Baustelle auf der Berliner Stadtautobahn (Quelle: imago/Huenerfauth)
Video: rbb aktuell | 07.06.2017 | Bild: imago stock&people

Sommerbaustellen auf A100 und A113 - Hier werden im Sommer Berliner Autobahnen gesperrt

Drei groß angelegte Baustellen werden in Berlin ab Ende Juni für Einschränkungen sorgen. An der Rudolf-Wissell-Brücke wird das Nötigste gemacht, für Sanierungsarbeiten auf der A113 wurden bereits Umleitungen eingerichtet. Von Bettina Rehmann

Drei groß angelegte Baustellen werden in diesem Sommer die Geduld der Berliner Autofahrer strapazieren. An zwei Stellen in Charlottenburg und im Berliner Südosten müssen Fahrbahnen auf längeren Strecken instandgesetzt werden. Dazu sind wochenlange Sperrungen erforderlich.

Los geht es auf der A113. Ab dem 24.06. stehen zwischen den Anschlussstellen Johannisthaler Chaussee und Adlershof in beiden Richtungen nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Die Anschlussstelle Stubenrauchstraße ist zudem voll gesperrt. Ebenfalls gesperrt wird die Ausfahrt Adlershof in Richtung Schönefeld sowie die Auffahrt Adlershof in Richtung A 100.

Grund für die Bauarbeiten ist hier der sogenannte "Betonkrebs", eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion am Fahrbahnbeton. Einfach ausgedrückt zerfrisst der saure Regen in der Stadt die Betondecke. Für die Instandsetzungsarbeiten werden 27 cm Betonfahrbahn abgetragen und durch eine bituminöse Fahrbahndecke ersetzt. Die Bauarbeiten sollen am 02. September beendet sein.

Verkehrsleitung der Bauabschnitte Baustelle A113 (Quelle: Senatsverwaltung für Verkehr/rbb)
| Bild: Senatsverwaltung für Verkehr/rbb

 

 

A100: Rudolf-Wissell-Brücke bis zum Neubau haltbar machen

Die nächste Baustelle ist eher konservatorischer Art: Eigentlich soll die Rudolf-Wissell-Brücke in Charlottenburg neu gebaut werden. Es ist laut Verkehrsverwaltung Berlins längste Straßenbrücke und mit 180.000 Fahrzeugen pro Tag der am dritthäufigsten befahrene Autobahnabschnitt in Deutschland. Aktuell läuft ein europaweiter Ideenwettbewerb für den Ersatzneubau. Laut Senatsverwaltung für Verkehr erarbeiten bis Mitte Juli sechs Ingenieursgemeinschaften erste Lösungsvorschläge für das gigantische Bauvorhaben. Im ersten Quartal 2018 soll ein Gewinner stehen.

Bis dahin wird die Fahrbahndecke saniert, um die Verkehrssicherheit bis zum Neubau zu sichern. Das wird im Abschnitt zwischen dem Dreieck Charlottenburg und dem Spandauer Damm geschehen.

Zunächst ist nur die nördliche Richtung betroffen. Fahrbahndecke sowie Brückenabdichtung werden erneuert, dabei wird zunächst die rechte Spur und die Hälfte der mittleren Spur saniert, im Anschluss daran die Linke und zweite Hälfte der mittleren Fahrspur.

Es werden jeweils zwei Fahrstreifen in jeder Richtung eingerichtet. Die Einfahrten an den Anschlussstellen Spandauer Damm in Richtung Nord, und Siemensdamm in Richtung Süd werden für die Dauer der Baustelle gesperrt.

Grafik zu Autobahnbaustellen ab Ende Juni 2017 in Berlin (Quelle: rbb|24 ).
| Bild: rbb|24

Insgesamt werden auf der Rudolf-Wissell-Brücke 9.400 Quadratmeter Fahrbahnbelag und 4.500 Quadratmeter Brückenabdichtung erneuert. Gebaut wird ab dem 12. Juli bis zum 03. September. In Fahrtrichtung Süd ist die Sanierung übrigens genauso nötig, damit wird aber erst im Sommer 2018 begonnen.

Verbindungsbrücke zur Avus braucht Erneuerung

Ebenfalls in Charlottenburg wird die Verbindungsbrücke von der A100 zur A115 (Avus) am Autobahndreieck Funkturm in Richtung Süden saniert. Anfang November vergangenen Jahres war die Brücke schon einmal gesperrt gewesen, es gab lange Staus. Bei einer Routinekontrolle war ein 80 mal 50 Zentimeter großer Schaden unter dem Fahrbahnasphalt entdeckt worden, aus Sicht der Senatsverwaltung eine mögliche Gefahr für die Brückenkonstruktion.

