Ein Notarztwagen der Berliner Feuerwehr (M), der an einem Unfall auf der Kreuzung Friedrichstraße Ecke Mohrenstraße in Berlin-Mitte beteiligt war (Quelle: dpa/Christina Peters)
Video: rbb AKTUELL | 16.08.2017 | Bild: dpa/Christina Peters

Friedrichstraße in Berlin-Mitte - Frau stirbt nach Unfall mit Rettungswagen

Auf einer beliebten Einkaufsmeile in Berlin-Mitte ist es zu einem tragischen Unfall gekommen. Ein Notarztwagen prallte mit einem Pkw zusammen. Dabei wurde eine Passantin von dem Wagen erfasst und erlag in der Klinik ihren schweren Verletzungen.

Beim Zusammenstoß eines Notarztwagens mit einem Auto ist eine 62 Jahre alte Fußgängerin am Mittwoch in Berlin-Mitte ums Leben gekommen. Durch die Kollision mit dem Einsatzfahrzeug war
das andere Auto gegen eine Verkehrsinsel geschleudert worden, wo die Frau erfasst und zwischen dem Auto und dem Geländer eines U-Bahneingangs eingeklemmt wurde, wie die Polizei mitteilte. Die Frau starb wenig später im Krankenhaus.

Wie die Berliner Feuerwehr dem rbb mitteilte, handelt es sich bei der Frau um eine Touristin, die mit ihrem Mann an der Kreuzung gestanden hatte.

Notarztwagen mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs

Der Notarztwagen war zuvor mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn unterwegs gewesen und bei roter Ampel in die Kreuzung Friedrichstraße/Ecke Mohrenstraße hineingefahren. Dort kam es zu dem Zusammenstoß mit dem Wagen eines 67-Jährigen.

Wie es zur Karambolage der beiden Fahrzeuge kam, war zunächst unklar. "Besonders wegen der tragischen Folgen wird unser Verkehrsermittlungsdienst sehr gründlich den genauen Unfallhergang prüfen", teilte die Polizei mit.

Der 56 Jahre alte Mann des Opfers, der unmittelbar neben seiner Frau gestanden hatte, blieb ebenso unverletzt wie der 67-Jährige sowie der 26 Jahre alte Fahrer des Einsatzwagens. Die Friedrichstraße war wegen des Unfalls zwischen Taubenstraße und Kronenstraße für mehrere Stunden gesperrt.

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16 Kommentare

  1. 16.

    Dem muss ich voll und ganz zustimmen: Immer wieder sehe ich, wie Autofahrer es versäumen den Rettungswagen aus dem Weg zu gehen bzw. anderen Fahrzeugen an den Rand der Straßen zu folgen. Es erschließt sich mir einfach nicht, wie man derart Denkfaul auf der Straße sein kann, wenn es doch um Leben (!) geht.

  2. 15.

    Ich stand auch auch auf Friedrichstr. in einem geparkten PKW, als der Rettungswagen mit - meiner Meinung nach - viel zu hoher Geschwindigkeit an uns vorbeifuhr. Habe noch zu meinem Freund gesagt, der Fahrer sei verrückt, hier so schnell durch die Str. zu fahren. Sekunden später knallte es dann... schrecklich und unfassbar... Meine Gedanken sind noch immer bei der Familie der getöteten Frau... Man kann durch diese Str. einfach nicht rasen, muss an jeder Kreuzung schauen!!!! Sinnlos!!!! Es macht mich immer noch wütend und traurig!!!!!

  3. 14.

    Trotz Martinshorn und Blaulicht darf sowohl die Polizei als auch die Feuerwehr nur mit äußerster Vorsicht bei Rot in eine Kreuzung einfahren. Auf den Fotos ist klar zu erkennen, dass der PKW im seitlichen Heckbereich getroffen wurde. Dies in Kombination mit der offensichtlichen Wucht, mit der der PKW getroffen wurde, spricht doch sehr stark dafür, dass hier nicht mit äußerster Vorsicht in die Kreuzung eingefahren wurde. Man stelle sich vor, der PKW wäre ein Fahrrad gewesen. Die entsprechende Kreuzung ist von eng stehenden Häusern und viel Trubel umgeben. Man kann nicht per sen davon ausgehen, dass jeder Verkehrsteilnehmer, das Blaulicht sieht bzw. das Martinshorn hört. Und selbst, wenn man es hört, ist es des öfteren nicht einfach festzustellen von wo es kommt. Also bitte liebe Fahrer von Einsatzfahrzeugen, fahrt vorsichtig in Kreuzungen ein! Wir werden versuchen, euch Platz zu machen!

