Das Berliner Hotel und Hostel Happy Go Lucky am Stuttgarter Platz in Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Fassade des Hostels ist mit bunten Mustern und dem Namen des Hostels angemalt. (Quelle: imago)
Video: Abendschau | 28.08.2017 | Sabrina N'Diaye | Bild: imago

Fassade muss überstrichen werden - Happy Go Lucky-Hostel bittet um Unterstützung

Im Streit um die bunt angemalte Fassade des Happy Go Lucky Hostels in Berlin-Charlottenburg sucht der Hostel-Besitzer nun Unterstützer. Damit wehrt er sich gegen die Aufforderung des Bezirks, seine aufwendig gestaltete Fassade zu überstreichen.

Auf seiner Webseite hat er eine Umfrage gestartet. Die Mehrheit der Abstimmenden spricht sich dabei für den Erhalt der Fassade aus. Ein User kommentiert beispielsweise: "Ich habe diese Fassade und viele andere kürzlich auf einem Trip nach Berlin gesehen. Eine Stadt, die ich wegen ihrer kulturellen Vielfalt liebe. Ein Kunstwerk grau zu übermalen, sendet keine gute Nachricht an die Menschen Berlins und der Welt. Habt ein Herz, habt einen Sinn für Humor! Lasst Kunst leben!"

Bezirksstadtrat sieht illegale Werbung

Der Bezirk hat das Hostel dazu aufgefordert die Fassade zu überstreichen. Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD) sieht in dem Schriftzug keine Kunst, sondern illegale Werbung für die Unterkunft. "Häuserfassaden sind aber keine öffentlichen Werbeflächen", sagte Schulte in der vergangenen Woche. Zudem kritisierte er, dass der Inhaber sein Vorhaben nicht vorher mit dem Bezirk abgesprochen habe. Das Bezirksamt hatte den Eigentümer schon 2016 dazu aufgefordert, den Schriftzug "Happy Go Lucky Hearts" zu entfernen. Zwar versuchten Bezirk und Eigentümer zwischenzeitlich sich auf ein Kompromiss zu einigen - u.a. ging es um eine "sachgerechte Pflege" des Anstrichs - dieser scheiterte aber. 

Das Bezirksamt verlangt vom Hostel-Besitzer deshalb die gesamte Fassade zu überstreichen. Der Hostel-Besitzer hat dagegen Einspruch eingelegt.

Der irische Künstler Dom Brown hatte die Fassade mit Smileys, Herzen und dem Schriftzug mit dem Namen des Hostels verziert. Der Stil der Fassade orientiert sich - wie auch Kunstwerke im Inneren des Hostels - am "Burning Man"-Festival [Webseite] in den USA.

Kommentar

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Antwort auf [Steffen ] vom 29.08.2017 um 07:18
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19 Kommentare

  1. 17.

    Gibt auch wichtigeres

  2. 16.

    Berlin behauptet bunt zu sein, womit die vielen unterschiedlichen Nationalitäten gemeint sind. Warum können dann nicht auch die Häuser bunt sein? Ausserdem ist es Kunst und kein Geschmiere! Wahrscheinlich denkt der Senat, dass sich die neuen solventen Bewohner rund um den Stutti durch die bunte Fassade gestört fühlen. Der Senat hätte eigentlich wichtigeres zu tun, wie zu verhindern KEINE Bäume abholzen zu lassen, um TEURE Townhouses in die Innenhöfe in Charlottenburg zu bauen. Aber in dem Fall sind sie immer auf der Seite der Investoren und nicht der GRÜNEN Bäume.

  3. 15.

    Besonders i.d.Amtsstuben werden Gesetze gerne auch schon mal nach gut dünken bearbeitet. Da i.vollwaise bin u.als Kind nur eine Aktennummer war weiß i.genau wie Beamte u.deren Sachbearbeiter vorgehen tun. Tut mir leid wenn man Sie wegen solch pillepalle malträtiert.

  4. 14.

    Bei der Ausnahmegenehmigung für meine Rikscha bemängelte der Sachbearbeiter die Schreibweise auf der Versichrungspolice: "Rykscha". Damit wollte er mir keine Genehmigung erteilen und forderte eine Berichtigung dieser Police auf die richtige Schreibweise "Rikscha". Zitat: " Ich weiß nicht wie mein Vorgänger gearbeitet hat. Ich arbeite korrekt. In der Ausfertigung steht jetzt weder noch, sondern VELOTAXI. Hahaha...

    Ja es stimmt. Gesetze sollten FÜR den Bürger und nicht GEGEN ihn da sein. Mach einer nuchts diese sie eben gerne um sich wichtig zu machen oder was auch immer zu kompensieren. Tauschen?

  5. 13.