Grafik: Sperrung und Umleitung zur Baustelle an der A100/A115 (Quelle: Senatsverwaltung für Verkehr/rbb)
| Bild: Senatsverwaltung für Verkehr/rbb

Auf der 90 Meter langen Brücke soll nun der Konstruktionsbeton teilweise instandgesetzt und die Brückenabdichtung erneuert werden. Außerdem wird der Fahrbahnbelag ausgewechselt.

Die Brücke wird für die gesamte Dauer der Bauarbeiten vom 24. Juli bis 03. September voll gesperrt, es wird eine Umfahrung eingerichtet. Sie soll unter dem ICC über die Halenseestraße zur A115 führen. Für die Dauer der Arbeiten wird auch die Auffahrt zur A100 in Richtung Süd an der Anschlussstelle Kaiserdamm Süd gesperrt.

Mehr Infos zu den Sperrungen

Beitrag von Bettina Rehmann

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Dass diverse Arbeiten an den Fahrbahnen ueber kurz oder lang notwendig sind, ist ja klar. Allerdings faellt mir auf, dass jedes mal wenn ich diese Fahrbahneinschraenkungen taeglich passiere (morgens um 6.030 Uhr und abends 19.00 Uhr)ueberhaupt nicht gearbeitet wird. Offensichtlich ist man nicht in der Lage, zumindest einen 2-Schichtbetrieb zu organisieren.:( Dass bei dieser Art von Organisation haeufig in Berlin die Bauzeiten ueberschriten werden wundert dann nicht!!

  2. 8.

    Die Sache ist eher die, das Geld dumm verschwendet wird, die ganze Sache verkompliziert wird und einiges mehr.
    Es wird wieder überall gebaut, anstatt eine Baustelle erstmal abzuschließen!!! Sogesehen dauern dann auch alle Baustellen länger... einfacher drei-Satz... Ich frage mich schon lange, wieso man nicht in allen Bereichen bei anderen Ländern abguckt... Gesundheitssystem ( Stichwort: Keime ... Richtung Holland gucken )... oder um hier keinen Roman zu schreiben zur Sache. Die Japaner... war sogar in den Nachrichten. Eine Kreuzung war komplett durch Wasserrohrbruch geflutet und eingestürzt. Innerhalb von 1!!!! Woche haben die die Rohre wieder verschweißt, das riesige Loch mit Erde gefüllt und die Straße neu gegossen und die ganze Elektrik usw usw... Und bei uns fährt man ständig an unseren Baustellen vorbei und es passiert einfach nichts. Vor allem arbeitet man auch dann dran wenn der größte Verkehr unterwegs ist, anstatt es am Wochenende und in der Nacht zu machen. So viel dazu...

  3. 7.

    Die Sache ist eher die, das Geld dumm verschwendet wird, die ganze Sache verkompliziert wird und einiges mehr.
    Es wird wieder überall gebaut, anstatt eine Baustelle erstmal abzuschließen!!! Sogesehen dauern dann auch alle Baustellen länger... einfacher drei-Satz... Ich frage mich schon lange, wieso man nicht in allen Bereichen bei anderen Ländern abguckt... Gesundheitssystem ( Stichwort: Keime ... Richtung Holland gucken )... oder um hier keinen Roman zu schreiben zur Sache. Die Japaner... war sogar in den Nachrichten. Eine Kreuzung war komplett durch Wasserrohrbruch geflutet und eingestürzt. Innerhalb von 1!!!! Woche haben die die Rohre wieder verschweißt, das riesige Loch mit Erde gefüllt und die Straße neu gegossen und die ganze Elektrik usw usw... Und bei uns fährt man ständig an unseren Baustellen vorbei und es passiert einfach nichts. Vor allem arbeitet man auch dann dran wenn der größte Verkehr unterwegs ist, anstatt es am Wochenende und in der Nacht zu machen. So viel dazu...

  4. 6.

    Klasse Arbeit auf der A113 !!! Letztes Jahr gesperrt, diesmal genau dasselbe, die gleichen Ausfahrten gesperrt, wobei letztes Jahr auf der Ausfahrt Stubenrauchstr, nur die Klohäuschen standen und dort nichts bei der Ausfaht/Einfahrt passierte. Ausserdem sollten doch die Arbeiten erst in den Sommerferien starten und das wäre dann am 20.07!!!! Jetzt sind die Staus immens !!!!!
    Jetzt, ohne Ferien, werden auch alle Umfahrungen so voll sein, dass man ewig brauchen wird, wenn mann von A nach B will. Da wird es ja richtig toll sein, wenn die Ferien anfangen.
    Und was passiert dann nächstes Jahr???? Wird dann der gleiche Abschnitt ein drittes Mal gesperrt, um zu sanieren???

