Die Angeklagte beim Prozess wegen Kindesentziehung mit ihrem Anwalt im Amtsgericht Tiergarten. (Quelle: rbb/ Ulf Mohrling)
Audio: Inforadio | 28.11.2017 | Ulf Morling | Bild: rbb/ Ulf Mohrling

Mutter entführte Tochter jahrelang - "Was Sie machen, ist Selbstjustiz"

Uruguay, Malta, Thailand: Claudia K. versteckte sich jahrelang mit ihrer Tochter, damit der allein sorgeberechtigte Vater keinen Umgang mit dem gemeinsamen Kind hat. Jetzt muss die Mutter zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Vorsitzende Richterin findet zudem klare Worte. Von Ulf Morling

Claudia K. sitzt in der Gefangenenbox im Gerichtssaal und hält sich die Pappe eines Aktendeckels vor ihr Gesicht. Fernsehkameras und Fotoapparate sind auf sie gerichtet. Über ein dutzend Journalisten interessieren sich für den "Fall Claudia K.": Eine Mutter, die glaubt, für den Schutz ihrer Tochter das Gefängnis in Kauf nehmen zu müssen. "Die Gerichte nehmen einer Mutter widerrechtlich Grundrechte weg", sagt sie im Prozess. Und: "Das Kind wird nie sicher sein bei ihm!" Ihr Verteidiger aus Malta sieht es genauso, sagt er, Kindesentziehung sei ein unhaltbarer Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Jahrelang auf der Flucht

Am 4. Juli 2017 wird Claudia K. auf Koh Sukhorn durch die Immigration Police Thailands verhaftet, mit dabei ist ein Verbindungsbeamter des Bundeskriminalamts. Claudia K. soll mit ihrer Tochter Lena* über zwei Jahre auf der thailändischen Insel gelebt haben, die für einsame Strände und traumhafte Sonnenuntergänge bekannt ist. Zuvor soll sie auf Malta gewesen sein. Von Berliner Polizisten begleitet, musste K. im Juli dann die Rückreise nach Berlin antreten. Tochter Lena war inzwischen schon wieder bei ihrem sorgeberechtigten Vater: Über drei Jahre lang hatten sich Vater und Tochter nicht gesehen.

Als Lena geboren wurde, war noch alles okay

Lena wurde im September 2008 geboren. Sie ging aus der Beziehung ihrer Mutter mit Hans B.* hervor, beide gut situiert, aber nicht unbedingt auf ein Kind eingestellt. Doch beide liebten ihre Tochter, auch wenn die Beziehung schon während der Schwangerschaft in die Brüche ging, wie Claudia K. im Gerichtssaal berichtete. Die angeklagte Einzelhandelskauffrau wörtlich: "Nach der Geburt war er dann irgendwie immer in unserer Wohnung. Er hat sogar das Taschengeld von Lena gestohlen." Später sei Lena dann ab und zu bei ihrem Vater gewesen. Sie sei immer krank gewesen, wenn sie wieder nach Hause kam. 

Schwerer Vorwurf: Kindesmissbrauch

Als Lena 18 Monate alt war, soll das Kleinkind nach dem Besuch beim Vater immer über Schmerzen im Intimbereich geklagt haben, berichtet die angeklagte Mutter. Der Vorwurf des Missbrauchs durch den Vater Lenas stand im Raum. Jugendamt und Familiengericht wurden von der Angeklagten eingeschaltet. Doch das Familiengericht entschied, dass Hans B. das Umgangsrecht mit seiner Tochter behalten darf. "Die Missbrauchsvorwürfe haben sich nie bestätigt", so die Richterin. Der Vater Lenas sagte am Dienstag im Prozess: "Vielleicht hat ihre Anwältin im Streit um das Kind geraten, mich des Missbrauchs zu verdächtigen."

2013: Mutter entführt Tochter nach Uruguay

"Wenn mir hier niemand hilft, weder Jugendamt, noch Gericht, dann muss ich gehen", habe sie gedacht und reiste mit Lena nach Uruguay. Doch der Vater wollte nicht auf das Umgangsrecht mit Tochter Lena verzichten: Eine Woche machte er in dem südamerikanischen Land Urlaub, um seine Tochter zu sehen. Beim zweiten Besuch war ein deutscher Beamter dabei, der Lena mitnahm. Nachdem die Tochter wieder in Berlin war, nahm Hans B. den Strafantrag gegen die Kindsmutter wegen des Entzugs seines Umgangsrechts zurück.

