Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Bild: dpa-Zentralbild

Durchsuchungen in mehreren Bundesländern - Betrugsverdacht: Polizei durchsucht Klinik in Potsdam

Sechs Apotheker und Ärzte stehen im Verdacht, mit Abrechnungsbetrug bei teuren Medikamenten eine Krankenkasse um Millionen Euro geschädigt zu haben. Deshalb durchsuchten Polizisten bundesweit Räume - unter anderem in einer Potsdamer Klinik.

Wegen des Verdachts auf Betrug mit hochpreisigen Medikamenten sind am Dienstag bei einer bundesweiten Razzia auch Räume in Berlin und Brandenburg durchsucht worden. Das sagte der Sprecher der federführenden Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange, am Dienstag rbb|24.

Dazu gehörten das städtische Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam sowie Wohnungen, Apotheken und pharmazeutische Labore in Berlin. Bundesweit seien 28 Objekte durchsucht worden - auch in Hamburg, Rostock und im nordrhein-westfälischen Hennef. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung über die Razzia berichtet.

Vorwürfe gegen sechs Apotheker und Mediziner

Es bestehe der Vorwurf, dass eine Krankenkasse möglicherweise bei der Abrechnung um mehrere Millionen Euro geschädigt worden sei, so Lange. Details zum Vorgehen wollte er nicht nennen.

Nach Angaben von Lange richten sich die Vorwürfe gegen sechs Apotheker und Mediziner. Patienten kamen demnach nicht zu Schaden. 130 Polizisten waren im Einsatz und beschlagnahmten betriebliche Unterlagen wie Akten, aber auch Computer und CDs. Zudem wurden den Angaben zufolge Zeugen befragt. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang, sagte Lange. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen Haftstrafen bis zu zehn Jahren.

Mit Informationen von Knut Müller, radioBerlin 88,8

Sendung: radioBerlin, 05.09.2017, 16:00 Uhr

 

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Wenn es so ist wie immer, dann wird ein Riesenwind gemacht, vielleicht Geschäftsführer und Chefärzte in den Knast gesteckt und nach vier Jahren werden die Ermittlungen eingestellt, weil nun wirklich nichts gefunden werden konnte. Natürlich steht das nicht in der Zeitung und wenn, dann ganz klein.

  2. 1.

    Da drohen bis zu zehn Jahren Haft aber nur wenn der Richter mitspielt.
    Ansonsten droht nur der erhobene Zeigefinger wie so oft.
    Es gibt halt immer wieder Leute die den Hals nicht genug voll kriegen und meistens die, die schon genug Geld verdienen.

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