Radfahrer warten in Berlin an einer Ampel (Quelle: imago/Seeliger)
Bild: imago stock&people/Seeliger

Interview | Verkehrsexperte Randelhoff - Bei Helmpflicht geht die Radnutzung stark zurück

Nach schweren Unfällen werden die Rufe nach einer Helmpflicht für Radfahrer wieder laut. Der Verkehrsexperte Martin Randelhoff erklärt im Gespräch mit rbb|24, warum er das für keine gute Idee hält und was sonst passieren muss, damit Radfahren sicherer wird.

rbb|24: Herr Randelhoff, Sie sind Verkehrsforscher und betreiben den Blog zukunft-mobilitaet.net. Sie haben sich eingehend mit der Thema allgemeine Helmpflicht für Radfahrer befasst und sind dagegen. Wie begründen Sie das?

Martin Randelhoff: Es gibt sicherlich gute Gründe, einen Helm zu tragen. Man muss aber unterscheiden zwischen einer individuellen Entscheidung und der Entscheidung, die der Staat aus Fürsorgepflicht trifft. Dafür müsste der Nutzen einer Radhelmpflicht höher sein als die Kosten. Das wäre aber nicht so: Bei einer Radhelmpflicht würden weniger Leute Fahrrad fahren. Und wenn man dann die Gesundheitskosten aufrechnen würde gegen Vorteile einer Helmpflicht, steht man am Ende schlechter da.

Wenn man sich mit möglichen Folgen einer Radhelmpflicht befasst, werden immer wieder Studien aus Kanada und Neuseeland zitiert. Zu welchem Ergebnis sind diese Studien gekommen?

Dort hat man die Erfahrung gemacht, dass die Radnutzung nach Einführung der Helmpflicht so unattraktiv wurde - gerade bei Kindern und Jugendlichen - dass die Fahrradnutzung stark zurückgegangen ist. Aufgrund von Bewegungsmangel sind bestimmte damit zusammenhängende Krankheiten gestiegen. Die Unfallzahlen gingen nur deshalb zurück, weil insgesamt weniger aufs Rad stiegen.

Also wäre der gesamtgesundheitliche Nutzen einer Fahrrad-Helmpflicht negativ?

Ja.

Aber nehmen wir mal die Gurtpflicht. Die wurde anfangs auch von vielen abgelehnt und ist mittlerweile weitgehend akzeptiert.  

Langzeitstudien in Australien sagen etwas anderes: Dort hat man einen Gewöhnungseffekt bei Fahrradhelmen nicht gesehen. Das Anlegen eines Sicherheitsgurtes ist auch nur eine kleine Einschränkung. Den Helm muss ich mittragen, ich muss ihn verstauen und ich kann mich auch nicht spontan aufs Rad setzen, wenn es eine Helmpflicht gibt, ich ihn aber nicht griffbereit habe.

Der Berliner ADFC lehnt eine Helmpflicht mit dem Hinweis ab, das würde bedeuten, dass sich die schwächsten Verkehrsteilnehmer schützen müssen, damit die stärksten weiter Fehler machen können. Wie sehen Sie das?

Man kann natürlich sagen, dass der Radverkehr Fehler anderer Verkehrsteilnehmer am wenigsten akzeptiert, weil er ungeschützt ist. Im Auto haben Sie einen Schutzpanzer, dazu aktive Sicherheitssysteme. Fahrradfahrer und Fußgänger sind besonders schutzbedürftig, dafür braucht es eine entsprechende sichere Infrastruktur, die auch Fehler der anderen verhindert bzw. ausreichende Schutzbereiche lässt.

In Ihrem Blog steht: Es ist viel wichtiger, Unfälle zu vermeiden, als hauptsächlich darauf hinzuwirken, dass die Unfallfolgen vermieden werden. Ist unser Verkehrssystem zu stark auf Autofahrer ausgerichtet?

In den letzten Jahrzehnten war der Autoverkehr die Dominante in der Verkehrsplanung. Auch die Regeln wurden sehr stark auf den Pkw zugeschnitten. Der Pkw-Verkehr wurde nicht in der Geschwindigkeit eingeschränkt - dabei könnten Sie mit Tempo 30 sehr schwere Unfälle mit Radfahrern verringern. Oder man könnte Parkstreifen wegnehmen, damit die Radwege besser einsehbar sind.

