Rettungswagen (Symbolbild, Quelle: Horst Galuschka)
Bild: dpa/Horst Galuschka

Schwere Unfälle in Berlin - Mehrere Radfahrer durch geöffnete Autotüren verletzt

An gleich mehreren Orten kam es am Sonntag in Berlin zu schweren Unfällen, bei denen geöffnete Autotüren der Auslöser waren. Drei Radfahrer wurden dabei verletzt.

In Pankow prallte ein 52-Jähriger mit seinem Rad in eine Autotür und wurde schwer verletzt. "Der Mann war am Sonntagnachmittag auf der Schönhauser Straße unterwegs, als er gegen die offenstehende Tür fuhr", sagte eine Sprecherin der Polizei am Montagmorgen. Der Radfahrer fiel hin und verletzte sich so schwer, dass er im Krankenhaus behandelt wurde. Lebensgefahr bestand nicht.

In Biesdorf wurden zwei Radfahrer bei einem ähnlichen Unfall verletzt. "Der Wagen, der den Lenker rechts hat, stand auf dem Gehweg", sagte die Polizeisprecherin. Eine 31-jährige Radfahrerin sei am Sonntagabend auf der Straße Alt-Biesdorf gegen die Tür geprallt, "die eben aufgemacht worden war", so die Sprecherin weiter. Die Frau verlor das Gleichgewicht und stürzte. Sie wurde in einem Krankenhaus behandelt. Ein zweiter Radfahrer, der hinter der Frau fuhr, fiel auch hin und schlug gegen ein fahrendes Auto. Ein Arzt kümmerte sich um ihn.

Todesfall bei ähnlichem Unfall löste im Juni Debatte aus

Im Juni hatte ein von einem saudischen Diplomaten verursachter tödlicher Rad-Unfall für Wirbel gesorgt. Der 50-Jährige stand in Neukölln mit seinem Sportwagen mit Diplomatenkennzeichen im absoluten Halteverbot auf einem Radweg und riss abrupt die Tür auf. Ein 55-jähriger Radfahrer prallte gegen die Tür und starb im Krankenhaus.

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13 Kommentare

  1. 12.

    Natürlich darf man Autotüren erst öffnen, nachdem man sich vergewissert hat.

    Trotzdem passiert es in der hohen Geschwindkeit des Alltags, dass man da nicht immer dran denkt.
    Da passiert sogar Autofahrern, die auch begeisterte Radfahrer sind.

    Ich vermisse einen massiven Druck auf die Berliner Behörden, dass die endlich aufhören, Radwege im Schwenkbereich von Autotüren zu führen.
    Das ist doch eine völlig unqualifizierte Arbeitsweise, die da in der Stadtverwaltung betrieben wird.

    Hinterfragen die eigentlich mal irgendwelche Vorgaben? oder setzen die blindlings alles um?

  2. 11.

    Dann MÜSSEN Sie eben außerhalb der markierten Radspur fahren!

    Sie können doch wegen einer markierten Radspur nicht ihr Leben auf's Spiel setzen.

    In Berlin sind Radspuren wahrscheinlich überall im Schwenkbereich der Autotüren abmarkiert.

    Da sieht man, was für tolle Experten da in der Verwaltung sitzen.

    Und - bevor man sich auf das Fahrrad setzt - sollte man klarstellen, dass man nicht für Organtransplantationen zur Verfügung steht.

  3. 10.

    Nein

    Das Auto hat brav hinter ihnen zu bleiben, wenn der Platz zum überholen nicht besteht.

    Die Straßenverkehrsordung sieht keine Hierarchie des Autofahrers oberhalb des Radfahrers vor.

    Sie müssen an Ihre Sicherheit denken!

    Das heißt allerdings auch, dass ein Radfahrer eben, wenn er an Fahrzeugtüren keinen Abstand halten kann oder sich nicht traut, entsprechend langsam fährt, damit nichts schweres passiert, wenn er dann doch mal in der Fahrertür hängen bleibt.

    Das heißt, dass der Radfahrer sich überzeugen muss, ob ihm ein Auto die Vorfahr auch gewährt, denn das Auto eines Rechtsabbiegers ist stabiler als der Radfahrer.
    Viele Radfahrer verlassen sich einfach darauf dass sie Vorfahrt haben und dann schlagen die Gesetze der Physik grausam zu.

    Bei Genickbruch hilft übrigens auch kein Helm.

  4. 9.

    Es bedarf keiner Autos mit Schiebetüren, um sowas zu verhindern. Jeder, der mal Fahrschule hatte, sollte dort gelernt haben, dass man Autotüren erst öffnet, nachdem man sich vergewissert hat, dass von hinten niemand kommt. Weder Radfahrer noch andere Autos. Dass so oft solche Unfälle passieren, ist dem Umstand geschuldet, dass der Egoismus im Straßenverkehr immer mehr zunimmt und man sich häufig selbst der Nächste ist. Auch als Radfahrer sollte man genug Abstand von Autotüren halten, dann ließe sich manche Unannehmlichkeit ersparen.

  5. 8.