Das Berliner Familiengericht entschied schließlich, dass Claudia K. zukünftig nur noch ein Umgangsrecht mit der Tochter habe, der Vater hingegen bekam das Sorgerecht übertragen. "Ich habe Lena tatsächlich im April 2014 nicht zurückgebracht", gesteht die Angeklagte im Prozess. Ihre Tochter sei immer noch im Intimbereich "wund und verletzt" gewesen. Allerdings suchte sie nie mit Lena einen Arzt auf, der angebliche Verletzungen hätte dokumentieren können. Jugendamt und Gericht hätten nicht geholfen, so Claudia K.: "Andere greifen zum Messer. Ich habe die Koffer gepackt!"

Deutsche Botschaft Malta stellt illegal Papiere aus

Die Deutsche Botschaft auf Malta sei involviert in die jahrelange Flucht und Kindesentziehung, so das Gericht. Neben einem zweifelhaften Verein, der angeblich für die Rechte der Mütter eintritt, sei auch die Deutsche Botschaft in Valetta ins Zwielicht geraten: "Zumindest Leute in der Deutschen Botschaft waren da beteiligt", so die Richterin im Urteil. Denn: Ohne die Zustimmung von Lenas sorgeberechtigtem Vater hatte Claudia K. am 4. Mai 2015 einen neuen Pass für Lena beantragt und auch erhalten. In einem zweiten Fall der Kindesentziehung soll die Botschaft ebenfalls unrechtmäßig Papiere ausgestellt haben. Schließlich verschwand Claudia K. jahrelang mit Lena in Thailand. Dort unterrichtete sie die Tochter selbst. Die 8-Jährige sei auf eigenen Wunsch auch im Kickboxen unterrichtet worden: "Sie wollte sich unbedingt gegen ihren Vater wehren können."

Mutter bleibt im Gefängnis

"Was Sie machen, ist Selbstjustiz", sagte die Vorsitzende Richterin Ulrike Hauser am Dienstag im Urteil. Die Übertragung des Sorgerechts an den Vater im November 2013 habe die Angeklagte nicht interessiert, stattdessen sei sie mit Lena einfach verschwunden und habe ihre eigenen Gesetze gemacht. Die Richterin betonte, dass die Missbrauchsvorwürfe gegen den Vater Lenas nicht zutreffend gewesen seien.

"Sie sind nicht in der Lage gewesen, eine tragfähige Beziehung Lenas zu ihrem Vater zuzulassen", hieß es wörtlich in der Urteilsbegründung. Am Dienstag wurde Claudia K. wegen Entziehung Minderjähriger zu einer zweieinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, sie bleibt weiter in Untersuchungshaft. Die Richterin habe den Eindruck von der angeklagten Mutter, dass alles weitergehen würde, sobald sie aus dem Gefängnis entlassen würde.

Streit ums Sorgerecht geht weiter

Bisher hat Hans B. nur vorläufig das Sorgerecht nach einer summarischen Prüfung vom Familiengericht zugesprochen bekommen. In der Hauptsache streiten sich Vater und Mutter Lenas noch immer darum, wem das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter zusteht. In diesem Verfahren wird auch Lena wiederholt befragt.

Ob es um die familiengerichtliche Auseinandersetzung ihrer Eltern oder die Entziehung der Tochter ginge, so die Richterin: Das Kind würde hin- und hergezerrt. Sie könne sich nicht vorstellen, dass all das spurlos an dem Kind vorbeigehen könne.

* Namen geändert, Anm. der Redaktion

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

27 Kommentare

  1. 27.

    Ich denke, dass ganze Gericht geht von Vermutungen aus. Und zwar nach den Code der Bar-Gilde. Die Prüfung des Kindes nach dem Umgang mit Vater hätte zumindest bei dem Indiz mit Folgen, zur Prüfung gereicht. Keine Ermittlungen weder links noch rechts. Stures Geschäftsurteil.

  2. 26.

