Projektteilnehmer Joaquín Santuber (links) und Tassilo Boßmann (rechts) präsentieren am 9.7.2017 ein Tor, das den Eingang zu der Badestelle in Treptow markieren soll (Quelle: Handout HPI/inter3)
Bild: inter3

Konzept für Insel der Jugend - Früher Tanzen im Schwarzlicht - künftig Planschen in der Spree?

Baden in der Spree ist verboten - wer's trotzdem tut, muss Strafe zahlen. Doch die Berliner sind gewohnt, in jedes Gewässer zu hüpfen und begehren gegen das Spree-Verbot regelmäßig auf - wie jetzt in Treptow.

Studenten des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben gemeinsam mit Forschern ein Konzept für eine Badestelle an der Berliner Spree entworfen. An der Insel der Jugend in Treptow soll demnach ein Schwimmplatz mit"größerer Badelandschaft" entstehen.

Die Badestelle soll ein Sonnendeck bekommen, dazu ein Kinderschwimmbecken und einen Spielplatz. Highlight: "Eine absenkbare Plattform soll Badegästen (...) das Schwimmen ermöglichen, ohne den Boden des Flusses betreten zu müssen", heißt es in dem Konzept.

Vorschläge für Spreebad seit den 90ern

Bislang ist das Baden in der Berliner Spree verboten. Zum einen handelt es sich um eine Bundeswasserstraße - außerdem hat das Wasser keine ausreichende Badequalität. Wer von der Wasserschutzpolizei erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern belegt werden.

Dennoch gibt es immer wieder Vorschläge für Badestellen an der Spree. So kämpft der Verein Flussbad Berlin e.V. bereits seit den 90er Jahren dafür, einen 835 Meter langen Abschnitt des Flusses entlang der Museumsinsel zum ständigen Badegewässer zu machen, zwischen oberen Ende der Fischerinsel und südlichen Spitze des Bode-Museums.

Senat unterstützt Idee für Bad in Treptow

Die rot-rot-grüne Regierung hat inzwischen signalisiert, dass sie dem Baden in der Spree offen gegenüber steht. "Sie will das Baden in der Spree ermöglichen und unterstützt die Realisierung entsprechender Projekte wie das Flussbad Berlin und eine Badestelle an der Insel der Jugend", heißt es im Koalitionsvertrag.

Ob das jetzt vorgestellte Konzept für die Insel der Jugend eingerichtet wird, ist noch völlig unklar. Trotzdem haben die Teilnehmer des Badestellen-Projekts schon einmal mit der Umsetzung angefangen: Sie fertigten ein etwa drei Meter hohes "Tor zur Spree", dass sie am europäischen Flussbadetag am 9. Juli präsentierten. Dieses, so hieß es, könne man später eventuell "mit aktuellen Daten zur Wasserqualität zu verknüpfen". Denn wichtiges Kriterium für das Konzept war laut Hasso-Plattner-Institut neben Sicherheit und Familienfreundlichkeit die Ökologie.

Konkret stammen die Vorschläge von Studierenden der Potsdamer School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut (HPI), der sozial-ökologischen Forschungsplattform GETIDOS an der Universität Greifswald und dem Projekt "Flusshygiene" beim Kompetenzzentrum Wasser Berlin.

Auf der Insel der Jugend gab es vor dem Mauerfall im Sommer immer wieder Konzert. Ab 1984 hatte der Jugendclub "Insel" dort sein Zuhause. Die Ostberliner Jugend kam gern und oft in den Club mit schwarz gestrichenen Wänden und tanzte im Schwarzlicht.  

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