  4. 13.

    Vielen Dank für die Information. Der Blick in die Praxis woanders kann ja eigentlich nur helfen, nicht immer nur im eigenen Saft zu schmoren.

    Der Gebrauch des Martinshorns wird hierzulande offenbar verschieden gebraucht. Selber finde ich das gar nicht mal schlecht so angesichts der horrenden Lautstärke, die die Signale mittlerweile entfalten. Dies deswegen, damit auch die letzte auf den Straßen sich befindende mobile Disco Notiz davon nimmt. Eine Aufrüstung der Lautstärken sozusagen.

    Der immense Lautstärke des Martinshorns ist offenbar Grund, dass es in engen Wohnstraße nicht eingeschaltet wird, weil sich der Schall an den Wänden bricht und vermutlich nicht mehr identifizierbar ist, woher der Wagen kommt.

    Was ich persönlich als Bürger als Schluss daraus ziehe:
    Die Einsatzbedingungen bspw. von London wären mal mit denen von Berlin in einen Kontext zu setzen. Schaffen mehr Signale mehr Sicherheit? Oder geht von weniger eingeschalteten Signale Unsicherheit aus?

  5. 12.

    Es ist zu beobachten, dass Feuerwehr-Fahrzeuge in Berlin oft lediglich mit Blaulicht fahren/rasen und das Martinshorn erst anmachen, wenn die Ampel rot ist oder es verkehrsbedingt gar nicht mehr weitergeht. In solchen Fällen machen solche Fahrzeuge in London das Martinshorn aus, in Berlin brüllt das Martinshorn mit 110 dB weiter und nötigt Autofahrer auf Gehwege/Radwege auszuweichen oder über rote Ampeln zu fahren.
    Wenn sich in Großbritannien Fahrzeuge mit Sonderrechten bewegen, ist IMMER Blaulicht UND Martinshorn eingeschaltet. Auch am Sonntagmorgen, wenn die Straßen verlassen sind. Müssen sie im dichten Verkehr stehen bleiben, wird das Martinshorn ausgeschaltet. Bei Youtube gibt es einige Videos aus Londoner Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen, die zeigen, wie man es als Fahrer im Feuerwehr- und Rettungsdienst richtig macht.

  6. 11.

    Egal weshalb dies passierte: mein Bedauern gilt der Gestorbenen, ihrem Ehemann und mein Respekt den Feuerwehrmitarbeitern und allen anderen, die für Sicherheit und Ordnung hier sorgen und immer Gefahr laufen, durch Aggression oder Unachtsamkeit in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

    Alles andere hier geschriebene ist nichts als Vermutung und gefährliches Halb- oder gar Unwissen.

    In diesem Sinne: immer Aufmerksam und umsichtig bleiben.

  7. 10.

    "Das Imponiergehabe oder wie es genannt wurde mag es geben, wird durch ältere Kollegen schnell unterbunden."

    Das glaube ich Ihnen gern und nichts anderes kündet von der weiteren Erfahrung älterer Kollegen. Mir geht es nicht um Pauschalisierungen, sondern schlichtweg darum, dass jeder Berufsstand - ausnahmslos und auch der meinige - zu spezifischen Verhaltensweisen neigt, sowohl in dieser als auch in jener Richtung. Schlichtweg Anfälligkeiten, um es mal so auszudrücken.

    Ein Teil von Menschen bei der Bundeswehr ist uniform-vernarrt, gleich auch, welche es ist, darauf hat Ursula von der Leyen hingewiesen, vielleicht nicht mit den richtigen Worten, doch das Thema ist wichtig, zu benennen. Ein Teil von Menschen bei der Feuerwehr ist fasziniert davon, sich mit Blaulicht und Martinshorn jeden Weg zu bahnen.

    Ältere können dem begegnen, doch eben nicht mit 100%.

  8. 9.

    "Es ist erstaunlich, mit welcher Expertise hier kommentiert wird. Zufälligerweise habe ich den Unfall von meinem Bürofenster aus erleben müssen."

