Symbolbild: Berliner Mitglieder der Rockergruppe "Hells Angels" auf ihren Motorrädern, aufgenommen in Berlin im Juli 2011. (Quelle: dpa/Steinberg)
Bild: dpa/Steinberg

Pressekonferenz der Hells Angels - Höllenengel demonstrieren für geflügelten Totenkopf

Weil sie ihre Abzeichen und Kutten nicht mehr tragen dürfen, planen die Hells Angels am Samstag eine motorisierte Demo. Außerdem wollen sie vor Gericht ziehen und beriefen daher am Mittwoch eine Pressekonferenz ein. Scharfe Kritik kommt von der Berliner SPD.

Kein geflügelter Totenkopf mehr auf den Kutten: Gegen das Verbot, ihre Vereinsabzeichen in der Öffentlichkeit zu tragen, will der Rockerclub Hells Angels am Samstag in Berlin demonstrieren. Standesgemäß wollen die Höllenengel auf ihren Bikes von Biesdorf im Osten Berlins zum Alexanderplatz und wieder zurück fahren. Angemeldet sind 100 Teilnehmer - allerdings rechnet die Rockergruppe, deren Mitglieder immer wieder durch Straftaten auffallen, mit einer noch höheren Teilnehmerzahl.

Laut einem seit dem Frühjahr geltenden Gesetz, dem sogenannten "Colour-Verbot", dürfen die Hells Angels und sieben weitere Motorradgangs ihre Vereinsabzeichen wie den geflügelten Totenkopf nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen. Grund für die Regelung war, dass Vereinigungen wie die Hells Angels einen "Deckmantel für vielfältige Formen der schweren und organisierten Kriminalität" bieten können.

Rocker wollen vor Verfassungsgericht ziehen

Nach Angaben des Innenministeriums gilt das Verbot für insgesamt 48 sogenannte "Chapter" (Ortsgruppen) von Rockergruppen wie den Bandidos, Red Devils oder Chicanos. Das Verbot, Vereinsabzeichen zu tragen, gilt für alle Mitglieder von Motorradclubs, sobald einzelne Chapter des Clubs verboten sind.

André Sommer, Präsident der Berliner Hells Angels MC Nomads, sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, die Rockervereine gingen auch juristisch in Karlsruhe gegen das Verbot vor. Gemeinsam habe man sich mit Rechtsanwälten und Professoren getroffen, um eine entsprechende Verfassungsbeschwerde vorzubereiten. Ein Rechtsgutachten werde erarbeitet. "Wir werden das Gesetz auf jeden Fall kippen", sagte er. Laut dem Hells-Angels-Sprecher Rudolf "Django" Triller werde man, sollte eine Beschwerde vor dem Verfassungsgericht keinen Erfolg haben, auf europäischer Ebene klagen.

Demo sei "ein Witz der Geschichte"

Der Berliner SPD-Innenpolitiker Tom Schreiber kritisierte die für Samstag geplante Demonstration. "Es ist ein Witz der Geschichte, dass gerade diejenigen, die sich als Outlaws bezeichnen, nun ihr Demonstrationsrecht ausüben wollen", sagte Schreiber. Die Hells Angels seien "teilweise Schwerstkriminelle, die vor Mord- und Totschlag nicht zurückschrecken" würden. "Sie sind eine massive Gefahr für unsere Demokratie."  

Nach Einschätzung der Polizei sind die Hells Angels vor allem im Rauschgifthandel, in der Schutzgelderpressung und der Zuhälterei aktiv. Seit Ende 2014 sind zehn Mitglieder der Gruppe des Mordes angeklagt. In einem Prozess vor dem Berliner Landgericht werden sie beschuldigt, im Januar 2014 in einem Berliner Wettbüro einen 26-Jährigen erschossen zu haben.

Sendung: Abendschau, 06.09.2017, 19:30 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Möchte hier etwas deutlich klarstellen. Mein Kommentar bezieht sich auf ein Erlebnis aus den 70er Jahren u.soll hier keinesfalls d.HA grundsätzlich ins schlechte Licht rücken.Das es sich aber NUR um eine"friedliche Gruppe"von Bikern handelt wie abgebildet wage ich zu bezweifeln.Den letzten Absatz Ihres Kommentars stimme ich voll zu.

  2. 2.

    Die Abbildung zeigt keinen echten HA - das sind ein paar Glatzköpfige mit Migrationshintergrund - das hat lange nichts mehr mit MC-Kultur zu tun - ein echter MC pflegt Freundschaften, ist eine Familie füreinander, feiert friedlich, besucht befreundete Clubs und organisiert Ausfahrten.
    Sicher kein Ponyhof, aber friedlich - HAMC und BMC, nebst einigen anderen schwarz-weissen Clubs haben damit nichts mehr zu tun - ebenso wissen die wenigsten, warum sich der HAMC gründete, aber das nur am Rande.
    Rivaltiäten, Feindschaften, Übernahmen anderer Clubs, Drogen, Frauen, Waffen - widerlich.....

    Es gibt noch Clubs, die als MC Kultur pflegen, aber die sind in der Minderheit - keep it rollin brothers, peaceful and with respect.

  3. 1.

    Als ich 1975 in San Francisco lebte da habe ich eine Demo( mit Abstand )der Hell Angels auf ihren Bikes an der Haight Street erlebt und da ging die Post ab mit der hiesigen Polizei.Die im übrigen zu unserer Polizei sehr rigoros vorging,kein Pardon kannte.Die Biker sich schnell wieder verzogen um Verhaftungen zu entgehen.

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