Symbolbild: Ein Scheinekopf aufgehängt an einem Metzgerhaken. (Quelle: imago/Chris Darco)
Audio: Marcus Groß | Studio Frankfurt | 02.10.2017 | Bild: imago/Chris Darco

Staatsschutz prüft fremdenfeindliches Motiv - Schweinekopf vor Wohnungstür syrischer Familie gefunden

Vor dem Wohnhaus einer syrischen Familie in Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) ist ein aufgespießter Schweinekopf gefunden worden. Der Staatsschutz prüft ein fremdenfeindliches Motiv. In den vergangenen zwei Jahren gab es in der Region schon fünf ähnliche Vorfälle.

In Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) ist in der Nacht zum Sonntag vor der Wohnungstür einer syrischen Familie ein aufgespießter Schweinekopf gefunden worden. Polizei-Pressesprecher Ingo Heese bestätigte den Fund am Montag und sagte gegenüber dem rbb, dass es eine Anzeige wegen Beleidigung gebe. Zudem ermittle der Staatsschutz.

Ein Besucher der Familie hatte den Schweinekopf vor der Eingangstür des Einfamilienhauses entdeckt und die Beamten alarmiert. In die Betrachtung der Gesamtumstände, so Heese, wird auch der Hintergrund einer fremdenfeindlichen Straftat einbezogen. Die meisten Muslime essen aus Glaubensgründen kein Schweinefleisch. Immer wieder kommt es vor, dass Gläubige Opfer solcher Attacken mit Schweineteilen werden. Ob die Familie in Brieskow-Finkenheerd einer Religionsgemeinschaft angehört, blieb zunächst unklar.

Ähnlicher Vorfall vor Potsdamer Al Farouk Moschee jährt sich erstmals

Ob Zufall oder nicht: Auf den Tag genau vor einem Jahr wurde in Potsdam vor der Al Farouk Moschee ein abgetrennter Schweinekopf gefunden.

Auch darüber hinaus gab es in der jüngeren Vergangenheit ähnliche Vorfälle in der Region: In Berlin hatten Unbekannte an Weihnachten 2015 einen Schweinekopf an eine Moschee in Kreuzberg geschickt, im August 2016 einen über den Zaun eines Flüchtlingswohnheims in Marzahn geworfen. Anfang Mai waren auf einem Sportplatz in Strausberg (Märkisch-Oderland) kurz vor dem Sportfest eines muslimischen Vereins auf einem Sportplatz rohe Schweinefüße an Bäume genagelt worden. Und im August dieses Jahres war in Cottbus ein abgetrenntes Ohr eines Hausschweins im Briefkasten einer syrischen Familie gefunden worden.

 

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

15 Kommentare

  1. 15.

    Sogesehen haben Sie natürlich recht und muß mich prompt an eine Begebenheit erinnern als i.mit einem muslimischen Freund am Imbisswagen stand u.wir uns eine Currywurst bestellten.Ich fragte ihm: darfst Du die überhaupt Essen? Er sagte unverblümt zu mir indem er nach oben zum blauen Himmel schaute: Allah kann nicht alles sehen.Ließ es sich dann schmecken.

  2. 14.

    Danke für die Nachfrage. ... Ich habe mich an meine Auslandsaufenthalte erinnert. Die Gastfreundschaft bestand i.d.R. in der Darbietung regionaler Erzeugnisse, speziell in China(Schlange, Ochsenfrosch) und Nordafrika(Hammel, Ziegenaugen).
    Das war nicht "mein Ding", hab' davon "genascht", plötzliches (Herz)Unwohlsein signalisiert ... denn ich wollte die überaus freundlichen Gastgeber nicht enttäuschen. ... So in etwa denk' ich mir das mit der syrischen Familie, gemäß dem Motto - wo ein Wille ist, ist auch ein Weg -.

  3. 13.

    Bei Ihrem Kommentar bekomme i.echt Appetit auf ein gutes Eisbein.Mal i.Ernst,Sie haben es doch ironisch gemeint oder?Denn sonst wäre i.enttäuscht von Ihnen.
    Über diesen"Gerd" i.Forum muß man sich gar nicht mehr wundern.Einfach nur dumm,dreist u.anmaßend.

  4. 12.

    Auch finde diese Schweinekopf-Aktion befremdlich. ... Aber hier sollte die Gemeinde die Gelegenheit beim Schopf packen und ein typisch deutsches Grillfest, also mit Bauchfleisch, Bratwurst und evtl. sogar Spanferkel, sowie Bier und Schnaps, veranstalten und die syrische Familie dazu ausdrücklich einladen, praktisch als Zeichen "hier seid ihr willkommen".

  5. 10.

