Umgekippter Feuerwehrwagen auf der Autobahn 2, Foto: dpa/Paul Zinken
Video: Brandenburg aktuell | 06.09.2017 | Juliane Kerber | Bild: dpa/Paul Zinken

Tod während Rettungseinsatzes - Getötete Feuerwehrmänner: Sind die Hinterbliebenen versorgt?

Nach dem Tod zweier Feuerwehrmänner auf der A2 beschäftigt viele Brandenburger die Frage, ob und wie die Angehörigen abgesichert sind. Beide hinterlassen Familie, beide waren - wie die Mehrheit der Feuerwehrkräfte - ehrenamtlich tätig.

Nach dem Tod zweier Feuerwehrmänner während eines Einsatzes auf der A2 ist die Frage aufgekommen, ob Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und deren Angehörige anders abgesichert werden sollen.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) räumte am Mittwoch im rbb-Magazin Brandenburg aktuell ein, dass es hier Nachbesserungsbedarf geben könnte. "Es ist Aufgabe der politische Verantwortlichen dafür zu sorgen, dass ein auskömmliches Sicherungssystem für die Angehörigen von freiwilligen Feuerwehrleuten da ist", sagte Schröter. Er prüfe derzeit, ob die Rechtsstellung in solchen Fällen für freiwillige Feierwehrleute mit der von Berufsfeuerwehrleuten vergleichbar sei. Klar sei, dass ehrenamtliche Kräfte nicht schlechter gestellt sein dürften als hauptamtliche.

Den knapp 600 Berufsfeuerwehrleuten im Land stehen 40.000 Freiwillige entgegen. Sie führen 96 Prozent aller Einsätze aus. Allerdings sind Mitglieder einer Freiwilligen Feuerwehr und deren Angehörige finanziell schlechter abgesichert als es bei Berufsfeuerwehrleuten der Fall ist. 

Getötete hinterlassen Familien

Am frühen Dienstagmorgen waren zwei Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus Kloster Lehnin einem Einsatz auf der A2 ums Leben gekommen. Als sie versuchten, einen eingeklemmten Fahrer eines Transporter zu befreien, raste ein Lkw in die abgesperrte und beleuchtete Unfallstelle, streifte ein Polizeiauto und prallte dann gegen ein Feuerwehrfahrzeug. Der Feuerwehrwagen kippte um und begrub zwei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr unter sich. Sie hinterlassen Ehefrauen und Kinder; eine der Witwen sei im vierten Monat schwanger, hieß es.

Versicherung für die Freiwillige Feuerwehr

Grundsätzlich tritt für die Hinterbliebenen von ehrenamtlich Tätigen die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg (FUK Brandenburg) ein, denn für sie gilt die jeweilige Gemeinde gesetzlich als ihr Arbeitgeber. Zu den Leistungen gehören im Falle eines Unfalls, Verletztengeld und Verletztenrente sowie – im Falle des Todes – Hinterbliebenenrenten für die Angehörigen und Sterbegeld. Die Versorgung durch die Unfallkasse sei gut, sagt Werner-Siegwart Schippel, Präsident des Landesfeuerwehrverband Brandenburg. 2016 waren bei der FUK Brandenburg 67.700 ehrenamtliche Kräfte versichert und 341 Hauptamtliche.

Trotz dieser Absicherung hat Schippels Verband nach dem Unglück ein Spendenkonto eingerichtet. Dabei gehe es darum, Hilfe zu leisten, die unter Umständen nicht von der Versicherung abgedeckt werde, so Schippel. "Noch ist ja nicht abzusehen, mit welchen psychischen Belastungen die Familien zu kämpfen haben werden." Da könne es vielleicht auch mal helfen, das Geld zu haben, einfach mal rauszufahren. Zudem habe einer der Kameraden wohl gerade erst ein Haus gebaut. Auch da könne eine finanzielle Unterstützung helfen.

Zur Überbrückung der Zeit, bis alle Versicherungsfragen für die langfristige Unterstützung geklärt sind, hat der Verband vor Jahren außerdem einen Hilfsfonds eingerichtet, der in solchen Fällen "schnell und unbürokratisch" helfen kann.

Laut Werner-Siegwart Schippel sind Unglücke wie auf der A2 selten. Zuletzt seien 1997 zwei Feuerwehrmänner ums Leben gekommen, als bei einem Eisenbahnunfall in Elsterwerde ein mit Benzin und Dieselkraftstoff beladener Zug entgleiste und anschließend explodierte.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Sobald ein Stau auf der Autobahn entsteht, ob durch Baustelle o. Unfall ob zwei, drei oder mehr Fahrspuren in einer Richtung muss es gesetzlich fest gelegt werden das LKWs nur noch auf der rechten Spur bleiben haben und bei Teilsperrung der AB ein Verbot für ein vorbeifahren an der Unfallstelle,wiel im den meisten Fälle die dann noc freie Fahrspur kleiner ist als die breite des LKWs. bei Verstöße gegen dieses Gesetz müsste eine empfindlich hohe Geldstrafe (4 stelliger Betrag) bzw Gefängnisstrafe o Bewehrung verhängt werden. (klar es muss weh tun sonst kappiert Man(n) es nicht.) Und ja ich weis was die Fahrer u Fahrerinnen für einen Druck haben, ich bin selbst schon 40t beruflich gefahren.
    Trotzdem muss ich mir im klaren sein das ich wenn er voll beladen ist eine 40t schwere (tötliche Waffe) lenke, die nicht so schnell zum stillstand kommt wie ein PKW.

  2. 4.

    LKW's auf den Autobahnen sind leider zur Tickenden Zeitbombe geworden. Ist echt schon nicht mehr lustig was man den Fahrerinnen/Fahrern alles so abverlangt an Zeitlimits,Überstunden u.abgefrackte Karosserien um nur ein paar zu nennen.Unsere Autobahnpolizei hat mehr zu tun als ununterbrochen LKW's zu Kontrollieren auf d.Beladung o.ob jemand seine Pausen auch schön einhält.

  3. 3.

    ... ich weiss nicht ob überhöhte Geschwindigkeit bei diesem tragischen Unfall eine Rolle gespielt hat, aber auf der Stadtautobahn wird das Tempolimit als Vorschlag angesehen. Wenn 60 beschildert ist komme ich mir noch bei bei 75 vor wie ein Verkehrshindernis, weil mich ausnahmslos alle überholen, einschließlich LKWs.

  4. 2.

    Zuerst möchte ich hier mein Mitgefühl für die Angehörigen aussprechen.Sie tun mir unendlich leid.All den Ehrenamtlichen u.den Vollzeitbeschäftigten sei mitgeteilt: Sie alle gehen für uns bis an Ihre Leistungsgrenze u.noch weiter.
    Ich beziehe nur eine Kl.Bescheidene Rente bin aber gerne bereit meinen Beitrag zu entrichten.

  5. 1.

    Hoffentlich dauert die Bearbeitung nicht zigJahre sondern geht schnell über die Bühne.

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