Ein Mann geht am 06.09.2017 in Berlin zum U-Bahnhof auf dem Alexanderplatz (Quelle: dpa/ Paul Zinken)
Video: Abendschau | 09.09.2017 | Sabrina N'Diaye | Bild: dpa

Zwei Gruppen gehen aufeinander los - Sechs Verletzte bei Messerstecherei auf dem Alexanderplatz

Politik und Polizei diskutieren seit Langem, wie das "Sicherheitsgefühl" am Berliner Alexanderplatz verstärkt werden kann. Wie unsicher es auf dem bekannten Platz sein kann, zeigt der jüngste Fall in der Nacht zu Samstag.

Auf dem Berliner Alexanderplatz ist es mal wieder zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen. Zwei größere Gruppen gingen in der Nacht zu Samstag mit Messern und einer Flasche aufeinander los, wie die Polizei mitteilte.

Sechs Menschen wurden dabei verletzt, darunter auch ein wohl unbeteiligter 13-jähriger Junge. Ein 18-Jähriger musste nach einer Stichverletzung am Rücken notoperiert werden. Er befand sich jedoch am Samstag außer Lebensgefahr.

Polizei nimmt acht Tatverdächtige fest

Nach Angaben der Polizei kam es gegen 0.30 Uhr zwischen einer zehnköpfigen und einer 20-köpfigen Gruppe nach Mitternacht zunächst zu einer Schlägerei, bei der dann auch Messer gezückt wurden.

Vier Männer erlitten Schnitt- und Stichverletzungen an Händen und Oberkörper, die ambulant behandelt wurden. Auch der 13-Jährige, der der Polizei zufolge "vermutlich zufällig zwischen die Fronten geraten war", wurde leicht verletzt und ambulant versorgt.

Die Gründe für die Auseinandersetzung waren zunächst unklar. Die Polizei nahm insgesamt acht Tatverdächtige fest. Bei einem 23-Jährigen und einem 15-Jährigen wurden Messer gefunden. Sie wurden ebenso wie sechs weitere Beschuldigte im Alter zwischen 16 und 27 Jahren an ein Fachkommissariat überstellt. Die Verdächtigen sollten am Samstag vernommen werden.

Mehr Videoüberwachung am Alex geplant

Auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte gibt es regelmäßig Schlägereien, Überfälle und Diebstähle. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei dort mehr als 7.800 Straftaten, von denen allerdings der größere Teil Taschen- und Ladendiebstähle waren.

In diesem Jahr sanken die Zahlen etwas. Bis zum Dezember soll auf dem bekannten Platz eine Polizeiwache stehen, in der Berliner Polizei und die Bundespolizei rund um die Uhr präsent sein sollen. Am Donnerstag erfolgte für die Wache ein symbolischer Spatenstich. Außerdem ist geplant, die Videoüberwachung am Alexanderplatz und weiteren kriminalitätsbelasteten Orten in Berlin schrittweise mit mobilen Videowagen auszubauen.

Kommentar

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25 Kommentare

  1. 25.

    Bei Ihnen und mir gibt es noch viel für die ÖR-Medien zu tun. ... Warum ?! ... Wir Beide haben noch keinen "Mut zur Lücke".

  2. 23.

    >> hätten wir mehr videoüberwachung dann wäre das nicht passiert << ... reine Spekulation.
    Jedoch gäbe es konkretere Infos bzgl. Tatverlauf. ... Ist nicht ALLES, aber besser als NICHTS.

  3. 22.

    Hä, was soll jetzt hier die DDRß Weil der Alex in Ostberlin liegt? Das "Innerlich-stramm-stehen" bezieht sich auf wen? Auf die Messerstecher? Waren das alte, in der DDR erzogene Ossis? Davon stand aber auch nichts in der Meldung. Meinen Sie, dass das die Stasi war? Also alles Rentner? Und wieso ist der Alex eine "quasi national befreite Zone"? Treibt dort der NSU sein Unwesen? Fragen über Fragen. Zeitgenossen gibt es - sassa, sassa.

  4. 21.

    Art 5 GG: "Eine Zensur findet nicht statt." Nein, nur Selbstzensur. Da brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn den Medien keiner mehr glaubt und die wildesten Spekulationen blühen.

  5. 20.

    Nein, davon steht wirklich nichts im Artikel. Ich wohne im Norden der Republik. Der NDR versucht, solche Vorkommnisse gar nicht zu berichten. Wenn das nicht möglich ist, da von anderen Medien zu viel durchsickert, wird extrem sparsam berichtet (es gibt ja den Pressekodex). Man gewöhnt sich daran, solche Meldungen im Kopf selbst zu ergänzen. P.S. - ist denn über die Beteiligten mal wieder nichts weiter bekannt, als das es sich um "Männer" handelt?

  6. 18.

    Und wieder die üblichen Verdächtigen. Und wieder die üblich verdächtigen Relativierungen. Es ist zum Kotzen, wie sich Berlin verändert hat. Aber ja, richtig, die Videoüberwachung ist das eigentlich böse Problem *ironieaus*

  7. 17.

    In gewisser Weise mischt sich da wohl Gegensätzliches:
    Die autoritäre Erziehung wie zu DDR-Zeiten - Motto: innerlich stramm stehen, keinen Widerspruch dulden, was dann faktisch als Verrat an der Sache daherkommt - und jener "Laissez-faire-Haltung", derzufolge alles egal ist und alle nur ihren Spaß haben wollen.

