ICE rast bei Rathenow in eine Rotte Wildschweine (Quelle: Kay Harzmann)
Video: Brandenburg aktuell | 15.11.2015 | Stefan Sperfeld | Bild: Kay Harzmann

400 Menschen müssen umsteigen - ICE rast bei Rathenow in eine Rotte Wildschweine

Schreck in der Abendstunde: Ein ICE stoppt bei Rathenow (Havelland) auf offener Strecke, 400 Reisende müssen in einen anderen Zug umsteigen. Der ICE hatte Wildschweine erfasst und wurde stark beschädigt.

Ein ICE der Deutschen Bahn ist am Dienstagabend im havelländischen Rathenow westlich von Berlin in eine Rotte Wildschweine gefahren. Dabei wurde mindestens ein Wildschwein getötet, der ICE 596 München-Stuttgart-Berlin wurde beschädigt. Etwa 400 Reisende mussten auf freier Strecke in einen anderen Zug wechseln.

ICE rast bei Rathenow in eine Rotte Wildschweine (Quelle: Kay Harzmann)
Ein ICE der Deutschen Bahn | Bild: Kay Harzmann

Zwei Stunden Verspätung

Wie Bahnsprecher Holger Bajhora am Mittwochmorgen dem rbb sagte, wurde der Zug durch die Kollision mit einem der Tiere so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass er nicht weiterfahren konnte. Schon kurz nach dem Unfall hatte die Bundespolizei getwittert: "Der ICE ist leider nicht mehr fahrbereit."

Die Fahrgäste wechselten daher in einen anderen Zug, der von Basel kam und auf dem Parallelgleis an der Unfallstelle vorbeifuhr. Dafür wurde die Strecke Wolfsburg-Berlin an der Stelle voll gesperrt.

Nach ihrem Umstieg kamen die Reisenden laut Bahn mit mehreren Stunden Verspätung in Berlin an. Auch andere Züge in Richtung Berlin verspäteten sich durch den Zwischenfall. Das Gleis, auf dem der Unfallzug stand, warnoch  bis etwa 4.30 Uhr gesperrt, weil ein Kabel beschädigt wurde.

Passagiere nicht verletzt

Kollisionen mit Wildtieren gebe es immer wieder, sagte Bahnsprecher Holger Bajhora. "Die Züge sind in der Regel so groß und stabil, dass für die Fahrgäste in keinem Fall eine Gefahr besteht. Aber ein beschädigter Zug kann dann unter Umständen nicht weiterfahren."

Menschen wurden nach Bahnangaben auch am Dienstagabend nicht verletzt.  

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Jetzt wurde hier die ganze Bandbreite des Begriffs des Rasens zum Thema gemacht - von der asozialen Verhaltensweise einzelner Autofahrender innerhalb geschlossener Ortschaften oder im Sinne unübersichtlicher Verkehrsverhältnisse bis hin zur normalen Schnellfahrt des ICE. Ein Gedanke, der in mir bleibt, ist hingegen folgender: Strecken höchster Geschwindigkeit - gleich, ob Auto oder Zug - sollten m. E. weitestgehend abgeriegelt werden. Auch wenn das bei einer Wildschweinhorde sicherlich nicht immer erfolgreich ist. Südlich von Nauen gibt es sogar einen auf einzelnen Radwegkarten eingezeichneten Radweg, der die ICE-Streckie kreuzt. Natürlich ist dort keine Brücke und fatalerweise auch kein Zaun. Geübte schaffen das, ihr Fahrrad über die leicht erhöht liegende ICE-Trasse zu heben.

    Dass dort kein Zaun existiert, ist mir ebensowenig verständlich, wie dass der ICE entlang von schmalen Bahnsteigen wie in Jüterbog fährt.

  2. 3.

    Immer diese Raser. Ich hoffe dem wird endlich mal ein Riegel vorgeschoben. Ich beobachte das auch täglich das hier ICE´s mit weit über 50 km/h durch den Ort rasen. Letztens hat sich sogar der Lokführer einer Regionalbahn und eines Güterzuges ein Wettrennen geliefert. Der Güterzug konnte gerade noch vor einer roten Ampel mit quietschenden Bremsen halten. Noch mal Glück gehabt. Was wäre blos passiert wenn dort Kinder auf dem Gleis gespielt hätten? Raserei gefährdet uns alle. Ich fordere schon lange ein grundsätzliches Tempolimit von 80Km/h außerhalb und 30Km/h innerhalb von Ortschaften für alle Züge. Außerdem sollten Güterzüge grundsätzlich nicht schneller als 60 Km/h fahren dürfen und nur in der zeit von 10:00 Uhr bis 16: Uhr wegen dem Lärm.

  3. 2.

    Bin ich auch schon mal mit dem Auto und das Auto war auch stark beschädigt.
    Traurig hatte mich gemacht,dass die Jungtiere hinter ihrer Mutti her sind und es so passiert ist.

  4. 1.

    Da hat der Fahrzeugführer aber Glück gehabt, dass er bei seiner Raserei mit einem ICE und nicht einem Kraftfahrzeug unterwegs gewesen ist. Denn sonst hätte der Raser nach §315d StGB belangt und das Tatfahrzeug beschlagnahmt werden können.

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