Wolf in Brandenburg (Quelle Archivbild: imago/Hohlfeld)
Audio: Antenne Brandenburg |03.11.2017 | Po-Keung Cheung | Bild: imago/Hohlfeld

Anzeige gegen dänischen Schützen - Jäger erschießt Wölfin in Brandenburg - Kripo ermittelt

Eine Wölfin ist am Donnerstag bei einer Gesellschaftsjagd nahe Potsdam erschossen worden, gegen den Schützen ermittelt jetzt die Kriminalpolizei. Die Naturschutzorganisation WWF will Strafanzeige stellen, der Jagdleiter hat es bereits getan.

Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen zu einer erschossenen Wölfin aufgenommen, die bei einer Gesellschaftsjagd nahe Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) getötet worden sein soll. Bislang wurde der dänische Jäger, der verantwortlich sein soll, noch nicht vernommen, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. Die Ermittler wollen herausfinden, warum auf das Tier geschossen wurde. Der Wolf ist in Deutschland eine streng geschützte Tierart.

Am Donnerstag war die Wölfin bei der Gesellschaftsjagd in einem Forstrevier bei Bad Belzig getötet worden. Der Jagdleiter erstattete danach laut Umweltministerium Anzeige gegen den Jäger. Der Kadaver des Tiers ist im Auftrag des Landesumweltamtes sichergestellt und verwahrt worden.

WWF will Strafanzeige stellen

In Brandenburg ist nach Angaben des Landesjagdverbands nie zuvor ein Wolf bei einer Gesellschaftsjagd erschossen worden. Vor einer Jagd würden stets Sicherheitshinweise gegeben und klargestellt, welche Tiere erlegt werden dürfen. Zudem beteiligten sich Jäger an der Beobachtung von Wölfen und meldeten es, wenn sie einen Wolf sichteten. Der Wolf ist in der Lausitz in Brandenburg und Sachsen wieder heimisch.

Die Naturschutzorganisation WWF Deutschland will Strafanzeige gegen den Jäger stellen. "Jäger haben eine große Verantwortung und müssen sich sicher sein, auf was sie gerade schießen. Es kann nicht sein, dass auf einer Gesellschaftsjagd wie dieser streng geschützte Tierarten abgeschossen werden", sagte WWF-Referent Moritz Klose.

Tierischer Schutz vorm Wolf: Esel, Alpaka, Guanako, Berghund

Konstruktiver Schutz vorm Wolf in Brandenburg (Quelle: rbb/Mark Albrecht)
rbb/Mark Albrecht

20 Wolfsrudel in Brandenburg

Seit dem Jahr 2000 sind die Wölfe in Deutschland zurück. Sie sind streng geschützt. Ihr Abschuss gilt wie bei Luchsen und Greifvögeln als Wilderei und ist strafbar. Seit 2016 können in Brandenburg jedoch Wölfe, die jede Furcht vor Menschen verloren haben und sich nicht durch Spezialzäune an Viehweiden abschrecken lassen, nach einer konkreten Einzelfallprüfung in den Landkreisen in Brandenburg legal geschossen werden.

In Deutschland leben nach Schätzungen zurzeit rund 500 bis 600 Wölfe. Sie sind vor allem in allem in der Lausitz in Brandenburg und in Sachsen wieder heimisch. Aktuell streifen mehr als 20 Wolfsrudel durch Brandenburg. Das sind schätzungsweise 200 Tiere.

Kommentar

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25 Kommentare

  1. 25.

    Dank seiner hohen Anpassungsfähigkeit ist der Wolf, anders als z.B. Großtrappe, Rebhuhn, Sumpfschildkröte oder Rotbauchunke, nicht wirklich bedroht. Wird er nicht bejagt, vermehrt er sich rasch, wie wir an den schnell zunehmenden Beständen in Brandenburg sehen können. Die angebliche Scheu vor Menschen ist nur durch die jahrhundertelange scharfe Bejagung bedingt. Wird der Wolf nicht bejagt, verliert er die Furcht, ähnlich wie wir es bei Füchsen in den Städten bereits beobachten können. Der Wolf merkt dann, dass Menschen für ihn ungefährlich und daher potentielle Beute sind. Wenn irgendwann das erste Kind von Wölfen getötet wird, ist das Geschrei groß...

  2. 24.

    Wie sie selbst erleben dürften, ist der Wolf (zum Glück) eben NICHT Geschichte. Etwas anderes zu behaupten, ist schlichtweg falsch. Nun den Abschuss und das Ende des Wolfes herbeizuunken ist ganz einfach ein bequemer und subjektiver Wunsch Derjenigen, die sich nicht mit unserer heimischen Artenvielfalt auseinandersetzen wollen oder können. Wenn ihr ein Feinbild braucht, um euren Unfrieden in die Welt hinaus zu schreien, dann lasst bitte die Tiere aus dem Spiel. Tiere haben mit den menschlichen Feindbilder rein gar nichts zu tun bis auf die Tatsache, dass sie hierfür von den Menschen mißbraucht werden. Hier sollten sich Menschen besser mit ihrer eigenen Angst auseinandersetzen und in wiefern diese tatsächlich begründet ist. Vor Wildschweinen, die sich massenhaft vermehren ist ja auch keine Angst in der Form vorhanden und diese Tiere sind mindestens genauso gefählich.

