Aufnahme eines Laubwaldes bei Görlitz
Audio: Antenne Brandenburg | 08.11.2017 | Markus Woller | Bild: imago/Florian Gaertner/photothek.net

Landgericht Frankfurt verurteilt zwei Stalking-Opfer - Ex-Partner nackt im Wald ausgesetzt: Bewährungsstrafe

Zwei Frauen werden von ihrem Ex-Partner gestalkt, Polizei und Jusitz reagieren nicht. Daraufhin versuchen die beiden Frauen selbst, den Mann von seinen Nachstellungen abzubringen. Weil sie dabei brutal vorgingen, wurden sie jetzt verurteilt.

Zwei Frauen, die ihren gemeinsamen Ex-Partner nackt in einem Wald bei Berlin ausgesetzt haben, hat das Landgericht Frankfurt (Oder) am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Ex-Frau erhielt ein Jahr und fünf Monate auf Bewährung, die  Ex-Freundin ein Jahr auf Bewährung. Zudem müssen beide eine Geldstrafe von jeweils 2.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Die beiden 39 und 37 Jahre alten Frauen hätten sich der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung und Freiheitsberaubung schuldig gemacht, so das Urteil. Als mildernde Umstände sah das Gericht an, dass beide Frauen zuvor vom Opfer gestalkt wurden.

Frauen wollten Mann von Stalking-Aktionen abbringen

Mehrfach wurde der Mann deswegen von den beiden Frauen angezeigt, Konsequenzen hatte das aber nicht. Sie hätten sich von Polizei und Justiz allein gelassen gefühlt, schilderten die Frauen vor Gericht. "Der Vorsitzende hat ausgeführt, dass die Angeklagten keine andere Möglichkeit sahen, um den Geschädigten von diesen Stalking-Aktionen abzubringen", sagte Gerichtssprecherin Andrea Laube. "Das Motiv war nicht Rache, auch keine Selbstjustiz um den Mann zu bestrafen. Die Frauen standen unter erheblichem psychischen Druck und wollten nur erreichen, dass er sie in Ruhe lässt", sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Karkmann. "Hätte der Mann mit seinen penetranten Nachstellungen aufgehört, hätte es diese Tat nicht gegeben."

Die Frauen hätten sich von dem 44-Jährigen bedroht gefühlt und wollten ihn überzeugen, sie endlich in Ruhe zu lassen, hieß es in der Urteilsbegründung. Im März 2015 lauerten sie ihm gemeinsam mit mehreren maskierten, unbekannt gebliebenen Tätern an einem Sportplatz in Zepernick (Barnim) auf. Die Männer, deren Identität die beiden Frauen nicht verrieten, stießen den 44-Jährigen in einen Transporter, fesselten, knebelten und verprügelten ihn. Die beiden Frauen saßen vorn im Wagen. Schließlich setzten die Angreifer den Mann nackt im Wald aus und drohten ihn zu erschießen. Der mann irrte umher, bis er an einer Landstraße ein Auto anhalten konnte.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Geldstrafe] vom 08.11.2017 um 19:18
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

5 Kommentare

  1. 5.

    Liebe Paula,
    ich stimme Ihnen voll zu.Solch ein Verhalten wie Stalking,insbesonders Frauen gegenüber muß entschieden und rechtzeitig Einhalt geboten werden.Dem ist die Strafjustiz mit einem Achselzucken nachgegangen.Dann muß sich der Kerl auch nicht wundern,wenn Frau sich eben wehrt.

  2. 3.

    Was für verlogene Frauenzimmer. Wie kann das Gericht denen auch nur einen Funken Glauben schenken? Die "Begleiter", die auch die Misshandlungen und die Freiheitsberaubungen durchgeführt haben sollen konnten ja nicht ermittelt werden. Das waren irgendwelche Kobolde, die durch Wunschdenken einfach so erschienen sind, natürlich. Da die Frauen die Identitäten verheimlicht haben, muss es eigentlich zu einer Haftstrafe führen. Auch riefen sie nicht die Polizei, als sie die Misshandlungen nicht selber unterbinden konnten. Haben sie auch da Angst gehabt, dass sich die Begleiter auf einmal gegen sie wenden? Bestimmt. Die Begründung des Richters ist eine Beleidigung für jeden Rechtschaffenden und wird sicherlich zu einer Revision oder Berufung führen. Als Richter Unrecht entschuldigen, weil Unrecht zu Unrecht geführt hat. Hat der Richter jemals Recht studiert oder hat er nur Vorbereitungsbücher auswendig gelernt? Furchtbar. Achja und die nichtgestalkte zweite Frau? Lustig....

  3. 2.

    Da kann man mal sehen, wohun Verzeiflung einen treiben kann. Ich hoffe,dieser unangenehme Kerl lässt diese beiden und alle anderen Frauen in Ruhe. Wenn nicht, reagiert die Polizei hoffentlich sofort auf weitere Stalkinganzeigen.
    Was hätte den passieren müssen, dass den beiden Frauen geholfen wird und es nicht zu dieser Notwehr-Aktion hätte kommen müssen.
    Hoffentlich hat dieser Typ daraus gelernt.

  4. 1.

    Na wenn der Mann jetzt Rache nimmt und mit den Frauen das gleiche macht wie was ihm passiert ist, kommt sicherlich auch nur eine kleine Geldstrafe von jeweils 2.000 Euro bei raus. Oder wenn irgendein anderer Mann das mal mit ner Frau machen sollte. Weil alles andere wäre ja "sexistisch".

Das könnte Sie auch interessieren