Ein Mops läuft am 19.08.2017 auf dem 8. Internationalen Mopstreffen in Berlin gemeinsam mit seinem Besitzer während eines Mopsrennens um die beste Zeit. (Quelle: dpa/Gregor Fischer)
Bild: dpa/Gregor Fischer

Mopstreffen in Berlin-Lichtenrade - Mit Mops-Geschwindigkeit & "Neulandrind/Karotten" zum Sieg

Es wurde geschnüffelt, gebalgt und gesprintet: Hunderte Möpse samt Herrchen und Frauchen haben sich am Samstag beim 8. Internationalen Mopstreffen in Berlin Lichtenrade versammelt. Highlight: das Mops-Wettrennen. Doping: erlaubt. Von Tom Garus

Constanze Neumann wittert ihre Chance. Noch steht die Konkurrenz vor dem Geländeeingang des Vereins Jugend und Hund e.V. Berlin, also will sie die Gelegenheit nutzen und noch einmal üben. Sie packt ihren pechschwarzen Mops Carlo am Bauch und trägt den achtmonatigen Rüden zur Startlinie der 50 Meter langen Laufbahn. "Schließlich wollen wir hier gewinnen", sagt sie und lacht.

Für viele Möpse - vor allem für deren Besitzer - ist das Mops-Wettrennen das Highlight auf dem Internationalen Mopstreffen in Berlin-Lichtenrade. Einige der insgesamt 70 angemeldeten Möpse haben im Vorfeld für ihren Lauf trainiert. Auch am Wettkampftag selbst wird nichts dem Zufall überlassen. Veranstalter und Mops-Züchter Thomas Zupan kennt mittlerweile alle Kniffe der schnellsten Tiere: "Der Trick ist, ungefähr die halbe Strecke schon vorzulaufen, bevor der Mops loslegt und dann zu warten, bis das Startsignal ertönt. Der Trick ist es dann, ins Ziel vorzulaufen, so dass der Mops hinterher muss." Die Möpse laufen die Strecke nämlich einzeln und nacheinander. Gäbe es einen Massenstart, würde das wohl zu einer Massenkarambolage führen.

Berliner Mopstreffen (Quelle: rbb / T. Garus)
rbb / T. Garus

Frozen Joghurt für Möpse

Abseits der Laufbahn füllt sich der Platz indes rasend schnell. Kleine Möpse, gedrungene Möpse, gescheckte Möpse, Möpse, die mit Lachsöl gepflegt wurden – alle verbindet sie eines: Sie werden von ihren Herrchen und Frauchen innig geliebt. Besonders am kleinen Planschbecken entlädt sich die Euphorie, kaum ein Besucher, dem kein "Oh, wie süß!" entfährt.

Den Tieren fehlt es in diesem Mops-Paradies an nichts. Kulinarischer Höhepunkt auf diesem 8. Internationalen Mopstreffen ist wohl der Frozen Joghurt, hergestellt speziell für Hunde in den Geschmacksrichtungen "Neulandrind/Karotten" und "Lachs/Karotten". Aber auch modisch sollen Mops und Herrchen verführt werden: Neben dem Stand eines Tierbestatters, der eigens Mops-Urnen mitgebracht hat, können Frauchen und Herrchen Mops-Halsketten mit Edelsteinen oder Rosenquarz kaufen. Für 59 Euro können sie zukünftig im Partner-Look Gassi gehen.

Auf einer 50-Meter-Strecke treten die markanten Hunde einzeln gegeneinander an. (Quelle: rbb/Tom Garus)
Die Mops-Rennstrecke ist 50 Meter lang. | Bild: rbb/Tom Garus

Nicht jeder Mops für das Rennen gemacht

Von der anderen Seite des Mopstreffens hört man Thomas Zupans Stimme über die Lautsprecher scheppern. Er ist in seinem Element. Von einer Leiter aus kommentiert der 60-Jährige jeden einzelnen Mops-Lauf. "Nächstes Jahr mähen wir den Rasen noch kürzer, damit die Möpse weniger Widerstand haben." Gelächter. Herr Zupan hat das Publikum und die Lacher auf seiner Seite, denn nicht selten läuft ein Mops versehentlich in die falsche Richtung oder macht mitten auf der Strecke eine kleine Pause.

Grund zur guten Laune hat der Organisator: Die Wetterbedingungen für das Wettrennen sind optimal. "Keine große Überraschung", kommentiert Zupan, denn "wir haben ja den da oben sowieso auf unserer Seite, seitdem Loriot bei ihm ist." Loriot war einer der prominentesten Mops-Fans seiner Zeit. Doch dass das Wetter richtig zum Problem werden kann, erlebten er und die Teilnehmer vor zwei Jahren. Bei heißen 36 Grad musste der 60-jährige seine Wettkampf-Möpse vor dem Kreislaufkollaps warnen, denn je nach Züchtung fiel den Möpsen die Atmung schwer. Sogar die Tierschutz-Organisation PETA kritisierte sein Mopsrennen und veranlasste ihn dazu, noch vorsichtiger zu sein. 

Ein Mops erfrischt sich während des 8. Internationalen Mopstreffens in Berlin in einem Wassertrog. (Quelle: rbb/Tom Garus)
Die Wetterbedingungen für das Rennen sind in diesem Jahr optimal. | Bild: rbb/Tom Garus

Sieg in Mops-Geschwindigkeit

Für Constanze Neumann und ihren Mops Carlo ist das Rennen am späten Nachmittag gelaufen. Der achtmonatige Rüde konnte nicht so liefern, wie alle gehofft hatten. "Er war wohl noch etwas geschafft von den Läufen der vergangenen Tage", konstatiert die Berlinerin.

Am Ende macht das aber nichts – die Stimmung ist auch so gut und harmonisch. Und das Mopsrennen hat sowieso, wie in den vergangenen Jahren, die Hündin und Top-Favoritin Emma aus Berlin für sich entschieden. In 5,66 Sekunden flitzte sie die 50 Meter lange Rennstrecke entlang ins Ziel.

Sendung: Abendschau, 19.08.2017, 19:30 Uhr

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