  3. 23.

    Man kann heutzutage nicht mehr so tun, als ob sich die Natur selbst regulieren könnte. Dafür hat sich der Mensch (leider) schon viel zu weit verbreitet. Wildtiere wie Wolf, Bär und Wisent laufen ständig Gefahr, dem Menschen in die Quere zu kommen. Was ich allerdings nicht gutheißen kann, sind diese kollektiven Abknallveranstaltungen, dier man hier euphemistisch mit "Gesellschaftsjagd" beschönigt. Einfach widerlich ist so etwas.

  4. 22.

    Wie auch immer dieser Schuss zustande gekommen ist, durch die Anzeige wird hoffentlich der Sachverhalt aufgeklärt. Ich habe auch ein Problem mit Jagdgesellschaften, generell mit dem Töten als Hobby. Ohne die Hobbyjäger wären weniger Waffen im Umlauf und es gäbe weniger Unfälle!

  5. 21.

    Ja - Sie finden Wölfe toll, ich finde das künstliche Revival der Wölfe überhaupt nicht toll.
    Daher sehe ich keinen Sonderstatus. Warum auch, der Wolf ist Geschichte und künstlich dem Menschen wieder aufgezwungen worden.
    Die Wilderei ist trotzdem nicht in Ordnung, aber ein anderes Thema.

  6. 20.

    Ihr Kommentar ist sachlich fundiert und erklärt wie zwiespältig und der Wolf sammt seinem Rudel betrachtet wird.Ich habe großen Respekt vor dem Polizisten des Waldes.
    Manchmal wünsche ich mir ein kräftiges Wolfsrudel im Norden Berlins mit all den Wildschweinen,die schon zur Plage werden.

  7. 19.

    Ebenfalls muss eines allgemein beachtet werden:

    Wölfe sind nützliche Tiere. Sie halten den Wald sauber und von kranken Tieren fern.

    Warum gibt es wohl in Deutschland und dessen Ballungsgebieten so viele Wildschweine? Weil man vor 300 Jahren auf den Trichter kam, schießen wir den Wolf doch ab, wir haben ja keine Teddybären mehr.

    Denn wer mal in Skandinavien war, wird lernen, dass Bär und Wolf mit Greifvögeln und Kolkraben ein gutes Gleichgewicht bilden. Das hier in Deutschland sowas nicht mehr vorhanden ist, liegt daran, dass man einfach den falschen Blick gebildet hat.

    Fakt ist, ein Wolf der zu Handzahm wird, sollte nur im absoluten Notfall geschossen werden. Erst muss man abwägen, Zoo?, Betäubung und Reservat? oder eine möglichst andere Lösung. Aber nicht gleich abschießen.

    Wer das nicht lernt und beachtet, wird sich in 100 Jahren nicht wundern müssen, dass es nur noch Monowildnis gibt.

  8. 18.

    Bevor Sie so etwas hier schreiben sollten Sie sich zwei mal überlegen.

    Klar, für den Landwirt ist das ein definitiv hoher Schaden, stimme ich zu. Da kann man Nachholbedarf dem Land Brandenburg zuschreiben, dass hier Verbesserungen eingeholt werden.

    Jedoch steht der Wolf nicht um sonst unter Schutz, er ist der Aufräumer des Waldes.
    Kurz gesagt bedeutet das, er reißt sämtliche Tiere die krank sind. Für uns ist das nicht mehr erkennbar. Weil zugepumpt mit Antibiotika welches in Tierfutter teilweise ist, erkennt man erst zuspät, wann das Nutztier krank ist.

    Deshalb sollte Jeder ein Wolfs-Riss mit zwei Seiten betrachten. Schaden für den Landwirt ja, aber man darf nicht vergessen, was für eine Pampe da im Futter ist, ich sag nur Hühnereier.

  9. 17.

    Finde es auch recht bedenklich wenn die Mehrheit von Wölfen i.Deutschland alleine i.Brandenburg festgestellt wird.Schon d.Anzahl gibt zu denken.Aber einfach so Abschießen halte i.für überzogen.Der Jäger wird mit einer geringen Strafe zu rechnen haben. Denn Tiere werden als Sache gehandhabt.Wilderei kann u.wird ihm nicht unterstellt werden.

  10. 16.

