbehandlungsanlage in Eichow nahe Vetschau (Brandenburg) zu sehen. (Quelle: dpa)
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Bergbausanierer nimmt neue Reinigungsanlage in Betrieb - "Wir gehen davon aus, dass es sich 2014 verbessern wird"

Der Bergbausanierer LMBV macht Hoffnung, dass das Problem der braunen Spree schon in diesem Jahr geringer ausfällt. Große Erwartungen ruhen auf Reinigungsanlagen, wie am Freitag bei Vetschau in Betrieb genommen. Diese sollen täglich hunderte Kilo Eisenpartikel aus dem Wasser filtern. Doch was mit dem Eisenschlamm geschieht, ist unklar. Auch Naturschützer kritisieren die Maßnahmen als unzureichend.

Das durch Eisen braun verfärbte Wasser der Spree wird an vielen Stellen in diesem Jahr klarer werden - davon gehen zumindest Bergbausanierer derzeit aus. Grund sei, dass dem Wasser verstärkt Eisen entzogen werde, hieß es von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Am Freitag nahm der Bergbausanierer LMBV eine neue Reinigungsanlage in Betrieb - diesmal am Eichower Fließ in der Nähe von Vetschau (Oberspreewald-Lausitz).

Kompressoren saugen hier künftig Wasser aus dem Fluss und pumpen es in ehemalige Teiche des Kraftwerkes Vetschau. Hier bleibt das Wasser knapp zwei Wochen, in der Zeit setzt sich das Eisen ab und so gereinigt geht das Wasser wieder zurück in den Eichower Fließ, der im Spreewald endet.

Klaus Zschiedrich, Chef des Bergbausanierungsunternehmens, sagte, durch die neue Wasserbehandlungsanlage würden jeden Tag etwa 700 Kilogramm Eisen aus dem Fluss gefiltert. "Wir gehen davon aus, dass es sich 2014 verbessern wird", sagte Zschiedrich zur braunen Verfärbung der Spree.

Eisen quillt aus den Tagebauen nach oben

Der Grundwasseranstieg aus alten Tagebauen in der Lausitz belastet die Flüsse in der Region mit Eisenocker. Als die Tagebaue noch in Betrieb waren, wurde das Grundwasser abgepumpt - mit dem Ende des Abbaus steigt es wieder an und spült Eisenhydroxid aus dem Boden in die Flüsse.

Im vergangenen Jahr hat die LMBV Zschiedrich zufolge mehr als 9,5 Millionen Euro in den Spreeschutz investiert, 2014 würden es rund 13 Millionen sein. In die Anlage bei Vetschau hat die LMBV den Angaben zufolge 750.000 Euro investiert.

Für den Tourismus im Spreewald sei die Reinigung sehr wichtig, sagte Steffen Franke von der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau dem rbb. Winfried Böhmer vom Aktionsbündnis "Klare Spree" kritisierte diese Maßnahmen als nicht ausreichend. Anlagen wie am Eichower Fließ seien nur eine Zwischenlösung, um die größte Gefahr für den Spreewald abzufangen. "Dauerhaft müssen die Quellen behandelt werden", forderte Böhmer.

Wohin mit dem Eisenschlamm?

Von der LMBV hieß es am Freitag, durch die Reinigung sei möglicherweise schon 2014 eine Verbesserung der Wasserqualität zu erkennen. Dennoch werde es lange dauern, bis das Problem gelöst ist.

Unklar ist auch, was mit dem Eisenschlamm passiert, der nach der Filterung zurückbleibt. Zschiedrich schlug vor, den Schlamm in bergbaulichen Anlagen zu lagern. Es werde
derzeit ein Konzept erarbeitet, hieß es.

Die LMBV ist ein Unternehmen des Bundes mit Sitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz). Seine Aufgabe ist die Rekultivierung ehemaliger Braunkohle-Bergbauflächen in den neuen Ländern. 2013 lag das Budget laut den am Freitag vorgestellten Bilanzzahlen bei 256
Millionen Euro.

Mit Informationen von Thomas Krüger