    Alles in einem Farbton ist doch so schön und vor allem effizient !
    Nur ein Eimer und ein Pinsel für die ganze Stadt !!!
    Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD) ist eben sehr vorausschauend.

  6. 12.

    Einstein sagte einmal: "Der Staat ist für den Bürger da".
    Mancher Verantwortlicher sollte sich mal selbst hinterfragen für wen er eigentlich "arbeitet".

  7. 10.

    Übrigens

    Die Degewo hat in Marzahn Ihre "Werbung" ebenfalls auf die Hausfassaden mit Farbe streichen lassen.

    Und viele andere große Unternehmen handhaben das ebenso.

    Ist das jetzt auch illegal?

  8. 9.

    Nach der Logik von Schulte müssten dann alle Hotels Ihre Schriftzüge mit dem Namen des Hotels abmontieren.
    Ich gehe deshalb davon aus, dass die Motivationen von Schulte ganz andere sind.
    Hier soll wohl eher ein Hotelbetreiber wirtschaftlich geschädigt werden, damit dann ein "Investor" zuschlagen kann.

    Schulte hat sich ja auch bei Oynhausen über alle Vereinbarungen und laut Kleingartensparten-Webseite auch über einen Bürgerentscheid hinweggesetzt.

  9. 8.

    "Auf dem Gelände der Kleingartenkolonie Oeynhausen in Wilmersdorf will ein Investor 700 Wohnungen bauen. Die Kleingärtner haben den Verdacht, dass der Bezirk gemeinsame Sache mit dem Investor macht – und zeigten den Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD) wegen Aktenunterdrückung an. Wie der rbb erfuhr, hat die Staatsanwaltschaft jetzt ein Ermittlungsverfahren gegen Schulte eingeleitet."
    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2014/05/Staatsanwaltschaft-Oeynhausen-Schulte.html

    Da es mir das Handeln des Herrn Marc Schulte völlig unverständlich ist - dort ist nämlich keine Werbung zu sehen, wollte ich mal wissen, mit wem der so unter einer Decke steckt.

    Und siehe da - es ist nicht das erste Mal dass da bei diesem Zugezogenen aus den Altbundesländern was im Busche ist.

    Fortsetzung im Teil 2:

  10. 7.

    Kann man sich da nicht einigen? Denn Kunst ist es ja schon, Werbung aber auch. Vielleicht für die Fassadenwerbung nachträglich eine Genehmigung einholen? Oder nur den Schriftzug überstreichen? Oder man macht es einfach auf die agressive Spießer-Tour: unter Polizeischutz überstreichen lassen und einen Haftbefehl gegen den Künstler ausstellen... andere Farben als Ocker sind mit Zuchthaus und verschärfter Zwangsarbeit zu bestrafen! BERLIN BLEIBT GRAU!

  11. 6.

    Wenn ein Stadtrat keine anderen Sorgen hat ist das traurig. Dann sollte er sich mal um die Häuser kümmern die
    so triste und dreckige Fassaden haben dass einem Angst und Bange wird.
    Herr Wowereit war doch immer der Meinung Berlin sei "sexy".

  12. 5.

    Da i.früher im Malerbetrieben tätig war weiß ich das es normal usus ist Gebäude i.Berlin mit Pastelltönen meistens Ockerton,Grünton oder in Grauton zu gestalten.So halten sich die meisten Hausbesitzer auch daran.Ob dies aber auch eine Amtliche Vorgabe ist entzieht sich meiner Kenntnis.Da es aber auch Häuser mit dunklen Farbtönen gibt o.wie so häufig schön bunt gestaltete sehe i.dieses schöne Haus als gelungen an.Schon gar nicht als Schmierfilm.Dieser passiert ganz woanders.Wo?
    Na dann lassen Sie sich mal was richtiges einfallen.Mir fällt prompt was ein.

  13. 4.

    Im Artikel heißt es, wegen illegaler Werbung.
    Vielleicht geht's hier einfach nur darum, dass irgend ein Amt nicht kassieren kann, weil es nur Farbe und kein Aufbau ist?

  14. 3.

    Schmierfilm wollen nun auch noch fùr ihre Untaten berühmt werden. Sie gehören wegen Sachbeschädigung eingesperrt.

  15. 2.

    Das dieses Haus sich wohltuend v.der Gleichmacherei an Farbanstrichen unterscheidet u.obendrein noch echt cool aussieht finde i.einfach toll. Marc Schulte sollte sich echt mal wichtigeren Themen zuwenden.

  16. 1.

    Warum nur muss hier in Deutschland alles so in Spießigkeit
    ersticken? Berlin will hip sein und Weltstadt aber bei einer Fassade die nicht in das Muster passt, nein das geht nun wirklich nicht. Armes Berlin hast du keine anderen Sorgen?

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