Die Berliner Polizei in der Rigaer Straße (Quelle: imago/Christian Mang)
Bild: imago/Christian Mang

Verfahren binnen Minuten eingestellt - Wie ein Pups 23 Berliner Polizisten beschäftigte

Er soll vor einer Polizistin gepupst haben, daraufhin wurde Anzeige gegen Christopher S. erstattet. Vor Gericht entpuppte sich die Sache als Nullnummer - trotzdem beschäftigte der Fall knapp zwei Dutzend Polizisten, wie sich jetzt herausstellte.

Mindestens 23 Berliner Polizisten haben sich insgesamt mehr als 17 Stunden lang mit einem Pups beschäftigt. Das geht aus der Antwort des Senats - der Landesregierung von Berlin - auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg (Die Linke) hervor. Darin sind die Anzahl der Beamten und die jeweilige Bearbeitungszeit in der Angelegenheit aufgelistet.   

Anlass der Anfrage war die Anzeige eines Polizisten gegen einen Mann, der im Februar 2016 in der Nähe der Rigaer Straße vor einer Polizistin zweimal gefurzt haben soll - während seine Personalien überprüft wurden. Der Gruppenleiter wertete das als Beleidigung und zeigte den Mann an. Knapp ein Jahr später bekam der Mann einen Strafbescheid über 900 Euro, legte Widerspruch ein und musste schließlich vor Gericht erscheinen. Die Richterin stellte das Verfahren aber nach wenigen Minuten ein. Zurück blieben viele enttäuschte Prozessbesucher, die auf ein unterhaltsames "Kabarettprogramm" gehofft hatten, wie die taz damals berichtete.

Senat: "dem Angeklagten das Unrecht seiner Handlung aufzeigen"

Der Senat rechtfertigt die Verfolgung des Falls damit, dass die Geschädigte im Fall einer Einstellung privat keine Möglichkeit mehr gehabt hätte, gegen die vermeintliche Beleidigung vorzugehen. Allein schon die "konsequente Verfolgung des Vergehens und der Eindruck der Hauptverhandlung" hätten dem Angeklagten "das Unrecht seiner Handlung" aufgezeigt, schreibt der Senat in seiner Antwort.

Zuvor hatten unter anderem auch der "Tagesspiegel" und "Berliner Kurier" über den Fall berichtet.

Kommentar

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17 Kommentare

  1. 17.

    Wurden wir da nicht vorab noch in Sicherheit gewogen, als man zur offiziellen Beruhigung vollmundig verkündete:
    "Niemand hat die Absicht, einen fahren zu lassen!"
    Ich glaube, mich an einen derartigen (oder ähnlichen) Ausspruch zu erinnern.
    Skandal.

  2. 16.

    Ihr Pupser der Welt, ihr Pupser in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, daß ihr diese Stadt und diesen Pups nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!

  3. 15.

    Ich verstehe Ihre Antwort nicht.
    23 Polizisten könnten Teile des Tiergarten "säubern".
    Und für die Räumung der kriminellen-LinkenSzenen-Trutzburg in der Rigaer Straße braucht man wirklich etwas mehr.

  4. 13.

    Wach ich,oder träum ich ??? Haben die alle den Schuß nicht gehört?

  5. 12.

    23 Polizisten die fehlten, um den Tiergarten von renitenten Wohnunglosen aus Bulgarien, Polen und Rumänien u.a. zu räumen.
    Oder gar die Räumung des Hauses, das von Linkensradikalen zur Trutzburg umgebaute wurde, in der Rigaer Straße.

  6. 11.

    Ihr Pupser der Stadt, schaut Euch immer um wer hinter Euch steht !

  7. 10.

    Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen

  8. 9.

    Dieser Vorfall stinkt echt zum Himmel!

    Wie gut muss es einer Stadt gehen, wenn sie sich mit so einem Quatsch beschäftigen muss ...?

  9. 8.

    Das wäre eine EILMELDUNG wert gewesen(:-

  10. 7.

    Pupsflashmob! Morgen 22 Uhr Rigaer Ecke Liebigstraße. Freies pupsen für freie Bürger_innen!

  11. 6.

    Das passt. Der Beruf eines Polizisten ist eben nichts für zarte Seelen (und Nasen).

  12. 5.

    Konnte denn die wahre Identität der Pupse festgestellt werden, oder hatten die mehrere? Kann ein Terroranschlag mit biologischen Waffen tatsächlich ausgeschlossen werden? Was ist mit der extremen Belastung der Umwelt durch Stickoxide? Feinstaub kann man wohl ausschließen?

  13. 4.

    Hast Du gegessen und Zwiebeln im Bauch
    dann kannste gut furzen
    und Luft haste auch.
    Provinzposse.

  14. 3.

    eine Vorgang würdig zum 1. April, und damit muß sich die Justiz befassen ? der " Täter" hätte sich doch einfach auf Blähungen berufen könne, das Gegenteil wäre nicht zu beweisen .

  15. 2.

    Anstatt Größe zu zeigen, wird - im wahrsten Sinne des Wortes - jeder PUPS zur Anzeige gebracht und der Bürger bekommt die Keule des Strafrechts zu spüren. So wird sicherlich kein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Bürgern und Polizei entstehen.

  16. 1.

    1.April? Ganz im ernst, haben unsere Polizisten keine anderen Probleme? Das ist wirklich sehr peinlich.

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