    Bei Kommentaren wie dem Ihren, bleibt einem ja echt die Spucke weg. Wie kann man den dermaßen unfähig sein zu differenzieren? Von den hunderttausenden Flüchtlingen haben bitte wieviele eine Frau belästigt oder ihre Wohung angesteckt? Haben Sie sich mal mit den Zahlen von Vergewaltigungen in Deutschland auseinandergesetzt? Und wer da so die Täter sind. Erschrecken Sie sich nicht, wenn Sie erkennen das Belästigung von Frauen leider ein deutsches Massenphänomen ist...von angezündeten Flüchtlingsheimen garnet zu sprechen...
    Ich weiß ja n icht in welchen Bahnen Sie so unterwegs sind, ich habe solche Äußerungen von Flüchtlingen bisher in der Tat noch nicht gehört. Zumal es mich sehr interessieren würde wie Sie mit Ihrer Differenzierungsgabe Flüchtlinge in der Bahn von Touristen, Deutschen mit Migrationshinterung usw. überhaupt unterscheiden können.
    Und nein, so ein Schweinskopf ist NICHT harmlos. Er dient der Einschüchterung und psychologischen terrorisierung von Minderheiten.

  6. 9.

    ich hoffe sie sind genauso empört, wenn ein "Flüchtling" mal wieder seine Wohnung ansteckt, weil das Telefon kaputt war oder wenn "Flüchtlinge" Mädchen und Frauen belästigen .....

    so ein Schweinekopf ist doch wirklich harmlos .. ich höre oft in der Sbahn.. scheiss Deutsche von "Flüchtlingen" .. was sagen sie dazu ?

  7. 8.

    Ja, essen kann man den durchaus. Wird gewöhnlich zu Schweinskopfsülze verarbeitet. Eigentlich wird traditionell alles beim Schwein verwertet. Daß hier offenbar Leute meinen das nicht nötig zu haben, sondern mit Lebensmitteln dummes Zeug treiben zu müssen, zeigt, wie gut es uns geht.
    Ich denke aber auch, daß man versuchen sollte, herauszubekommen, woher die Köpfe stammen, um an die Täter zu gelangen.

  8. 7.

    Widerlich wie hier islamophobe Taten wieder von den üblichen Verdächtigen verharmlost werden. Ich hoffe, die Täter werden gefasst, vermutlich wie üblich rechte "besorgte Bürger" mit entsprechenden Vorstrafen und Kontakten zur rechtsextremen Gruppen. Das kennen wir ja leider langsam.

  9. 6.

    Statement "Gerd" >> das ist ja nun total böse <<
    Replik "rbb-24-nutzer" >> Und Sie billigen das? <<
    Mein Eindruck: "rbb-24-nutzer", Der/ Die/ Das auf den blanken Haken beißt.

  10. 5.

    "An einen Schweinekopf kommt man ganz leicht: Bestellen beim Metzger oder direkt beim Schlachthof."

    Aber dann kann man doch rausbekommen, welcher Metzger etc. einen Schweinekopf verkauft hat. Werden denn so viele davon verkauft? Was fängt man denn überhaupt mit einem Schweinekopf an???? Gibt es Leute, die so was essen? Fragen über Fragen.

  11. 4.

    Ja, es ist durchaus sehr bösartig, solche Straftaten zu begehen, denn weniger als tätliche Beleidigung ist es in keinem Fall. Angesichts der Angriffe auf Geflüchtete, ihre Unterkünfte oder Menschen, die sich für Geflüchtete einsetzen, kann man das ohne Weiteres auch als Bedrohung bzw. ihre Vortäuschung werten. Alles strafrechtlich relevant.

    Und Sie billigen das? Das sei doch "nicht so schlimm"? Auch das ist eine Straftat.

    Die Tatsache, dass es gar nicht so schwierig zu sein scheint, Körperteile eines Schweins bei einem Schlachter o.ä. zu ordern, legt noch lange nicht nahe, dass damit derartige Verbrechen begangen werden. Allein der damit verbundene Aufwand, entsprechende Teile vor Ort abzulegen, unterstreicht die kriminelle Energie dieser mit höchster Wahrscheinlichkeit Rechtsextremen.

  12. 2.

    Mich als Atheistin interessiert viel mehr, woher diese Schweinekadaver kommen. Wie kommt man eigentlich an einen Schweinekopf? Durch Verbindungen zum Schlachthof? oder durch illegale Hausschlachtung? Denkt eigentlich mal jemand darüber nach? Und wird auch in diese Richtung ermittelt?
    "In den letzten zwei Jahren gab es in der Region mindestens fünf ähnliche Vorfälle" : Heißt das, der/die Täter wurden nicht ermittelt?

  13. 1.

    das ist ja nun total böse

Das könnte Sie auch interessieren