Symbolbild: LKWs laden ihre Fracht in der Müllverbrennungsanlage der BSR in Berlin-Spandau ab. (Quelle: imago/Petra Schneider)
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Restaurant in Berlin unter Verdacht - Glücksspiel mit radioaktiven Spielkarten aufgeflogen

Da strahlen die Betrüger nicht mehr: In einem Berliner Restraurant wurde offenbar mit radioaktiven Spielkarten betrogen. Die Strahlung wurde in einem Müllauto gemessen, die Spur führt in ein Lokal in Marzahn.

In einem Berliner Restaurant wurde offenbar mit radioaktiv verseuchten Spielkarten gezockt.

Beamte des Landeskriminalamts, der Strahlenmessstelle des Senats und des Landesamtes für Gesundheitsschutz haben deshalb bereits am 16. November mehrere Gebäude in Marzahn-Hellersdorf durchsucht, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Durchsucht wurden ein Restaurant in der Marzahner Straße, ein Club-Center, eine Karaoke-Bar und eine Wohnung. Im Zentrum der Ermittlungen stehe eine 41-jährige Restaurant-Besitzerin.

Die Karten waren laut Polizei mit Jod 125 belastet. "Durch einen verdeckt am Körper getragenen Detektor kann der betrügende Spieler erkennen, welche Karten markiert sind und sich so beim Glücksspiel einen Vorteil verschaffen", heißt es in der Pressemitteilung der Behörden.

Spielkarten (Quelle: dpa/Collage: rbb|24)
Bild: dpa/Collage: rbb|24

"Verdacht der Freisetzung ionisierender Strahlung"

Die radioaktive Strahlung war im November 2016 in einem Müllfahrzeug in einer Abfallbehandlungsanlage in Rüdersdorf gemessen worden. Darin lagen ausgestanzte Teile von Spielkarten. Nachforschungen zum Tourenplan und Untersuchungen des Abfalls hätten zur 41-Jährigen geführt - und damit auch zu mehreren Durchsuchungsbeschlüssen. Polizei und Kriminaltechniker fanden 13 Spielkartenteile, die mit Jod 125 belastet waren. Die durchsuchten Räume wurden versiegelt und gereinigt.

Jod 125 wird in der Medizin eingesetzt und hat eine Halbwertszeit von 60 Tagen. Direkt an den Kartenteilen sei die Strahlung sehr hoch, sie nehme aber wenige Zentimeter entfernt sehr stark ab - "in 50 cm Entfernung war keine Ortsdosisleistung mehr messbar", so die Polizei. Eine Kontaminationsgefahr bestehe demnach nur bei direktem Kontakt ohne Schutzkleidung.

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Berlin ermitteln jetzt wegen des Verdachtes der Freisetzung ionisierender Strahlen.

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    Es ist richtig, dass Jod-125 ein schwacher Gamma-Strahler ist. Aber jeder radioaktive Stoff - egal wie schwach die Strahlung ist - ist dann gefährlich, wenn falsch oder unbewusst damit umgegangen wird! Wenn jemand so egoistisch ist und bei dem Spiel die mit Jod-125 kontaminierten Karten ins Spiel bringt, betrügt er nicht nur beim Spielen sondern nimmt auch in Kauf, dass die Mitspieler sich an den Karten kontaminieren, den Stoff unkontrolliert auf die Haut oder in den Körper bekommen - dann ist Jod-125 gefährlich und nicht gesundheitsfördernd!!!

  2. 7.

    Und wenn man hier von illegalen Glücksspiel im Hinterzimmer ausgehen kann hält sich mein Mitleid mit den Betrogenen in Grenzen.

  3. 6.

    Knast??? Nun lassen sie mal die Kirche im Dorf.

    Es gibt schlimmeres als schwach radioaktiv verstrahlt zu werden. Werden sie bei jeden Röntgenbesuch.

    Schlimmer muß es sein wenn man in Zossen wohnt und es dort so langweilig ist dass man sich jeden Tag über das "Tollhaus Berlin" aufregen muß... :-D

  4. 5.

    In Berlin ist ja jede Art Kriminalität zu Hause. Mich wundert es immer wieder, daß es dorthin noch Leute zieht.

  5. 4.

    Nicht jede Radioaktivität ist gesundheitsschädlich. Google verrät, dass Jod125 ein relativ schwacher Gamma Strahler ist und zu therapeutischen Zwecken in den Körper implantiert wird. Die Patienten überleben das. Die eigentliche Straftat ist hier Betrug.

  6. 3.

    Wie drauf muss man sein... Vielleicht wäre ein psychologisches Gutachten keine schlechte Idee. Krankhafter Hang zu narzisstischer Egozentrik, Spielsucht, geistliche Abgestumpftheit oder so was. Weil andere mit Strahlen zu verseuchen um sie um Geld zu betrügen, das ist schon ne Nummer.

  7. 2.

    Mich wundert in dieser Stadt gar nix mehr.
    Tollhaus Berlin.
    Wieviel Jahre Knast gibt es hierauf????

  8. 1.

    @rbb Da gibts doch nur eins: Ein sehr hartes Urteil muss her. Und die Frage sei erlaubt, ha diese Strahlung direkt am Körper auch Auswirkungen auf die Schilddrüse ? Das müssten Ärzte und Strahlenexperten wissen und erklären, besonders den Betroffenen und natürlich auch der Allgemeinheit.

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