Untersuchungskorridore für die Straßenbahn über die Turmstraße hinaus (Quelle: Senatsverwaltung für Verkehr)
Bild: Quelle: Senatsverwaltung für Verkehr

Bis zur Turmstraße - und dann? - Senat ruft zum Bürgerdialog für Tram-Verlängerung auf

Die Tram M10 soll im Jahr 2020 vom Hauptbahnhof bis zum U-Bahnhof Turmstraße fahren. Doch damit nicht genug: Die Senatsverwaltung für Verkehr plant schon weiter und will die Tram über die Turmstraße hinaus verlängern - und ruft jetzt zum Bürgerdialog auf.

Der Senat will aus zwei "Untersuchungskorridoren" eine "Vorzugsvariante" auswählen und auf dem Weg dahin mit Bürgern, Nutzern und weiteren Akteuren ins Gespräch kommen. "In dieser Phase können Anregungen noch recht einfach in die Planung aufgenommen werden. Damit können sich die Qualität der Planung und die Akzeptanz der Bürger*innen deutlich erhöhen."

Im Stadtentwicklungsplan ist als erstes Vorhaben eine Verlängerung der Straßenbahn vom U-Bahnhof Turmstraße bis zum Virchow-Klinikum als langfristiges Vorhaben festgehalten. Am Klinikum soll sie mit der bestehenden Tram-Infrastruktur (M13) verbunden werden. Über den Bahnhof Beusselstraße bestünde eine Verbindung zur Ringbahn.

Das zweite Vorhaben betrifft die Verlängerung von der Turmstraße zum Mierendorffplatz (U7) und einer potentiellen Weiterführung zum Bahnhof Jungfernheide - und damit zum Regional,- S- und U-Bahnverkehr.

Über mögliche Kosten wurde noch nichts bekannt. Nachdem die "Vorzugsvariante" ausgewählt ist, werden Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit untersucht.

Die Dialogveranstaltung findet am 17. Oktober um 18 Uhr in der Reformationskirche in der Beusselstraße statt. Danach können schriftliche Einwände und Hinweise bis Mitte November an die Senatsverwaltung gerichtet werden. Der Senat veröffentlicht alle Ergebnisse im Anschluss auf der eigenen Website.

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12 Kommentare

  1. 10.

    Als Anwohnerin der Dietzgenstr. in Niederschönhausen kann ich es ganz gut beurteilen, wie "sinnvoll" eine Straßenbahnstrecke, zumal ohne eigene Trasse ist. Der diesjährige Austausch der Schienen dauert von Anfang September bis Mitte Dezember (voraussichtlich), leider werden die Schienen nur teilweise gewechselt, so dass sicher in spätestens zwei Jahren die restlichen Stücke gewechselt werden. Für die Anwohner bedeutet dies kein Bus- geschweige denn Straßenbahnverkehr, auch kein Autoverkehr (Straße gesperrt), keine Parkplätze, morgend- und abendliches Verkehrschaos, weil viele aufs Auto umsteigen, der sporadische Ersatzverkehr rappelvoll usw. Eine Zumutung, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholt.
    Und selbst wenn keine Baustelle ist, ist die Straßenbahn total überfüllt und steht außerdem mit den Autos im Stau.
    Wo ist der Vorteil dieses Verkehrsmittels gegenüber einem Bus, den es ja auch in schadstoffarmen oder -freien Varianten gibt?

  2. 9.

    Sie haben vergessen: Dufte Bienen und andere scharfe Fräulein können mit ihren Pfennigabsätzen in den Rillenschienen hängenbleiben! Aber vielleicht sind Sie ja dann schnell zur Stelle und helfen den Puppen auf - wäre auch eine gute Gelegenheit, mal unauffällig nach deren Hüfthalter zu tasten.

    Wie lebt es sich denn sonst so im Jahr 1962?

  3. 8.

    Die Tram ist nicht das Problem, die ständigen Instandsetzungsarbeiten sind das Problem.
    Wenn die Bimmel erstmal da ist, ist mindestens jedes Jahr für Wochen(!) bei heutiger Schneckentempo-Arbeitsmoral die Streckenführung gesperrt inkl. Straße. Der Verschleiß der Anlagen ist das nicht genannte, jedoch riesige Problem.
    Die Leute werden das hassen.

  4. 7.

