Rad-Logo auf einem Fahrradstreifen (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Bild: dpa/Jens Büttner

Gegen geöffnete Tür und LKW geprallt - Radfahrer stirbt bei Unfall in Berlin-Lichterfelde

In Berlin ist erneut ein Fahrradfahrer bei einem Unfall ums Leben gekommen. Der Mann war auf einem Radstreifen unterwegs, als der Fahrer eines Transporters die Tür öffnete. Damit stieg laut ADFC in Berlin die Zahl der getöteten Radfahrer 2017 auf fünf.

Ein Radfahrer ist in Berlin-Lichterfelde bei einem Unfall getötet worden. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Auslöser des Unfalls war laut Polizei eine plötzlich geöffnete Autotür.

Den Angaben zufolge hatte ein 38-Jähriger am Vormittag die Tür eines Transporters geöffnet, der in der Goerzallee in Höhe Lichterfelder Weg am rechten Fahrbahnrand parkte. Der 77 Jahre alte Radfahrer war auf dem Fahrradschutzstreifen der Goerzallee unterwegs und prallte zunächst gegen die Tür. Dann stieß er gegen einen vorbeifahrenden LKW und stürzte.

Der Radfahrer erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen und starb noch am Unfallort. Der Transporterfahrer sowie der 60-jährige Lkw-Fahrer blieben unverletzt.

Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, ADFC, stieg damit die Zahl der in diesem Jahr in Berlin getöteten Radfahrer auf fünf.  

Sendung: Inforadio, Nachrichten, 25.08.2017, 20.20 Uhr

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25 Kommentare

  1. 25.

    Mein herzliches Beileid allen Angehörigen und Freunden. Auf der Goerzalle wäre locker Platz für einen 2 (zwei) Meter breiten geschützten Radschutzstreifen. Früher fuhren die Autos zweispurig, siehe gmaps. Doch die (lokale) Politik scheint schon lange eher gegen Radfahrer ausgerichtet. Siehe die alten gefährlich gesperrten (statt reparierten) Hochbordradwege.

  2. 24.

    Verantwortung nur dann wahrzunehmen, wenn der andere sie auch wahrnimmt, wäre Aufrechnung. Vielmehr sollte m. E. jeder Mensch unabhängig vom anderen seine Verantwortung wahrnehmen. Auch wenn andere es daran missen lässt.

    Völlig klar, dass der LKW-Fahrer das höchste Maß an Verantwortung hat, einfach, weil er das größere Gefährt mit größerer Zerstörungswirkung hat. Ein nichtveranwortb. Handeln halte ich daher für schlimmer als eines bei Radfahrenden oder zu Fuß Gehenden, die andere weniger stark gefährden.

    Wird nun aber der Gedanke der Nichtverrechenbarkeit von Verantwortung hinzuzgezogen, so heißt das eben auch, dass ich selber damit rechnen muss, dass ich etwas ausgleichen muss. Wenn kein Sichtkontakt besteht, bleibe ich eben zurück. Auch wenn das als ärgerlich empfunden wird, anstatt abstrakt auf Vorfahrt zu bestehen oder sich - wie beim LKW-Fahrer - Vorfahrt zu ertrotzen kraft Masse.

    Schuld ist der LKW-Fahrer, der Radfahrer nicht ohne Verantwortung.

  3. 23.

    Dem ersten Teil stimme ich Ihnen zu.
    Ich mache aber bestimmt keine Stimmung gegen Radler an sich, radle auch gern in meiner Freizeit, sondern sehe DIE URSACHEN ganz klar. Ich fahre NIE aggressiv und lasse Radler in ihrer Dummheit oder Fahrfehler gewähren und BEOBACHTE, weil sonst bekommt man keine 220 Tage Stadtverkehr à 50km als Autofahrer in Berlin auf die Reihe...
    Übrigens im Zeitalter von ÖPNV und Überangebot von Kfz muss man dem volkswirtschaftlichen Rattenschwanz, also den Nullen unter den Einsen, nicht gesonderte Fahrterrains in den Rachen schieben, da eine STVO existiert.
    Dort ist alles geregelt. Und die verbietet, dass sich zwei Verkehrsteilnehmer in der Fahrbahn befinden bzw. rechts innerhalb einer Spur vorbeizufahren. Solange Radfahrer das nicht verstehen wollen oder in Selbstarroganz am Laster rechts mit 50km/h+ vorbeizischen, der die Türe aufmacht, dann hat nicht nur der Laster was falsch gemacht.
    Die STIMMUNGSMACHE geht vom Artikel des rbb|24 aus: Böööse Kfz.

