Die angeklagte "falsche Lehrerin" versteckt im Amtsgericht Kiel ihr Gesicht unter der Tischplatte, neben ihr die Anwältin (Quelle: dpa / Carsten Rehder)
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Hochstaplerin unterrichtete auch in Berlin und Brandenburg - "Falsche Lehrerin" wegen Betrugs verurteilt

Sie hatte weder Hochschulabschluss noch Staatsexamina, selbst das Abiturzeugnis war gefälscht. Trotzdem arbeitete eine heute 50-jährige Frau aus Wismar jahrelang als Lehrerin, unter anderem in Berlin und Brandenburg. Wenn es brenzlig wurde, zog sie weiter. Jetzt wurde die Frau verurteilt.

Eine "falsche Lehrerin", die in mehreren Bundesländern jahrelang mit gefälschten Zeugnissen unterrichtet hat, ist wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Die Richterin am Amtsgericht Kiel sah es als erwiesen an, dass die 50-Jährige aus Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) zunächst ihr Lehrerdiplom in Deutsch und Staatskunde, das sie noch in der DDR erhalten hatte, manipuliert hatte, um als Lehrerin arbeiten zu können. In den folgenden Jahren hatte sie dann immer wieder Urkunden mit Abschlüssen gefälscht, die sie nie erhalten hatte, um weiter in dem Beruf tätig sein zu können. Die Richterin bescheinigte der 50-Jährigen eine hohe kriminelle Energie.

Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwalt hatten Bewährungsstrafen gefordert.

Wenn sie aufzufliegen drohte, zog sie weiter

Die Frau hatte vor Gericht eingeräumt, für ihre Staatsexamina und andere Urkunden über 20 amtliche Stempel gefälscht zu haben, um ihren Papieren den Anschein von Echtheit zu geben. Nach der Wende habe sie ihre Vita aus Angst vor Arbeitslosigkeit geschönt.

Ihren Aussagen zufolge gab es bereits an ihrer ersten Station als Lehrerin in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) Verdachtsmomente gegen sie. Daraufhin wechselte sie nach Brandenburg. Von dort zog sie weiter nach Berlin, wo sie im Zusammenhang mit einem Disziplinarverfahren aus dem Beamtenverhältnis auf Probe entlassen wurde.

Das wiederum hinderte die Frau nicht daran, ab 2008 mit falschen Papieren an einem Gymnasium in Mölln (Schleswig-Holstein) als Studienrätin tätig zu werden. 2010 wurde die Schulleitung misstrauisch. Ende 2012 wurde die Hochstaplerin suspendiert, Anfang 2013 aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Danach arbeitete sie noch an zwei weiteren Schulen bei Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern).

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