    Noch jemand, die nicht versteht, dass die Mutter einen ausgedachten Missbrauchsvorwurf als Waffe und Druckmittel eingesetzt hat, auch ggü. dem Kind.

  3. 23.

    Vater- gut situiert und mit Macht:
    vonvelsenimmobilien
    Geld regiert die Welt!

  4. 22.

    Karina scheint mir überdurchschnittlich engagiert. Warum?

  5. 21.

    Sie reden und genauso @Westwind in der Sache Unsinn. Ein zu Unrecht erhobener bzw. fantasierter Missbrauchsvorwurf wird nicht realer, nur weil eine Mutter einen Vater beschuldigt.
    Eine "Verletzung" denken Sie sich hier spontan aus, in der Realität nie erfasst, steht wörtlich im Artikel.
    Die Mutter wollte in erster Linie sich selbst dafür bewahren, dass Vater und Tochter eine Beziehung haben konnten, und hat das Kind aus diesem Eigeninteresse heraus jahrelang aus seinem gewohnten Umfeld gerissen und isoliert. Man musss sich auch mal überlegen, was diesem Mädchen alles verquer eingeredet worden ist, warum es angeblich ins Ausland "musste", gleich zwischen mehreren Ländern wechseln musste usw.

  6. 20.

    Zu 3.) Erst einmal ist es ein Missbrauchsverdacht, kein Vorwurf. Und ein Verdacht an sich kann schon mal nicht falsch sein, höchstens unbegründet. Der Verdacht liegt jedoch nahe, dass die Ursache für eine Verletzung des Kindes bei dem Menschen liegt, bei dem es sich zuletzt aufgehalten hat. Das Kind wurde verletzt vom Vater zur Mutter gebracht, nicht umgekehrt. Die Mutter war sich unsicher, weshalb ihr Kind verletzt war (möglicher Reinlichkeitsfimmel des Vaters oder doch ein Missbrauch?) und wollte keine offiziellen, schon gar keine falschen Anschuldigungen machen. Deshalb zog sie es vor, erst einmal mit dem Kind etwas auf Abstand zum Vater zu gehen, in der Hoffnung, dass sich das klären lässt. Der KV hat jedoch nicht dazu beigetragen, es zu begründen oder die Ursache zu klären. Er zog stattdessen vor Gericht und ließ offiziell Vorwürfe gegen u.a. die KM wegen Missbrauchs laut. Er drehte also den Spieß um. Warum? (Mal unabhängig von allem was sonst gesagt, getan und nicht getan wurde.)

  7. 19.

    Zu 1. und 2.) (wie auch zu Kommentar 18)
    Die Definition einer "Entführung" ist wie folgt bei Wikipedia zu finden:
    "Unter einer Entführung versteht man einen kriminellen Akt, bei dem eine oder mehrere Personen unter kriminellem Zwang an einen unfreiwilligen Aufenthaltsort verschleppt beziehungsweise dort festgehalten werden."
    Weder der Umzug nach Uruguay, noch nach Thailand fallen darunter, denn es geschah mit Einverständnis des Kindes. Im Gegensatz zu die zwangsweisen Rückführungen aus Uruguay und aus Thailand durch den Kindsvater.

  8. 18.

    Hallo Calimera, ich vermute auch, dass die Mutter sehr verzweifelt war und möglicherweise hat sie versucht das Kind (in ihrem Sinne) zu "schützen". Aber lag sie damit richtig?
    Sie hat die Tochter zweimal für einen langen Zeitraum aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen. In zwei fremdsprachige Länder, mit nur noch der Mutter als einzig verbliebende Bezugsperson. Auch keine Kontakte in der Schule, sondern Heimunterricht. Ist das richtig?
    Letztendlich ist der Schaden enorm, den die Mutter hier verursacht hat. Jeder sorgfältig nachdenkende Mensch hätte erkennen müssen, dass dieser Weg irreversibel und zum Scheitern verurteilt ist - zum Schaden des Kindes.
    Im Verfahren kamen Hinweise auf, die Mutter hatte Beratungsstellen als Helfer/innen. Ich hoffe sehr, dass die Staatsanwaltschaft der Sache nachgeht und diese Menschen fasst. Dies würde auch dem Kind helfen, weil die Mutter dann nicht alleine Schuld daran wäre, sondern durch schlechte Beratung in die Entführung hinengetrieben wurde.