    Expertise nicht, nur eine logische Überlegung aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten.
    Schade, dass Sie ihr Erlebnis nur an-, nicht aber ausgeführt haben. So auf diese Weise kann sich kein Mensch ein Bild machen.

    Oder sollte es Ihrerseits nur ein simples Gegenreden sein? Das wäre in der Tat schade...

  9. 8.

    Sorry, aber Krankenwagen, die einfach so mit Martinshorn durch die Stadt pirschen entsprechen nicht meiner Erfahrung. Als Radfahrer hat man i.d.R. einen recht guten Überblick und hört die Strassengeräusche auch sehr direkt (zumindest sofern man ohne Musik auf den Ohren unterwegs ist) Meine Erfahrung ist, dass Karnkenwagen gerade vor Kreuzungen und insbes. in der Innenstadt abbremsen und zum Blaulicht immer das Martinshorn kommt.
    Leider sehe ich auch die Ignoranz vieler Verkehrsteilnehmer, egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger.

  10. 7.

    Die Nutzung der Sonderrechte nur einfach so, wie hier einige meinen bzw denken, ist wohl ein Vorurteil. Denn wir sind hier nicht auf dem flachen Land wo man mal mit Sonderrechten fährt. Auf Grund der hohen Alarmzahlen braucht man nicht noch Profilierungen oder ähnliches.
    Und teilweise ist das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer nicht immer hilfreich.

  11. 6.

    schwer zu sagen, was genau passiert ist. evtl. einfach mal das ergebnis der untersuchung aubwarten. polizei hat ja schon gesagt, dass dies sehr genau untersucht würde. grundsätzlich gebe ich meinem vorredner recht: habe auch das gefühl, dass feuerwehr gern ordentlich rast und auch dann blaulicht und martinshorn anmacht, wenn man einfach mal nur schnell über ne rote ampel will...aber eigentlich tut das hier gerade nichts zur sache. es ist einfach nur schlimm, wie viele menschen im berliner straßenverkehr jahr für jahr sterben und es werden nicht weniger, weil die stadt aus allen nähten platzt und r2g nichts für die infrastruktur leistet.

  12. 5.

    Das Imponiergehabe oder wie es genannt wurde mag es geben, wird durch ältere Kollegen schnell unterbunden. Fehler entstehen auch bei extrem hoher Belastung und das ist bei Personalmangel dank des Sparwahn des Senats immer möglich. Man beachte doch nur den rasanten Anstieg der Alarmzahlen

  13. 4.

    Es ist erstaunlich, mit welcher Expertise hier kommentiert wird. Zufälligerweise habe ich den Unfall von meinem Bürofenster aus erleben müssen.

    Wenn hier von Imponiergehabe und Allmachtsfantasien bei Rettungswagen generell die Rede ist, lieber Helmut Krüger, weiss ich nicht worauf sich diese Aussage stützt. Waren Sie vor Ort? Haben Sie irgendeine sachdienliche Aussage zum Unfall zu machen? Wenn ja, dann melden Sie sich bitte bei der nächsten Dienststelle. Falls nicht, denken Sie über Imponiergehabe an der PC-Tastatur nach. Hier starb heute eine Frau. Das gebe ich auch den anderen Foristen zu bedenken, die die Situation scheinbar auch live miterlebt haben.

  14. 3.

    Das ist nicht schlafen sondern einfach Ignoranz und Desinteresse.

  15. 2.

    Wenn es so war, wie hier beschrieben, dann ist der Notarztwagen eindeutig zu schnell gefahren. Denn auch das Martinshorn setzt physikalische Gegebenheiten nicht außer Kraft. Wenn der Wagen angemessen gefahren wäre, wäre er so gefahren, dass noch ein Spielraum zum Bremsen dagewesen wäre.

    MIt Verlaub und bei aller grundsätzlich hoher Achtung der Feuerwehr gegenüber: Mir scheint der Zusammenstoß auch Folge eines teilweisen Imponiergehabes und von Allmachtsfantasien zu sein. Was ich da so manchmal mitbekomme bei frisch ausgebildeten Feuerkräften, bestätigt mich in meiner Auffassung. Da gilt es, gegenzusteuern, dass die sich nicht selbst und andere gefährden.

  16. 1.

    Da haben aber einige sehr geschlafen wenn sie das Signalhorn nicht gehört haben.

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