  4. 22.

    Es stimmt was nicht, entweder sind Radwege zu nah am Kraftverkehr oder Radfahrer schaffen es nicht hinter einem Kfz zu bleiben. Man muss die Ursachen finden, und nicht auf vermeidliche "Verursacher" herumdreschen.

  5. 21.

    Danke für das Bashing, Sie müssen ja wütend sein (hehe).
    Ich habe doch geschrieben: gegenseitige Rücksichtnahme. Rücksichtnahme heißt auch nicht rechtsvorbei fahren, wenn kein Radweg vorgesehen ist und kaum Platz ist. Die Rot-Delikte sind nun mal am meisten AUCH durch Radfahrer begangen. Also noch einmal, was möchten Sie (Lotte) hier beitragen?

  6. 20.

    Warum sind Autotüren so stabil konstruiert, daß sie nicht nachgeben und Radfahrerer morden.? Besser wäre, sie wären die Sollbruchstelle. Wenn ein ERadfahrer dagegen fährt, brechen sie ab oder öffnen sich weiter bis zur 180°Lage. Dann würden solche Unfälle nicht passieren.

  7. 19.

    Genau das ist der Punkt bei dieser Person "Nico".Vielen Dank für ihren Beitrag hierzu.Meine Meinung dazu habe i.schon kundgetan.

  8. 18.

    Wieder einmal wettern Sie nur einseitig herum.Laut Ihren Kommentaren sind es die Fahrradfahrer die sich nicht an d.STVO halten tun.Nur auf dem Dorf Radfahren(?)passt zu Ihrer Gesinnung.
    Sie stehen wohl täglich auf d.Straße und können Fahrradfahrer unterscheiden ob diese einen Führerschein besitzen o.nicht.

  9. 17.

    Das stimmt natürlich - GEGENSEITIGE Rücksicht und ständige Vorsicht ist geboten. Das heißt aber nicht, dass man Radfahrer einfach auf den Gehweg oder das Dorf verbannen sollte. Sie sind wie Autofahrer oder Fußgänger ebenso Verkehrsteilnehmer, die sich genauso sicher fortbewegen und durch die Stadt kommen wollen wie jeder andere auch.

    In diesem Fall hätte eine geschützte Radverkehrsanlage an der Goerzallee wohl Leben gerettet. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass ein Radfahrer bei einem solchen Dooring-Unfall ums Leben kommt und dass, obwohl das Problem bekannt ist. Sogenannte Schutzstreifen sind viel zu nah an parkenden Autos angelegt. Es braucht auch auf der Goerzallee endlich eine sichere Infrastruktur für Radfahrer!

  10. 16.

    STVO §1
    (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
    (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

    Das betrifft natürlich alle Teilnehmer!
    Auf dem Dorf, meinte ich, sollten analphabetische Radfahrer ohne Kenntnisse der STVO (Schilder und Lichtzeichen) fahren.
    Man erkennt ob ein Radfahrer einen Führerschein hat, weil der riskiert zudem die Pappe, die Taugenichtse fahren ohne Plan in das Krankenhaus. Das geht 999. Mal gut, beim 1000. Mal ist eben "Schluss mit Lustig" und es gibt Verletzte oder Tote. Genauso sollten Radfahrer immer und jederzeit in der Lage sein zu bremsen (Verkehrsteilnehmer).

  11. 15.

    Hallo Nico, ist Ihnen eigentlich schon aufgefallen, das Ihre Ausführungen nichts mit dem konkreten Unfallereignis und dessen Ursache zu tun haben?

    Also, was soll dann so ein Postig? An die Stimmungsmache gegen Radfahrer habe ich mich zwar gewöhnt, aber hier ist sie definitiv deplaziert.

    Im Übrigen entscheiden - zum Glück - nicht Sie allein, wie der Verkehrsraum in der Stadt verteilt wird.

  12. 13.

    Es ist schon traurig wenn sich Politiker die Diäten schamlos erhöhen, anstatt Gelder in Schulen, Geh-Fahrradwegen und Altersarmut zu investieren.