  9. 17.

    "Das Kind gehöhrt in generell zu der(die?) Mutter, nur meine Meinung. Ben ps. ich entschuldige mein deutsch ist nicht so gut"
    Ich weiß nicht aus welchem Land Du bist, in DE gilt Grundgesetz Art 3. und Art. 6: Gleichheit zw. Mann und Frau. Gleichheit in der Erziehung der gemeinsamen Kinder.
    "Und wie genau kam der Vater eigendlich zu der Sorgerecht?" Vermutlich, weil die Mutter ihm den Kontakt zum Kind verhindert hat. Erschwerend, weil sie nach Südamerika abgehauen ist. Das Kind wurde aus seiner natürlichen Umgebung herausgerissen. In einem solchen Falle darf Art. 6 eingeschränkt werden und der Mutter das Sorgerecht entzogen werden.

  10. 16.

    3) Karina meint zum falschen Missbrauchsvorwurf, dass Gutachter und Jugendamt irren können. Ein Irrtum kann aber immer in beide Richtungen vorliegen. Karina hilft hier mit ihrer einseitigen Verurteilung des Vaters nicht dem Kind. Das Kind ist, seit es denken kann mit diesem heftigen Vorwurf konfrontiert. Ginge es nach Karina, dürfte das offensichtlich nie zuende sein. Auch ein Falschvorwurf schädigt das Kind enorm!! Hilfreich wäre, sich für die langfristige Verbesserung der Untersuchungsmethoden einzusetzen. Sehr problematisch finde ich, dass die Mutter nach Erhebung und Wiederholung ihrer Vorwürfe, Arztbesuche verweigert hat.

  11. 15.

    Hallo, ich finde die Kommentare hier teils ungeheurlich, insbesondere von "Karina". Es fehlt eine relative, abwägende Sichtweise.
    1) Karina bemängelt den nun fehlenden Kontakt zur Mutter. Sie erwähnt nicht den fehlenden Kontakt des Kindes zum Vater und zur Verwandschaft sowie Freunden in den 3 Jahren wo die Mutter in Thailand war. Ziel muss sein, dass das Kind stets zu beiden Eltern Kontakt halten kann. Aufgrund zweier Entführungen wäre die Lösung, den Kontakt zur Mutter derzeit nur unter Aufsicht "betreuter Umgang" stattfinden zu lassen.
    2) Karina wirft dem Vater mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Was man hier dem Vater im Familienstreit positiv anrechnen kann, ist, dass er seinen Strafantrag gegen die Mutter nach ihrer ersten Entführung zurückgezogen hat und ihr anschließend den Umgang mit dem Kind ermöglicht hat. Die Muttter aber nutzte den Umgang für eine zweite Entführung. Somit ist der Gerichtsbeschluss nachvollziehbar.
    3) folgt...

  12. 14.

    Wie verzweifelt muss eine Mutter sein, wenn sie so einen Schritt wagt mit dem Wissen, was passiert wenn sie gefunden werden? Dabei ist es völlig egal ob sie "gut situiert" ist oder keinen Euro in der Tasche hat. Diese Mutter hat versucht, ihr Kind zu schützen und das nicht gegen den Willen des Kindes.

  13. 13.

    Ich hatte leider nicht die Möglichkeit dem Prozess beizuwohnen, und muss mich auf die Daten des Berichtes beziehen.

    Der Vater, der nicht mehr gemeinsam mit Mutter und Tochter lebt,gelingt es sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen, und stiehlt das Taschengeld.
    - Wie konnte er die Wohnung betreten?
    -Um welche Summen hat es sich, im Alter von 1 bis 5 Jahren, gehandelt, die dieses Vorgehen erklären würden ?
    -Warum wurden keine Strafanträge gestellt?
    - Wenn sowohl die Mutter als auch ihr Vater Anzeichen eines Missbrauchs erkannten,warum wurde das Kind nicht sofort einem Arzt vorgestellt,die Kripo eingeschaltet,und Strafantrag gestellt?