    Nun, Schafe gibt wie Sand am Meer und der Schäfer, bez. der Besitzer der gerissenen Schafe wird aus dem Landeshaushalt fürstlich entschädigt. So bekannt bei weiten höher als das Vieh Wert war.
    Alles zum Schutz des Wolfs.
    Letztlich dient der Wolf der Hygiene im Wald, die krankes Wild erlegen. Da köffnen die paar Schafe nicht ins Gewicht fallen.
    Einzig, die Arbeit, die der Schäfer hat, wenn ein Schaf geschlagen wurde, ist aufwendig. Aber, am Ende braucht sich keiner beklagen. Außer natürlich das Schaf. Stand es nicht nur dumm Rum in der Gegend? Und wofür was ist ein Schaf letztlich da? Zum essen!

    Na Lotte auch hier?

  11. 15.

    Heute wurde im Deutschlandfunk von einem Nebenerwerbslandwirt berichtet, der in den letzten drei Monaten ein Drittel seiner Herde verloren hat. Ein Wolf hat 39 seiner Schafe und zwei Ziegen gerissen. Trotz vorschriftsmäßiger Elektrozaun in vorschriftsmäßiger Höhe.
    Ich bin froh, dass mal wieder ein Wolf erschossen wurde und hoffe, dass derJäger mit einer glimpflichen Strafe davon kommt.

  12. 14.

    Wie mir bekannt ist,dürfen Hunde im Wald nicht so ohne weiteres herumstreunern.DerJagdtrieb wird dadurch ausgelöst.Kommen diese einem Jäger vor d.Flinte,darf er ihn auch Erschießen.Deshalb gilt Leinenzwang für Hunde beim Waldspaziergang.

  13. 13.

    na klar geniesst er einen sonderstatus ,er räumr auf im revier!!!
    ich verstehe die frage nicht

  14. 12.
    Antwort auf [Der, der nimmer lacht] vom 03.11.2017 um 17:26

    Wir betrachten dies nicht als Aufforderung zu einer Straftat.

  15. 11.

    "Alle Tiere auf der Welt brauchen uns nicht , aber wir sie!" - das ist doch eher andersherum, oder?
    Eine schön wärmende Stola, einen Nierengurt, ein Schlüsselanhänger.

    Wie schon einmal angemerkt, steht es noch nicht fest, wie es zu diesem Fangschuss kam.
    Weiter glaube ich, mit dem Begriff "Wilderer" sollte man, bei allen Unverständnis und engem PETA-Horizont, etwas vorsichtiger umgehen - der Schütze war Mitglied einer Jagdgemeinschaft, die sich für die Pflege und Hege des Waldes einsetzten.
    Und der Schütze?
    Der hat einen kleinen Fehler machte.

  16. 10.

    Einzelfälle von Gesetzlosen gibt es immer, das hier wird nur aufgebauscht, weil es ein Wolf war.
    Beim Hirsch hätte keiner gekräht. Oder hat der Wolf einen Sonderstatus?
    Er wurde nicht um sonst ausgerotten bzw. vertrieben, weil er in Menschengegenden nur Schaden anrichtet.
    Aber unsere Hundefreunde finden ihn toll. Egal was geschossen wird, man sollte eine Erlaubnis haben.

  17. 9.

    Sie sprechen hier von einer streng geschützten Tierart. Und Sie sprechen emotional verroht. Lassen Sie doch einfach mal den Troll beiseite, zumindest wenn es um Lebewesen geht. Oder wollen Sie hier eine Straftat öffentlich loben und fordern gar zur Nachahmung auf mit Ihrem Satz "Einer weniger ist zwar nicht viel, aber auch gut."? Dann sollte man juristisch gegen Sie vorgehen. Denn einen Wolf abzuknallen ist eine Straftat und eben nicht gut.

  18. 8.

    Der noble Waidmann geruht sein Objekt der Begierde im Normalfall mit Zielfernrohr abzuknallen. Da der erste Schuss scheinbar tödlich war, ,hatte dieser Heeger und Pfleger des Wildbestands genug Zeit, zu erkennen, was er da im Visier hatte.Ausser, dieses Musterexemplar der Menschheit war Blind, und schoss nach Gehör. Ja, es war glücklicherweise kein Mensch, aber das rechtfertigt die Mordgier aus Statussucht dieser leistungsträger nicht

  19. 7.

    Einer weniger ist zwar nicht viel, aber auch gut.

  20. 6.

    Auf wildernde Hunde darf sehrwohl geschossen werden.
    UND: Sie werden natürlich den Unterschied zwischen Hund und einem Wolf erkennen.
    Zumal bisher noch gar nicht die genauen Umstände des Fangschusses ermittelt wurden.
    Zuminsestens habe ich nur gelesen -wie Sie auch - dass ein Wolf erlegt wurde.
    Für den Dänen keine Trophäe, mit Sicherheit und essen kann man das Fleisch auch nicht.
    Ein Nierengurt spring aber bestimmt heraus.

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