Rettungswagen mit Blaulicht (Quelle: imago/Ralph Peters)
Bild: imago/Ralph Peters

Neonazi im Ermittlerfokus - Autos von Politikerinnen angezündet

Unbekannte haben in der Nacht zu Dienstag in Berlin-Neukölln zwei Autos angezündet. Eines davon gehöre der Neuköllner Bezirksverordneten Gabriela Gebhardt, teilte die SPD mit. "Ich werde mich nicht mundtot machen lassen und werde weiter für Demokratie kämpfen", sagte sie.

Nicht weit davon, in Berlin-Rudow, brannte wenige Minuten später ebenfalls ein Auto. Ein Nachbar in der Schönefelder Straße bemerkte den Brand und alarmierte die Feuerwehr. Löschversuche des Zeugen und der Polizei scheiterten, erst die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Das Fahrzeug wurde an Front und Motorhaube stark beschädigt.

Laut "Tagesspiegel" soll es einer Frau gehören, die im "Aktionsbündnis Rudow gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit" engagiert ist.

Einschlägig bekannter Neonazi

Behörden haben mittlerweile einen Tatverdächtigen im Fokus. Nach Informationen der Berliner Morgenpost ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen einschlägig bekannten 27-jährigen Neonazi. Offenbar gab es bei dem Mann auch schon eine Hausdurchsuchung.

Gegenstand des Verfahrens sind zwei Brandstiftungen vom Januar dieses Jahres. In einem Fall ging dabei das Fahrzeug des Inhabers einer Rudower Buchhandlung in Flammen auf, auf die bereits im Dezember ein Anschlag verübt worden war.

Der Buchhändler war offenbar ins Visier der Rechtsextremisten geraten, nachdem er eine Veranstaltung gegen Rechtspopulismus organisiert hatte.

Verdächtiger ist mehrfach vorbestraft

Der wegen der Brandstiftungen beschuldigte Mann hatte einst für die NPD kandidiert und gehört zum Umfeld der Neonazi-Gruppierung "Nationaler Widerstand Berlin", die als eine der gewalttätigsten der Hauptstadt gilt. Er ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole, gefährlicher Körperverletzung und der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten.

Nach Informationen der Morgenpost steht er zudem im Verdacht, am 9. November vergangenen Jahres, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, als Verantwortlicher der Facebook-Seite "Freie Kräfte Neukölln" eine Berlin-Karte mit Standorten jüdischer Einrichtungen, sowie dem Schriftzug "Juden unter uns" und dem Kommentar, "Heute ist so ein schöner Tag", gepostet zu haben.

Sendung: rbb Aktuell, 11.07.2017, 13:00 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.


    klar, typische Handschrift der Nazi`s ---

  2. 4.

    Na da kennen Sie sich ja richtig aus.
    Seit Monaten werden Autos von Menschen die sich gegen Rechts engagieren angezündet und Sie fantasieren von der Antifa.
    Ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung.

  3. 3.

    Ich wiederhole einfach mal ein Argument, welches wiederholt nach den >Ereignissen< von Hamburg in den Kommentarbereichen der öffentlich rechtlichen Sender zu lesen war, gepaart mit der üblichen Wortwahl nach angekündigten >Besuchen< der Antifa.

    >Wer weiß, ob es sich bei der unkontrollierten Oxydation nicht um Versicherungsbetrug handelt?<

    Oder sollte sich die Antifa diesmal so geirrt haben, wie beim >Bearbeiten< (Orginalton NDR) der Haustüren vermeintlicher >Rechter< mit Äxten, wie in Niedersachsen?

  4. 2.

    Ja so ist das in der Kommentarspalte bei rbb-online leider öfter. Es ist unfassbar, dass die Polizei nach Monaten der rechtsterroristischen Brandanschläge offensichtlich immer noch keine Ermittlungsergebnisse vorweisen kann.

  5. 1.

    Was ? Keine Kommentare die die maximal Strafe fordern? Keine besorgten Bürger die sich über den Verlust von Sicherheit und Ordnung aufregen? Aber warum auch, sind ja rechte Taten.....

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