    All diese Maßnahmen hätten wohl zu Gunsten der Mutter gesprochen,und ihr im Sorgerechtsstreit eine starke Position verschafft.
    -Warum hat der Kindesvater, als ihm dieser Vorwurf zugetragen wurde, nicht selbst auf eine Untersuchung der Anschuldigungen gedrungen ?
    Denn beide Konnten doch sonst komplex agieren.

    -

  14. 12.

    kleine Korrektur, um Missverständnisse zu vermeiden:

    "...dass es als normal und als völlig gesund für das Kind angesehen wird, dass es von einem Moment auf den anderen von der Mutter weggezerrt wird und nun beim Vater leben muss (den sie über 3 Jahre nicht gesehen hat) und das vermutlich gegen ihren eigenen Willen." Also, hier geht es auch um die Vermutung, dass sie jetzt gegen ihren Willen bei ihrem Vater leben muss.

  15. 11.

    Ja, es ist unglaublich... dass es als normal und als völlig gesund für das Kind angesehen wird, dass es von einem Moment auf den anderen von der Mutter weggezerrt wird und nun beim Vater leben muss, den sie über 3 Jahre nicht gesehen hat und das vermutlich gegen ihren eigenen Willen. Und sie zudem auch noch keinerlei Kontakt (in welcher Form auch immer) zur Mutter haben darf! Nicht einmal der schriftliche Kontakt wird zugelassen. Aber logisch, das Kind braucht jetzt die psychologische Behandlung wegen der Zeit, die sie allein mit der Mutter gelebt hat... schon klar! Und der Vater hat ja so viel dazu beigetragen, dass sich das Kind gesund entwickelt hat in all den Jahren (was er vor Gericht zu verstehen gab "Ich habe wohl alles richtig gemacht.")... vermutlich durch positive Gedankenübertragung oder so...

  16. 10.

    Der Verdacht des Missbrauchs stand und steht nach wie vor im Raum. Ein Vater, der sich nichts vorzuwerfen hat, reagiert meines Erachtens anders. Er kooperiert, und zwar außergerichtlich (wie es die Mutter damals versuchte). Doch er zog lieber vor Gericht und drehte dort den Spieß um, indem er die Mutter, deren Bruder und deren Vater (der zu der Zeit gar nicht mehr lebte!) des Missbrauchs der Kleinen bezichtigte... denn auch der Vater wusste von den Verletzungen im Intimbereich. Ach!?! Nun frage man sich doch bitte, weshalb er nicht zur Klärung beitrug, wenn er unschuldig dessen und ihm das Kind so wichtig ist. Sondern stattdessen (vor Uruguay!) Mutter und Kind vor Gericht zerrt und alles versucht, um Mutter und Kind voneinander zu trennen...

  17. 9.

    Vieles unrund... Die gültige Negativbescheinigung der Mutter wurde als irrelevant abgetan. Stattdessen den damit rechtmäßig erhaltenen Pass auf Malta illegalisiert.
    Eine Pause von 20 Minuten zur Findung des Urteils bei einem Schöffengericht erschien mir recht kurz, um den Schöffen bspw. die Sachlage der vom Verteidiger vorgebrachten §§ zu erklären.
    Dann das Negieren des ursprünglichen Grundes für das Verhalten der Mutter: der Verdacht auf körperlichen Missbrauch der Tochter durch den Kindsvater oder sein Umfeld. Das halte ich für fahrlässig. Wer sagt, dass ein Familiengericht und ein Jugendamt nicht vielleicht doch mal falsch liegen können. In meiner früheren Arbeit in der KiuJuPsychiatrie hatte ich des öfteren mit Jugendämtern zu tun gehabt, die NICHT in solchen Verdachtsmomenten einschritten.
    Auf das vom Vater die 3 Jahre bezogene Kindergeld wurde nicht näher eingegangen. Stattdessen klopft er sich selbst auf die Schulter für die gute Entwicklung des Kindes... hä?

  18. 8.

    Aus meiner beruflichen Tätigkeit weiß ich, dass viele Mütter den Missbrauchsvorwurf nutzen, um sich der Väter zu entledigen. Das finde ich höchst verwerflich. Und endlich wurde eine solche Mutter dafür bestraft, wenn auch über Umwege. Und das sage ich übrigens als Mutter.

Das könnte Sie auch interessieren