    Erstgenanntes fügt dem Menschen Gewalt zu, weil ehrliche Gefühle eingezwängt werden und sich alsbald entladen, Zweitgenanntes ist gleichfalls unehrlich, weil es unreflektiert ist und nur vom Tagesgeschehen durchtrieben ist. Die DDR hat Vieles unterm Deckel gehalten, was sich dann zu anderen Anlässen entladen hat. in den USA kann jeder jedem eine langen, soweit der andere auch die Möglichkeit hat, das Seinige zu tun, ohne dass jemand davon Notiz nimmt. Eingeschritten wird nur, wenn einer dabei drauf geht oder wenn einer betroffen ist, der körperlich eingeschränkt ist. Das ist dann nicht mehr fair play.

    Am Alex mischt sich Beides.

  8. 16.

    Genau wie in Potsdam, wo zur Zeit 1989/90 der Ausländeranteil erschreckende 0,1 % aufwies - dank des inhaltsleeren Internationalismus der DDR -, war es im Ostteil Berlins nicht wesentlich anders. Allenfalls gab es da noch einige Exil-Chilenen in Köpenick und Reste vietnamesischer Vertragsarbeiter.

    Weshalb jetzt auf einmal alle, die zwischen Kreuzberg und Wedding mit der U 8 fahren, auf dem Alex aussteigen sollen und ausgerechnet in dieser fast national befreiten Zone Ramba-Zamba machen sollen, erschließt sich mir nicht so ganz. Es ist ein buntes Völkchen aus Hiesigen und dem aller Nationen und das ist für denjenigen sichtbar, der frühmorgens zur Arbeit fährt. Auch am Wochenende. Wie ich. Und der die bald Einschlafenden und die früh Aufgewachten im gleichen Waggon sitzen sieht.

  9. 15.

    ich vermute mal stark , dass Ihre Fragen ironisch-sarkastisch oder nur witzig gemeint sind . Sollte meine Vermutung widererwarten nicht zutreffen :
    Messer wegnehmen ? in jedem Supermarkt kann man sich damit erneut beliebig bewaffnen, und " für die Krankenhauskosten aufkommen? "" womit u. wovon denn ? oder glauben Sie, dass dort irgendjemand eine Haftpflichtversicherung mit Bezug auf Messerattacken abgeschlossen hat ?

  10. 14.

    zur Herkunft der " Gruppen " informieren ausländische Medien, danach solch es sich um Iraker, Syrer u. Afghanen handeln

    Kameraüberwachung kann für die poliz. Ermittlungen schon sehr hilfreich sein, den Opfern hilft es natürlich nicht, außer der schwachen Genugtuung, dass der/die Täter gefaßt wurden. ( und in der Regel kurz danach wieder freigelassen werden ) Bei 7.800 Straftaten , das sind täglich fast 22 Straftaten , irre !! aber die Polizei rüstet auf : " die Wache ist ja nur mit drei Beamten besetzt. Das ist mehr eine Anzeigenaufnahme als alles andere. Es sind in dem Sinne keine Einsatzkräfte, die auf dem Alexanderplatz selbst Präsenz zeigen, sondern die bemannen halt die Wache. " das wird aber abschrecken ?

  11. 13.

    Leider ist wohl die Erziehung von den Großeltern bis zu den Enkeln fehlgeschlagen.Das Resultat ist man ja recht eindeutlich.
    Ich plädiere auch weiterhin für ein gerechtes,hartes Vorgehen dieser Straftäter u.mehr Polizeipräsents.

  12. 12.

    das waren bestimmt Nazis oder Afd Anhänger, die rennen ja immer mit Messern herum ..

    Willkommen in Berlin, arm aber todesgefährlich

    der Alexanderplatz im Jahr 2016 --- 7820 Straftaten

  13. 10.

    Ich plädiere für ordentliche Erziehung...und zwar von den Großeltern bis hin zu den Enkeln. Da muss ja irgendwas schief gelaufen sein, wenn man sich wie ein wilde Horde Affen benimmt und so tut, als müsste man mitten in Berlin ums nackte Überleben kämpfen.

  14. 8.

    Geht's noch? Messer wegnehmen u.was hat die Religionsausübung damit zu tun? Das sind Kriminelle Banden die geschnappt u.vor einen Richter gestellt,bestraft werden müssen.Ich plädiere weiterhin für mehr Polizei bes.an solch neuralgischen Punkten.

  15. 7.

    Ein 13 Jähriger um 0.30 Uhr gerät zu fällig zwischen die Fronten ????!!!!!
    Was macht ein minderjähriges Kind um diese Zeit dort ??

  16. 6.

    Was nützt den Opfern eine Kameraüberwachung wenn sie hinterher Tot sind. Tolle Wurst! Es muß mehr POlizeibeamte zu Fuß geben. Das ist alles! Aber das bringt ja kein Geld in die Kasse sondern nur Kosten. Sicherheit kostet nunmal,dafür zahlen wir alle Steuern! Und wenn das Volk sich unsicher fühlt und mehr Beamte auf den Strassen sehen will, hat das in meinen Augen auch zu geschehen. Die BVG hat doch gezeigt wie man es nicht machen sollte. Kein Personal mehr auf den U-Bahnhöfen hat dazu geführt das die übergriffe auf Gesundheit und Leben der Fahrgäste enorm zugelegt haben. Was nützt mir als Toter oder Schwerbehinderter das die Täter gefasst wurden -- nichts! Es darf erst garnicht geschehen!!!!
    Und ein Menschlicher Beobachter der Agiert ist abschreckung vorbeugung zugleich. Als Täter setze ich mir eine Mütze auf und drehe mich weg von den gut sichtbaren Kameras und die Chance das mich einer erwischt ist sehr gering. Mehr Personal auf den Strassen und Bahnhöfen und gut ist!!!

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