Berlin soll jetzt als erstes Bundesland ein Radgesetz bekommen, das Radschnellwege und deutlich mehr geschützte Radwege festschreibt. Halten Sie das für den richtigen Weg?

Die baulich getrennten Radwege können durchaus einen positiven Sicherheitseffekt haben. Sollte das nicht möglich sein, müsste man auch mal darüber reden, die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Verkehrsarten zu verringern ...

... was wohl nicht heißt, dass die Fahrradfahrer sich auf Tempo 50 zubewegen sollen? 

Vermutlich eher, dass der Kfz-Verkehr langsamer werden muss.  

Damit werden Sie sich bei den Autofahrern keine Freunde machen. Die Diskussion zwischen Rad- und Autofahrern ist ja schon ziemlich heißgelaufen. Wie bekommt man beide unter einen Hut?

Den klassischen Autofahrer in Reinform gibt es ja gar nicht mehr. Viele sind mal mit dem Auto, mal mit dem Rad, zu Fuß und im Nahverkehr unterwegs. Jeder Mensch hat eine sichere Infrastruktur verdient, diese Diskussion müssen wir führen. Und das wird nicht ohne Konflikte gehen. Wenn man sich einmal anschaut, welche Flächen in Berlin dem Autoverkehr zur Verfügung stehen und welche für Radfahrer und Fußgänger, fällt eine ziemliche Diskrepanz auf. Da müssen wir eine gewisse Flächengerechtigkeit hinkriegen.  

Kennen Sie Städte, die den Radverkehr gut organisiert haben?

In Dänemark und in den Niederlanden hat man die Diskussion, die man jetzt bei uns führt, schon in den 1960er Jahren begonnen. Auch in Wien tut man jetzt viel für den Radverkehr. Und im staugeplanten London haben sie in kurzer Zeit ziemlich viel bewegt.  

Das Gespräch führte Matthias Pohl

Sendung: ZIBB, 16.062017, 18.30 Uhr  

Kommentar

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51 Kommentare

  1. 51.

    Manchmal braucht man keine Statistik,weil der reine Menschenverstand genügt.Man muss die Leute abholen und darüber aufklären,dass ein Helm einen nicht unverwundbar macht,aber die Chancen auf einen günstigen Unfallhergang erhöhen kann. Wenn man als Gesetzgeber diese Aufklärung nicht betreibt(das fängt schon im Kindergarten an),dann wird die"dumme Maße" Abstand vom Fahrradfahren nehmen,weil Helme DOOF sind.
    Umso mehr Leute man zum Helm motivieren kann,desto problematischer wird aber auch die Bewertung von Schadenersatzforderungen von Unfallopfern,die keinen Helm getragen haben.
    Der Grund:Auch wenn häufig geschrieben wird,dass man die Unfallrisiken minimieren sollte,statt die Helmpflicht einzuführen,so sehe ich trotzdem die Pflicht bei jedem einzelnen,sich bestmöglich zu schützen.Motorradfahrten habe ich immer in voller Montur durchgeführt.Auch wenn es hier nur die Helmpflicht gibt,so sehe ich eine grobe Fahrlässigkeit bei allen,die in Badehose/TShirt/Flipflops ins Bad fahren.

  2. 50.

    Interessante Ansage von jemandem, der 2x innerhalb von 6min "Text gelesen?Text verstanden?"postet.
    Natürlich gibt es in beiden Lagern mehr und weniger verantwortungsbewusste und rücksichtsvolle Teilnehmer.Dennoch zeichnet sich neben zahlreichen Autofahrern,die offensichtlich gänzlich ohne Fahrschule zu einem Führerschein gelangt sind,auch bei einigen Fahrradfahrern eine Tendenz ab,STVO für eine Abschiedsfloskel in E-Mails oder Abkürzung für einen Lebensmittelzusatz zu halten.Ein Problem hierbei ist,dass jeder ohne Führerschein ein Fahrrad im Straßenverkehr bewegen darf und trotz allgemein verständlicher Regeln(auch ohne Fahrschulbesuch)von manchen diese Regeln nicht sehr frei interpretiert,sondern schlicht ignoriert werden.So habe ich nicht erst einmal erlebt,wie Radfahrer rechts abbiegen,oder besser gesagt ums Eck schleichen ("bin nicht da"),obwohl die Ampel auf Rot steht.
    Auf der anderen Seite erlebe ich selber regelmäßig, wie knapp/rücksichtslos Autos mich als Radfahrer überholen.

  3. 49.

