Symbolbild: Ein Wildschein steht mit Frischlingen vor einem Maisfeld (Quelle: imago/Nature in Stock)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.09.2017 | Florian Ludwig | Bild: imago/Nature in Stock

Wildschweinjagd im Maisfeld - Erntezeit ist Abschusszeit

Wildschweine lieben Mais und tummeln sich gerne in den Feldern. Zur Erntezeit sind daher dort neben Bauern auch Jäger unterwegs. In diesem Jahr geht es allerdings nicht nur darum, den Bestand zu dezimieren. Florian Ludwig war auf einer Pirsch in Züllsdorf dabei.

Die Maisernte ist in Südbrandenburg fast durch. Auch in diesem Jahr haben sich die Bauern in dieser Zeit wieder mit den Jägern zusammengetan und jagen während der Ernte Wildschweine. Zum einen um die Population einzudämmen, zum anderen aber in diesem Jahr auch als Vorsichtsmaßnahme: Nachdem sich die Schweinepest in Tschechien seit Juni ausgebreitet hat, wächst in Deutschland seither die Sorge vor einer erstmaligen Einschleppung der Tierseuche. Damit sie gar nicht erst nach Brandenburg kommt, arbeiten Landwirte und Jäger zusammen.

Vor dem Maisfeld wartet der Jäger

Dass bei der Maisernte auch Schwarzwild gejagt wird, ist für Dorsten Höhne nichts Neues. Seit seiner Kindheit kennt der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Elbe-Elster die Ernte nicht anders. Im Frühherbst sammeln sich die Wildschweine in den Maisfeldern, weil sie dort Schutz und natürlich auch genug Futter finden. Wenn aber ein 340 PS starker Maishäcksler durch das Feld pflügt, wird es ungemütlich. Der Wechsel in ein anderes Feld oder in den Wald ist aber schwierig - die Schweine werden nämlich schon von den Jägern erwartet, erklärt Dorsten Höhne. Und genau das ist der Plan. Ganz ungefährlich ist die Jagd übrigens nicht. Bundesweit gibt es immer wieder Todesfälle bei der "Maisjagd".

Gute Zusammenarbeit wichtig

Diesmal läuft aber alles gut - zumindest fast alles. Als die ersten Schweine aus dem Restbeet kommen, verpasst der Jäger auf der anderen Feldseite seine Chance. Ein Schuss ist nicht zu hören.

Ungefähr ein Drittel des Mindestabschussplanes - etwa 20 Abschüsse - erfüllen die Jäger bei der Maisernte. In diesem Jahr wäre aber mehr auch nicht schlecht. Neben den Fressschäden, die durch zu viele Wildschweine entstehen, gibt es die Gefahr der drohenden afrikanischen Schweinepest. Dorsten Höhne legt deswegen besonders viel Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Jägern.

Jedes geschossene Tier wird gründlich untersucht

Auch die Jäger machen sich Gedanken wegen der Schweinepest, sagt Dietrich Krill, der Vorsitzende des Jagdverbandes Herzberg. Jedes geschossene Tier müsse besonders gründlich untersucht werden. Von jedem erlegten Tier werden Blutproben an das Veterinäramt geschickt. Die Gefahr, das Hausschweine angesteckt werden, ist groß.

Eine Sorge weniger hat Dorsten Höhne aber schon mal: Die Maisernte ist in diesem Jahr besonders erfolgreich. Wenn nun seine Schweine auch gesund bleiben, ist das Erntejahr gerettet.

Beitrag von Florian Ludwig

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Jaja, die tollen und tierlieben Jäger sind schon Helden...

    Lassen Wildtiere jämmerlich angeschossen verrecken, knallen ohne Sinn und Verstand Rotten auseinander, damit es nächstes Jahr noch mehr Schweine gibt, jagen alle Füchse und dann heulen die Bauern-Freunde, weil es zu viele Mäuse gibt.....
    Usw
    Die Jagd gehört verboten!

  2. 1.

    Blödsinn! Wir haben selbst vor der eigenen Haustür es miterlebt. So wurde ein Jährling nicht verfolgt, weil es nicht gleich tot war. Es verendete im Gebüsch. Es wurde zu Futter für die Maden. Erst als ich es in Facebook mit Bild veröffentlichte, kam einer dieser Jäger und verbuddelte es zuerst auf dem Acker. Weil er mich sah, grub er es wieder aus und nahm es mit. Und so etwas geschieht Deutschlandweit tausende Male! Die Jagd gehört so verboten, weil es Tierquälerei ist!

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