    @6: "Radfahrer fahren dort relativ weit rechts, um Autos vorbei zu lassen. Damit sind sie in Reichweite von Autotüren." Dann darf man sich eben keine Gedanken darum machen, ob die Autos vorbei kommen. Das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist Leben und Gesundheit.

  6. 7.

    Warum gibt es keinen politischen Willen, der anregt und immer mehr vorschreibt, dass Autos Schiebetüren statt Klapptüren haben? Es gibt doch auch schon PKW mit Schiebetüren.

    Bei dem zunehmendem Verkehr in Großstädten bedarf es doch einer technischen Lösung für das Problem. Schiebetüren an Autos sind möglich, aber warum nicht weitestgehend schon Pflicht? Busse und Straßenbahnen haben ja auch keine nach außen klappenden Türen mehr.

  7. 6.

    Dann ist die Markierung fehlerhaft oder Autos wurden falsch geparkt ;) Die Unfallgefahr durch "Dooring" ist größer als durch absichtliches Anfahren. "Nach Angaben des Leiters der UDV in Berlin, gibt es jährlich rund 3.000 Unfälle mit Radfahrern, die gegen eine unachtsam geöffnete Autotür stoßen. „Rund jeder fünfte dieser Unfälle endete mit einer schweren Verletzung für den Radfahrer.“ Das macht 600 Radfahrer im Jahr. Dabei handelt es sich zu je 40 Prozent um schwere Kopf- und Beinverletzungen. „Die meisten Unfälle mit unachtsam geöffneten Autotüren passieren in Nebenstraßen“. Das liegt daran, dass gerade in verkehrsberuhigten Zonen viele Radfahrer unterwegs sind, es aber keine Radstreifen gibt. Radfahrer fahren dort relativ weit rechts, um Autos vorbei zu lassen. Damit sind sie in Reichweite von Autotüren." https://www.lifepr.de/pressemitteilung/motor-presse-stuttgart-gmbh-co-kg-0/Tuerunfaelle-ADFC-und-Unfallforscher-fordern-Warntechnik-im-Auto/boxid/662810

  8. 5.

    Tja..ich wollte auch schon mal für meinen Sicherheitsabstand auf dem Rad sorgen, wurde dann von einem laut meckernden Autofahrer dicht überholt und ausgebremst. Da fällt mir nur StVO §1 ein...eine einseitige Schuldzuweisung ist völlig fehl am Platz.

  9. 4.

    In der Theorie sehr schön: leider befindet man sich an vielen Stellen damit bereits außerhalb der auf der Fahrbahn eingezeichneten Radspur.
    Bei 1,5 m Abstand zum Fahrbahnrand wird zumindest in derInnenstadt in der Regel zw. zwei Varianten gewählt: kuschlig dichtes Überholen mit 50 cm Abstand zum Radfahrer mit oder langgezogenem wütendem Hupen. Die Wahl trifft leider der Autofahrer, der ja nur von seinem seinem immerwährenden Recht einen Radfahrer in jeder Verkehrssituation zu überholen, gebraucht macht.

  10. 3.

    Soweit die Theorie. In der Praxis ärgern sich Autofahrer über Fahrradfahrer, die nicht dicht am Rand fahren und neigen daher zu sehr knappen Überhohlvorgängen. Auf vielen Strassen hat man also leider praktisch nur die Wahl von einem fahrenden Auto angefahren zu werden oder von einer aufgehenden Tür erwischt zu werden.

  11. 2.

    Simpler Trick gegen das "Dooring" - der holländische Griff! Einfach mit rechts die Fahrertür aufmachen. Dabei schaut man automatisch nach hinten und achtet auf mögliche Radfahrer. In den Niederlanden Teil der Fahrschulprüfung. Hier ein Erklärvideo vom Deutschlandfunk dazu: https://www.facebook.com/dlfnova/videos/1227470460630017/

  12. 1.

    Gute Besserung! Viele Radfahrende gefährden sich leider durch mangelnde Sicherheitsabstände selbst. Der Allgemeine Fahrradclub empfieht: "Eine weitere goldene Regel ist das Einhalten des Abstands. Zum rechten Fahrbahnrand sollten Radfahrer, die auf der Fahrbahn unterwegs sind, genug Platz lassen. Etwa ein Meter sollten zwischen Rad und Bürgersteig liegen. Zu parkenden Autos sollten Fahrradfahrer sogar EINEINHALB METER PLATZ lassen, empfiehlt der ADFC, um nicht mit plötzlich geöffneten Autotüren zu kollidieren. Durch den Abstand schaffen sich Radfahrer auf der Straße ihre eigene Sicherheitszone. Sie haben Platz, um auf Unvorhersehbares aus Richtung Bürgersteig zu reagieren, aber auch um auszuweichen, falls ein Pkw links zu eng vorbeifährt. Und nicht zuletzt machen sich Radfahrer auf der Fahrbahn sichtbar, denn: Sehen und gesehen werden sind im Straßenverkehr entscheidend." https://www.adfc.de/goldeneregeln/seite-3-sicherheitszonen-schaffen

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