    Bei allem Respekt stellt sich für mich die Frage, wie oft Sie schon einen Vollvisierhelm getragen oder ein 200-300kg schweres Motorrad gefahren haben. Trotz sehr kurzem Haarschnitt und Helm mit Klappfunktion (öfters genutzt) kann ich mich an keinen Fall erinnern, in welchem eine vorher hergestellte Frisur nachher noch hätte sitzen können.
    Ein kurzer Griff zum Kamm, um die Salonfähigkeit wieder herzustellen, dürfte praktikabler sein als günstigsten Falls eine Monate /Jahre lange Reha, um nach erlittenem Hirnschaden das Sprechen/Gehen neu beigebracht zu bekommen.
    Im weniger günstigen Fall hat man nicht überlebt. Dann muss man sich aber glücklicherweise nicht mehr um den Sitz der Frisur sorgen.
    Ich bitte um Verständnis. Ich möchte Sie keinesfalls persönlich angreifen. Ich möchte aufzeigen, welche Werte bei dieser Diskussion gegenübergestellt werden, wenn Frisur/Komfortverlust(Helm herumtragen, Motorradfahrer schaffen das seit Jahren)über einen potentiell ganzen Kopf gestellt werden.

  4. 48.

    Dann gucken sie mal nach Amsterdam oder Kopenhagen. Beides übrigens Städte in denn im Verhältnis zur Verkehrsbeteiligung weniger Fahrradfahrer im Krankenhaus landen als in Berlin.

  5. 47.

    Das Problem sind einfach die kontraproduktiven Effekte. Dies in einer Gesellschaft, in der sich die exzessive Mittelnutzung wie ein roter Faden durchzieht. Jedes Maß tatsächlicher oder vermeintlich höherer Sicherheit führt wiederum bei einem Teil der Fahrenden zu einer höheren Risikobereitschaft mit allen Folgen, die dazu gehören. Im ökologischen Bereich wird analog von "Rebound-Effekten" gesprochen, dass Energieeinspareffekte durch neue Nutzungen überdeckt werden.

    Solange sich das auf Höchstgeschwindigkeit ausgerichtete Fahrverhalten nicht ändert, wiegen sich Menschen fatalerweise in Sicherheit. Das A und O ist mihin die Veränderung des Fahrverhaltens hin zu einer defensiven Fahrweise, in der die Fahrenden so fahren, dass sie einen frühestmöglichen Überblick über das Verkehrsgeschehen bekommen.

  6. 46.

    "Wenn ich mal in den Raum werfe, ich hielte etwas für unsinnig, wessen Willen missachte ich damit?"

    Gut, das ist jetzt Interpretation.

    Es ging ja nicht um (irgend)"etwas", sondern um Ihre Aussage, dass eine Helmpflicht NICHT zu weniger Zuspruch zum Rad führen würde. Dass die gegenteilige Aussage, dx käme zu einem Rückgang, mithin unsinnig sei. Damit sind natürlich diejenigen mit angesprochen, die wegen einer Helmpflicht dann tatsächlich nicht mehr fahren würden. Mindestens einer reicht, der rein statistisch einen Rückgang bewerkstelligt, wenngleich auch in geringerem Ausmaß. Doch ich weiß eben von Mehreren, die das so praktiziert würden. Mithin schon statistisch eine relevante Größe, wer um das Auseinanderfallen der Motive weiß.

    Die Sache ist einfach die, dass Menschen, die überhaupt nicht an hohen Geschwindigkeiten interessiert sind, keine Hemmschwelle für die Radbenutzung haben wollen.

    Deren Wille würde übergangen und damit fühle ich mich angesprochen.

  7. 45.

    Ich errinnere mich an eine Testweise Einführung einer Fahrradhelmpflicht in meiner Jugend.
    Schwere Unfälle mit Kopfverletzungen konnten durch diese Aktion aber nicht gelindert werden.
    Die meisten Unfälle im Straßenverkehr geschehen durch Rücksichtloses Verhalten beider Parteien und ob ich ab dem Genick abwärts gelähmt bin oder einen Schädelbruch erleide hat für mich den selben Effekt...ein Leben im Rollstuhl/Pflegefall.
    Wer mal zur Mittagszeit durch Berlin Mitte fährt dürfte verstehen warum es soviele beschwerden bezüglich Autofahrer begünstigten Verkehrsregelung gibt.

  8. 44.