  5. 5.

    Gerne schließe ich mich Herrn Josef Kaufmann aus Köpenick an und frage, was wurde an den betreffenden Bauabschnitten vor einiger Zeit getan, wenn jetzt schon wieder alles saniert werden muss???
    Fünf Tage die Woche fahre ich diese Strecke von Wildau nach Charlottenburg und würde am liebsten jeden Tag die drei dort tätigen Arbeiter fragen, was das für ein Mist ist! Ich weiß, dass die dafür nichts können, aber eine Strecke abzusperren, stark einzuengen, um dann drei Bauarbeiter am Beton kratzen zu lassen, finde ich eine Arroganz des Senats gegenüber den Nutzern dieser Strecke. Warum wird dann nicht richtig rangeklotzt? Sind die Bauarbeiter der angeheuerten Baufirmen noch auf anderen Baustellen tätig? Ich raufe mir die Haare und verstehe es einfach nicht. Tausende Leute stehen im Stau und auf der Baustelle tut sich nichts. Eine ganz große Verarsche!

  6. 4.

    Die gute alte Rudolf-Wissel-Brücke - für den Autoverkehr der siebziger Jahre Konzipiert und jetzt Transit"brücke" für den Nord-Süd-Autobahnverkehr - mitten durch die Stadt.
    Ein Konzept, was mal komplett nicht zu Ende gedacht wurde. Einfach nur den Stadtring nach Süden an den Berliner Ring heranführen und dann alles durchfahren lassen was geht.
    Das jetzt die Konstruktion und auch die Anschlussstücke AVUS/Stadtring bald am Ende sind, war lange vorher abzusehen, aber die Augen blieben geschlossen - und jeder, der den Stadtring als Abkürzung nimmt, oder nehmen muss, der braucht jetzt auch nicht zu jammern.
    Nimmt man als Umfahrung den Berliner Ring und die Mehrkilometer hin, ist man zwar mit mehr Kilometern und etwas mehr Zeit dabei - kann aber in aller "Ruhe" den Stadtring mit seinem Dauerstau vermeiden - ist übrigens auch ein Beitrag zur Verbesserung der Luft - das nur am Rande bemerkt.

  7. 3.

    Ich frage mich, was dann auf der A 113 vor 1 1/2 Jahren so großartig erneuert wurde und die Strecke über 3 Monate umfangreich (Teil-)gesperrt wurde. Genau diese Abschnitte waren davon betroffen. So langsam kommt man sich reichlich verschaukelt vor, ich muss 5 Tage die Woche von Köpenick nach Charlottenburg genau da durch und zurück. Die Umfahrungen sind genauso vollgestopft. Und dann noch Richtung Nord im Dreh Spandauer Damm..., das wird herrlich werden, danke dafür an den Senat Berlin *Sarkasmus aus*. Und von wegen auf S-Bahn ausweichen, tja, wenn die Spinderlsfelder Bahn irgendwann zuverlässig fahren würde anstatt Stückwerk Spindlersfeld - Schöneweide - Tempelhof und dann mit viel Glück ohne Stopp Südkreuz durch... dann würde ich auch ausweichen.

  8. 2.

    Na, da bin ich ja gespannt, in welchem Tempo dort gearbeitet wird. 180.000 Fahrzeuge täglich und dann im 8-Stunden-Rhythmus?
    Seit Jahrzehnten reagiert der Senat nur, egal welcher Fraktion. Eine neue Brücke im Parallelbau hätte man schon längst planen und bauen könnnen. Auch ist der Verkehr hausgemacht. Warum erweitert der Senat nicht die S-Bahn bis in das Umland, damit Pendler diese nutzen können? Die Stadtautobahn wäre dann spürbar entlastet.
    In Berlin fehlt es an Politikern mit Durchsetzungsvermögen.

  9. 1.

    Hoffentlich hat die Bauverwaltung aus Fehlern der Vergangenheit in Deutschland gelernt.
    Auf der A9 gab es zahlreiche Autobahnabschnitte die von kleinen Firmen ausgeführt wurden.
    Es gab erhebliche Baumängel u. a. durch sogenannten Betonkrebs. Die kleinen Firmen und ihre Subunternehmen meldeten Insolvenz an. Niedrige Tempolimits und lange Bauphasen mit Engpässen waren die Folgen.

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