In Lauchhammer kippte ein Baum in eine Gruppe Radfahrer - eine 75-Jährige starb. (Quelle: Steffen Rasche)
Video: Brandenburg aktuell | 12.10.2017 | Friedrich Herkt | Bild: Steffen Rasche

Erneut heftige Sturmböen in der Region - Radfahrerin vom Baum erschlagen

Auf "Xavier" folgt "Arke" und sorgt erneut für heftige Sturmböen in Berlin und Brandenburg. In Lauchhammer kippte ein Baum in eine Gruppe Radfahrer - eine 75-Jährige starb. Meteorologen warnen: Weitere bereits geschwächte Bäume könnten umfallen.

Eine Woche nach dem heftigen Sturm "Xavier" haben am Donnerstag erneut heftige Böen des Sturmtiefs "Arke" ein Todesopfer und Verletzte gefordert. Eine 75-Jährige wurde in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) von einem Baum erschlagen, den eine Windböe erfasst hatte. Die Frau gehörte zu einer Gruppe von Radlern. Auch einem 84-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 68 und 78 Jahren wurden verletzt, als der Baum umstürzte.

Zuvor hatte der Wetterdienst Meteogroup gewarnt, dass lose Äste von bereits geschädigten Bäumen herabfallen könnten. Auch könnten erneut Bäume umfallen.

In Lauchhammer kippte ein Baum in eine Gruppe Radfahrer - eine 75-Jährige starb. (Quelle: Steffen Rasche)
Hilfskräfte räumen den umgefallenen Baum in Lauchhammer weg. | Bild: Steffen Rasche

Besonders kräftige Böen gab es bereits zwischen dem Vormittag und dem späten Nachmittag. Am Donnerstagabend hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Wetterwarnungen für Berlin und Brandenburg schließlich auf.

Die stärksten Winde wurden laut DWD in Schönefeld bei Berlin mit einer Stärke von 64 Stundenkilometern gemessen, in Wiesenburg (Teltow-Fäming) waren es 66 Stundenkilometer. Das sei aber kein Vergleich mit vergangenen Donnerstag, als Stürme mit über 100 Stundenkilometer die Region im Griff hielten.

Die Aufräumarbeiten nach "Xavier" seien noch lange nicht beendet, sagte Derk Ehlert, Experte der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Besonders in den Berliner Wäldern bestehe noch immer Lebensgefahr.

Keine Entschädigung nach Sturm für Waldbesitzer

Nach dem Sturmtrief "Xavier" wird es für Brandenburger Waldbesitzer keine Entschädigung von der Landesregierung geben. Das bestätigte ein Sprecher des Umweltministeriums dem rbb. Am Mittwoch hatte das Ministerium die Zahl der beschädigten oder umgerissenen Bäume auf bis zu zwei Millionen geschätzt. Der Chef des Brandenburger Landesforstbetriebes glaubt nicht, dass es noch in diesem Jahr gelingen wird, alles wegzuräumen. Die Firmen seien ausgebucht.

Nach "Arke" kommt der goldene Oktober

Am vergangenen Donnerstag verursachte der Sturm "Xavier" schwere Schäden. Bundesweite Spitzenwerte wurden mit 122 Stundenkilometern in Brandenburg registriert. In Brandenburg sind nach ersten Schätzungen des Umweltministeriums bis zu zwei Millionen Bäume beschädigt worden. Die Schäden seien noch nicht überall beseitigt. Es wird geraten, den Wald nach wie vor zu meiden, bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind.

Das aktuelle Sturmtief "Arke" fungiere sozusagen als Weichensteller für eine Schönwetterphase, sagte Meteorologe Ronny Büttner von der Meteogroup. Wenn es abgezogen sei, werde das Wetter wärmer und schöner. Von Samstag bis einschließlich Mittwoch bringe ein Hoch warme Luft und viel Sonnenschein in die Region. Am Samstag sind laut DWD bis zu 20 Grad, am Sonntag bis zu 21 Grad möglich. Dazu gebe es am Sonntag fast den ganzen Tag Sonnenschein.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    entscheidend für die Standsicherheit von Bäumen ist nicht nur die Sturmstärke, sondern der Zustand er Wurzeln. Oft werden bei Tiefbau- oder Straßenbauarbeiten Wurzeln gekappt, ohne dass genügend auf die Standsicherheit der Bäume geachtet wird. Schaut man sich die jetzt frei liegenden Wurzeln umgekippter Bäume an, dann ist das an vielen Stellen deutlich zu erkennen.

  2. 4.

    Falsch! Den Klimawandel können wir nicht mehr verhindern, weil wir ihn schon haben. Das einzige was wir noch tun könnten ist, die Auswirkungen zu minimieren - aber das würde ein schnelles und radikales Umdenken und Handeln erfordern, wozu der Mensch ganz offensichtlich weder in der Lage ist, noch den stringenten Willen dazu hat.

  3. 3.

    Lieber Max Mustermann,
    früher war alles besser - dieser Spruch stimmte schon früher nicht.

    Auch heute werden Bäume vorsorglich gefällt. Und auch heute sind Naturkatastrophen nicht zu verhindern. Vermindern können wir nur den Klimawandel, in dessen Folge extreme Wetterlagen zunehmen.

  4. 1.

    Es gab Zeiten in unserem Land, da wurden Bäume prophylaktisch gefällt, um genau so etwas zu verhindern. Heute gibt es es so etwas leider nicht mehr.

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