ARCHIV - Polizisten einer Spezialeinheit gehen auf ein Grundstück eines vermutlichen Reichsbürgers (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Bild: dpa-Zentralbild

Razzia in Berlin und Brandenburg - Polizei findet Schusswaffen bei mutmaßlichem "Reichsbürger"

Diverse Schusswaffen, Tausende Schuss Munition und Werkzeug zum Umbau von Waffen: Das hat die Polizei bei der Durchsuchung von Wohnungen und einem Geschäft in Berlin und Brandenburg gefunden. Drei Personen wurden festgenommen.

Die Polizei hat in Berlin und Brandenburg einen mutmaßlichen "Reichsbürger" sowie drei weitere Männer wegen illegalen Waffenhandels vorübergehend festgenommen. Das wurde am Donnerstag bekannt.

Die Beamten hatten demnach am Mittwochmorgen ein Geschäft in der Motzstraße in Berlin-Schöneberg sowie vier Wohnungen in Berlin und Wandlitz durchsucht. An den Razzien waren Spezialeinsatzkräfte beteiligt. Die Beamten stellten mehrere scharfe Schusswaffen, mehrere tausend Schuss Munition verschiedener Kaliber sowie Werkzeug zum Umbau von Waffen sicher.

Deko-Waffen umgebaut

Dem 53-jährigen "Reichsbürger" und den weiteren Beschuldigten im Alter zwischen 36 und 73 Jahren wird vorgeworfen, Dekorationswaffen zu scharfen Schusswaffen umgebaut und mit diesen sowie mit vollautomatischen Maschinenpistolen und Munition gehandelt zu haben. Die Männer wurden vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt.

"Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik als Staat nicht an und wehren sich teilweise gewaltsam gegen amtliche Vollstreckungen. Sie gehen davon aus, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 noch existiert. Ein Teil der Szene vertritt nach Behördenangaben rechtsextremistische Positionen. Deutschlandweit zählten laut Bundesamt für Verfassungsschutz 2016 etwa zehntausend Menschen zur Szene der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter.

Sendung: Abendschau, 14.09.2017, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

10 Kommentare

  1. 9.

    Der rbb ist wahrscheinlich davon ausgegangen, dass auch der letzte Leser inzwischen begriffen hat, dass für eine Inhaftierung ein dringender, wenn nicht gar begründeter Tatverdacht vorliegen und der feste Wohnort fehlen muss.

  2. 8.

    Entschuldigen Sie bitte, aber der rbb handelt hier vollkommen seriös, wenn er "mutmaßlich" schreibt. "Mutmaßlich" erhalten in sämtlichen Berichten diejenigen Verdächtigen, die einer Tat - und jetzt kommt's - beschuldigt werden. Sie wurden noch nicht rechtskräftig verurteilt. Erst mit der Verurteilung ist so jemand ein tatsächlicher Krimineller, ein Verbrecher.

    Paragrafenreiter, Korinthenkacker? Zumindest hier nicht. Schuldig ist, wer so genannt wird, ja? Blödsinn! Denn in einem Rechtsstaat entscheidet nicht irgendwer, wer zu verhaften und einer Gerichtsbarkeit zuzuführen ist. Was Sie hier propagieren reicht von Vigilantismus bis Lynchjustiz.

    Da könnte ich mich auch gemäß meiner persönlichen politischen Einstellung als Gegendemonstrant gegenüber irgendwelcher demonstrierenden Nazis aufstellen und die Polizei auffordern: "Verhaften Sie die, da sind bestimmt Kriminelle darunter." Rechtsstaat sieht anders aus.

  3. 6.

    Ein seriöser Bericht hätte nicht nur dargestellt, "die Männer wurden vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt" sondern auch hinzugefügt, weshalb das so war. Oder reicht es dem rbb aus, einfach nur Stimmung zu machen?

  4. 5.

    Unglaublich, das ist dann ja wohl mal wieder eine Spitzenleistung der Berliner/Brandenburger Polizei und Justiz: Waffenhandel in erheblichem Ausmaß, gestellt wurde dabei ein "Reichsbürger", d.h. jemand mit offen gelebtem Realitätsverlust. UND DANN DARF SO EINER FREI HERUMLAUFEN? Ich fasse es nicht.

  5. 4.

    Paula, ich stimme Ihnen zu! Je mehr diese unsinnigen sogenannten "Reichbürger" mediale Aufmerksamkeit erlangen, desto mehr werden diese so sie wirklich vorhanden sein sollten, in ihrem sinnlosen Handeln bestärkt. Unschön finde ich immer Formulierungen der Art "mutmaßlich". Da ist a priori das Hintertürchen eingebaut. Dabei ist es ganz einfach: Das deutsche Waffenrecht definiert klar und deutlich, was geht und was eben nicht. Wer demzufolge gegen genau dieses verstösst ist ein Krimineller und gehört deshalb vor ein Gericht. Dabei vollkommen sekundär, welche wie auch immer geartete politisch Auffassung der Täter vertreten sollte. Wenn zum G20 Gipfel Chaoten Steine auf Polizisten werfen, dann ist es auch egal, aus welcher politischen Ecke die Steinewerfer kommen. Wer Steine auf Polizisten wirft, der ist ein Krimineller und gehört ebenfalls vor ein Gericht.

  6. 3.

    Erstaunlich! "sowie mit vollautomatischen Maschinenpistolen und Munition gehandelt zu haben. Die Männer wurden vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt." Bei ggf. zu erwartenden Haftstrafen von bis zu 10 Jahren!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenpistole#Deutschland
    @rbb Wieso nicht Untersuchungshaft?!

  7. 2.

    Hallo Paula,

    wir haben "Reichsbürger" in Anführungszeichen gesetzt. Wir berichten darüber, weil wir ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit sehen.

    Viele Grüße!

  8. 1.

    Bietet man denen nicht eine Bühne, indem man erklärt was Reichsbürger sind. Es gibt in der BRD Russlanddeutsche, Deutsch-Türken etc etc. aber keine Reichsbürger. Wer sagt, dass es sie gibt, billigt ihnen auch einen Status zu. Das ist falsch. Es würde doch genügen, die Straftatbestände zu werten und diese selbsternannten als das bezeichnen, was sie sind. nämlich Gesetzesbrecher und für jedes vergehen dieser Leute gibt es im Strafgesetzbuch den entsprechenden Paragrafen. Man hat Schusswaffen und Munition bei Leuten gefunden, die nicht dazu berechtigt sind, fertig. Ich könnte ja auch behaupten, ich bin Neandertal-Bürger und schon ist meine Existenz als solcher gegeben - oder?

Das könnte Sie auch interessieren