    Mit Verlaub: Das 200 km-Netz war einfach nur eine rein planerische Fantasie, dass da, wo ein Strich ist, gefälligst noch ein zweiter und dritter auf dem Plan dazugehört. MIthin die Fantasie von Fünfklässlern, die sich um weitere Folgen keine Gedanken machen müssen. Und das war eingebettet in ein Klima: 1. Geld ist sowieso da 2. Die Straße gehört a) dem Auto und b) da, wo einmal nicht mit dem Auto gefahren werden kann, müssen diejenigen, die aus dem Auto aussteigen und in das Auto einsteigen, noch ein bisschen Platz als zu Fuß Gehende geboten bekommen.

    Schauen Sie sich einfach mal solche Fantasien wie "Metropolis" oder "Die Welt in 100 Jahren" von 1912 an. Wo die Menschen seinerzeit feuchte Augen bekamen, läuft´s uns, was den Wohnwert der Stadt angeht, eiskalt wie ein Schauer über den Rücken.

  5. 6.

    "Und auf den Tramgleisen können Radfahrer prima stürzen."

    Das ist ungefähr das gleiche Argument wie dass Bäume weggehören, weil Autos dagegen fahren.
    Die Bäume sind genauso zu sehen wie Gleise der Straßenbahn. Und es liegt an den jeweiligen Verkehrsteilnehmern, mit ihrer Geschwindigkeit sich darauf einzurichten oder eben nicht. Nichts anderes ist Verantwortung und dasjenige, was Sie schreiben, leistet der Verantwortungslosigkeit Vorschub.

    Es gibt nichts Besseres für einen Straßenraum als ein Grüngleis einer Straßenbahn: Eine Zierde für den Straßenraum und zugleich doch mitbenutzt, im Zweifelsfall sogar im hohen Takt, von der Tram.

    Mit Steuergeldern sorgsam umzugehen, heißt, Straßenbahnen und nicht U-Bahnen zu bauen, wenn bedacht wird, dass die Hälfte der Kapazität mit einem Sechstel der Baukosten erreicht werden kann. Die U-Bahn ist nur dann sinnvoll, wenn die Straßenbahn auch mit einem zweieinhalb Minuten-Tekt die Kapazität nicht mehr schafft. Was nicht gegeben ist.



  6. 5.

    Ach, Dieter...
    Ewiges Wiederholen von fadenscheinigen Argumenten aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts machen dieselben nicht besser.
    Und langweilen zusehends.
    Aber wenn sie schon die Radfahrer als Argument heranziehen: Als aufmerksamer Verfolger der Tagespresse wird ihnen die Häufung der oftmals tödlichen Unfälle von Radfahrern mit LKW sicher nicht entgangen sein.
    Und nun ersetzen Sie bitte in Ihrem Beitrag einfach mal gedanklich "Straßenbahn" durch "LKW". Merken Sie was? Ich hoffe es für Sie...

  7. 4.

    Für die "AKTIVEN BÜRGER für Charlottenburg-Wilmersdorf" steht, neben einer sinnvollen Erweiterung des Straßenbahnnetzes mit einer eigenen Trasse, der U-Bahnbau im Vordergrund. Nur so kann es eine komplette Trennung der Verkehrssysteme geben und somit Platz u.a. für Fußgänger, Radfahrer und neue Verkehrssysteme.
    In einer Metropole wie Berlin sollte, wie schon von vorausschauenden Politiker vor über 100 Jahren initiiert, die U-Bahn den Takt vorgeben und dieses wurde nicht umsonst im sogenannten 200-km-Plan dokumentiert, welcher die U-Bahnplanung weit in die Zukunft vorweg nimmt.
    Hiernach soll die Linie U5 vom U-Hauptbahnhof über U-Turmstraße zum S+U-Jungfernheide und weiter zum U-Flughafen Tegel geführt werden...

  8. 3.

    Ich wäre ja für die Westverlängerung der U5. Straßenbahn ist natürlich besser als nichts, aber U-Bahn wär noch besser. Ob diese Option im "Dialog" Platz finden wird?

  9. 2.

    Tonnenschwere Ungetüme mit absurd langen Bremswegen haben in einer Stadt wie Berlin nichts verloren.
    Und auf den Tramgleisen können Radfahrer prima stürzen.

  10. 1.

    Mensch, endlich die Chance, den TXL ordentlich anzubinden! Die Tramlinie ist sicher eher fertig als der BER, insofern lohnend, auch für eine möglicherweise nie kommende Nachnutzung.

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