    Naja - ein wenig verschroben das Bild.....
    Ich kenne einige ADAC-Mitglieder, die radfahrend durch Gewühl treten und aus Sicht eines Auto- UND Radfahrers denken. Und da ich auch so einer bin, meine ich mal, dass Leute wie Sie, die nur sich sehen, auch vielleicht entsprechend handeln im Straßen/Radverkehr - ich kann mir das gut vorstellen, wie Sie auf andere Verkehrsteilnehmer wirken, sich denen gegenüber verhalten und argumentieren.....
    Die Anzahl der Fahrradanarchisten ist ungleich höher, als die der Autofahrer - die fahren nämlich nicht über Gehwege und rote Ampeln (bis auf einige wenige ausgesprochen bekloppt agierenden Dosentreiber) stellen sich mehr oder weniger brav im Stau an, machen bestenfalls den Motor aus und warten mehr oder weniger geduldig.
    Gleiche Szene an einer roten Ampel Fahrradfahrer: Leute mit Kindersitzen drängeln sich nach vorne, andere rauschen auf dem Gehweg zur Fußgängerampel, es wird rücksichtslos mal der Weg eines anderen gekreuzt usw... noch Fragen?

  9. 43.

    Wenn ich mal in den Raum werfe, ich hielte etwas für unsinnig, wessen Willen missachte ich damit?

    Es ging hier nicht um die Einschränkung irgendeines Willens irgendeines anderen Menschen.

    Jedem ist die Unfallgefahr bekannt - und ja - als Kind hab ich mich mehrfach mit dem Rad gelegt und habe keinen Helm getragen - andererseits ist das Miteinander unter den Radlern mittlerweile zu solch einer Rücksichtslosigkeit verkommen, dass ich mittlerweile zu der Ansicht gekommenbin, dass Helme dringend erforderlich geworden sind - wessen Willen missachte ich bitte jetzt? :-)

    Der Wille eines Menschen, unbeschadet zu bleiben ist davon unberührt - wenn es darum geht, Menschen aufgrund geänderter Bedingungen für Schaden zu schützen (siehe auch die damalige Einführung der Helmpflicht für motorisierte Zweiräder sowie die Gurtpflicht) fände ich eine Helmpflicht für Radler mit einigem Bauchgrummeln jedoch für sinnvoll.

  10. 42.

    Das Problem für mich ist das Geschwitze unter dem Helm. Und das, obwohl ich den luftigsten habe, der am Markt zu finden ist. Wer lange Haare hat und zügig fährt, hat damit echt ein Problem im Sommer. Man sieht nicht unbedingt salonfähig aus, wenn man den anschließend abnimmt um zb einkaufen zu gehen. Beim Motorradfahren betätigt man sich ja nicht sportlich und schwitzt entsprechend wenig. Da ist ein Helm definitiv problemloser.

  11. 41.

    "Die einen Fordern diese, anstatt die Unfallursachen ins Visier zu nehmen. Die Gegner weisen genau darauf hin und suchen die Ursachen nur bei Autofahrern, der Infrastruktur und und und und... Gehts noch? Die meisten Unfälle passieren, weil BEIDE Seiten Mist bauen!"

    Genauso sehe ich das auch.
    Jede technische Vorrichtung ist völlig sinn- und zwecklos, wenn das Verhalten dazu gegensätzlich ist. Das gilt für alle, die an einem Zusammenstoß bzw. "Unfall" beteiligt sind.
    Eine Scheinsicherheit ausschließlich durch technische Anlagen und Vorrichtungen bei Beibehaltung eines risikobehafteten Verhaltens führt nur zu einer Gefährdung auf höherer Stufenleiter.

  12. 40.

    Und wenn die Fußgänger auch mit 20-30Km/h (oder noch schneller) unterwegs sind würde spezielle Schuhe auch sinn machen. ;)
    Aber mal im Ernst: Ich wollte lediglich darauf hinaus, dass bis zu einem gewissen grad jeder für seine Sicherheit selbst verantwortlich ist. Das schließt auch das Abwägen der nötigen Sicherungen mit ein. Extrembeispiel: Lederkluft, Stiefel und Motorradhelm. Ist noch sicherer als ein Fahrradhelm. Ob es Sinn macht oder zumutbar ist muss jeder selbst wissen.
    Mir ist auch bewusst, dass nicht jeder Schutz 100% sicher ist (wie das von Ihnen bemängelte Beispiel: Gurt). Genau so wenig Schützt ein Fahradhelm vor allen Gefahren.