  13. 12.

    Kann Ihnen da nur Zustimmen.Das Verkehrsproblem i.dieser Stadt hat Züge angenommen d.bar jeder Vernunft ist.Das gilt für beide Seiten.Autofahrer sowie Fahrradfahrer.Jeder fährt nach gut dünken u.benimmt sich als Verkehrsteilnehmer auch noch daneben wenn man darauf verweist.Wird angepöbelt u.sogar bedroht.
    Unsere Polizei ist hiermit völlig überfordert,kann nicht jeden Einzelnen ermahnen.

  14. 11.

    Als Radfahrer sollte man sich grundsätzlich keinem Experiment aussetzen.
    Erstens macht man dem motorisierten Verkehrsteilnehmern das Leben schwer, und zweitens ziehen Radfahrer sowieso den kürzeren auch bei NICHT selbst verursachten Fehlern.
    Wenn es heißt, dass der Kraftverkehr den Radfahrer mit Mindestabstand überholen soll, wieso fahren Radler im Gegenzug ganz nah rechts vorbei, und das wo ja eigentlich klar ist dass die Spur schon von einem Kraftfahrzeug "belegt" ist. Radfahrer sollten lieber auf dem Dorf fahren ODER hinter dem jeweiligen Fahrzeug halten, seitlichen Sicherheitsabstand wahren. Schieben auf dem Gehweg wäre auch eine Möglichkeit bei unübersichtlichen Situationen.
    Bei Erzwingung wird sich nie etwas ändern, den wo vorher noch kein Radler war, ist plötzlich einer, wurde aber nicht bemerkt...

  15. 10.

    Durch die zahlreichen monatelangen Berichte über aufgerissene Autotüren sowie Tote und Schwerverletzte in allen Medien dürfte doch nun jeder Verkehrsteilnehmer sensibilisiert sein. Der Straßenverkehr ist eine ernste Angelegenheit und fordert permanente Aufmerksamkeit und die Einhaltung aller Verkehrsregeln. Zum Schutz für Leib und Leben müssen die Kontrollen von Verkehrsregeln erheblich verstärkt werden.

  16. 9.

    Das ist eine gute Idee. So mache ich das auch, werde dann aber leider rechts von Radfahrern überholt, oder links, auch von Radlern und das sehr knapp, ohne Sicherheitsabstand. :-(

  17. 8.

    Und ist der 38 jahrige Transporter fahrer jetzt fastgenommen?

  18. 7.

    Traurig! Wie oft muss so etwas noch passieren? Die Radfahrer müssen endlich in den Verkehr integriert werden. Man hat immer ein ungutes Gefühl auf den Radspuren. Ich fahre immer möglichst weit links aber dann kommt einem der Autoverkehr wieder gefährlich nahe. Auch schön sind die parkenden Autos und Transporter auf der Radspur. Die Reichsstraße ist ein schönes Beispiel dafür. Alles viel zu eng.

    Auch der Sommerweg neben der Heerstraße ist teilweise nur mittig zu befahren um sicherzugehen nicht von einer Autotür abgreräumt zu werden. Aber dann geht das Hupen und das Auffahren des Autos hinter einem los. Die kleben einem fast an der Rückleuchte. Echt gefährlich. Wenn man dann mal stürzt ist Zapfenstreich.

  19. 6.

    In der Goerzallee ist überhaupt nur ein Fahrradschutzstreifen vorhanden, weil der dort existierende Radweg (!) seit Jahren nicht repariert wird.

    Anstelle eines gepflegten, normalen Radweges, der sich nahe dem Fußweg jenseits der parkenden Autos befindet, gibt es den Schutzstreifen auf der Fahrbahn, nahe den aufgerissenen Autotüren.

    Klar, wenn kein Radweg da ist, ist ein Schutzstreifen besser als nichts, aber er Schützt nicht vor dieser Art Unfall (Zu solchen Unfällen kommt es natürlich auch ohne Schutzstreifen).

    Aber wenn ein Radweg vorhanden ist, lädt man Schuld auf sich, wenn man ihn nicht instandhält/-setzt.

    Jetzt ist deswegen jemand gestorben, der vermutlich alles richtig gemacht hat beim Radeln.

    Das macht traurig und hinterlässt offene Fragen.

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