    Am meisten ärgert mich bei dem Thema, wie bei der Helmpflicht vorgegangen wird: Die einen Fordern diese, anstatt die Unfallursachen ins Visier zu nehmen. Die Gegner weisen genau darauf hin und suchen die Ursachen nur bei Autofahrern, der Infrastruktur und und und und... Gehts noch? Die meisten Unfälle passieren, weil BEIDE Seiten Mist bauen!

  13. 38.

    Sehe ich auch so.
    Um die Sache bewusst zuzuspitzen, doch keineswegs polemisch gemeint:
    Ich möchte vor dem Eintritt in diese Logik warnen, dass demjenigen, der sich scheinbar oder tatsächlich unzureichend schützt, eine Mitverantwortung zugerechnet wird.

    Nach dieser Logik müssten sich diejenigen, die zu Winters Zeiten keine wollenen und langen Unterhosen tragen, in Fällen eingetretener schwerer Erkältungen gleichfalls nachsagen lassen, sie hätten sich unzureichend geschützt. Gleich so bei Menschen, die ihren Kopf sichtbar nicht mit einer Fellmütze schützen.

    Es ist ausschließlich die Abwägung des Einzelnen, welches Gefahrenpotenzial er wie hoch einschätzt und welche Maßnahmen er in diesem Zusammenhang ergreift. Verpflichtende Reflektorstreifen auf Jacken bei Verlassen der heimischen Wohnung sind ebenso überzogen wie das Tragen von Sicherheitsschuhen oder das Tragen von Helmen. Jedenfalls bei Fahrten bis 20 km/h, was ein Mensch auch locker so erreichen kann.

  14. 37.

    Ich fordere Differenzierung:
    Es gibt solche und solche.
    Solche, die dem Geschwindigkeitsrausch erliegen und mit immer aggressiver wirkenden Gefährten durch die Gegend brausen - hier halte ich den Helm nur für konsquent - und solche, die sich um so etwas nicht scheren. Die ihre gemütlichen 10 - 20 km/h fahren, mithin eine Geschwindigkeit, die auch jeder Mensch ohne technische Hilfsmittel locker erreichen kann. Ohne dafür besondere Schutzkleidung zu tragen.

    Ansonsten eben und davon sprach ich auch, sollte zu Fuß Gehenden auch Knieschutz und Ellbogenschutz und Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen verordnet werden, ansonsten sie der Vorwurf unzureichenden Schutzes gemacht wird.

    Die zweitgenannte Gruppe, die das Rad als legeres und niedrigschwelliges Fortbewegungsmittel nutzen, ist nicht gerade klein. Genau sie wären die Leidtragenden einer für sie unnötigen Helmpflicht, während die Hochgeschwindigkeitsradler schon eines auffälligen Outfits wegen sich von selber den Helm zulegen.

  15. 36.

    Dann müssten es ja aber Vollintegralhelme sein wie bei Motorradfahrern. Das bisschen Styropor auf dem Kopf kann gar nicht so gut schützen wie ein solcher Helm.

  16. 35.

    In der Tat, man muss sich wundern, dass es immer die gleichen Gruppen sind, die bei Radunfällen zu Schaden kommen und darunter eher selten die Radfahrer ohne Licht, die Rotlichtfahrer oder die Raser zu finden sind. Aber mit wundern allein kommt man nicht weiter, man kann auch mal drüber nachdenken, warum immer letztere als Grund herhalten müssen, das Radverkehr angeblich gefährlich ist. Normalradler, die bei Grün mit gemütlichem Tempo von LKWs überrollt werden, taugen dafür wohl nicht, dann müsste man die Ursachen womöglich bei den Verursachern suchen. Undenkbar.

  17. 34.

    Wie wäre es, wenn man in sachlichen Beiträgen zu einer bestimmten Frage bei der Sache bleiben könnte, statt die immer gleichen Plattitüden von sich zu geben.

  18. 32.

    Es geht wie auch im Text zu lesen, nicht um die individuelle Einschätzung und das eigene Sicherheitsempfinden, sondern um eine gesamtgesellschaftliche Abwägung. Niemand wird daran gehindert, freiwillig einen Helm zu tragen. Aber alle, die keinen tragen, müssen sich nach schweren Unfällen beständig rechtfertigen und stehen als Dämel da. Dass man sich auch aus guten Gründen gegen einen Helm entscheiden kann, kommt dabei nicht vor.

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