Archivbild: Rauchverbot in der U Bahn Berlin 2005 (Quelle: imago/Liesa Johannssen)
Bild: imago stock&people

BVG und S-Bahn bitten tausende Raucher zur Kasse - S-Bahn will Rauchverbot noch stärker kontrollieren

Die Berliner S-Bahn will ab dem kommenden Jahr noch schärfer gegen das Rauchen in ihren Bahnhöfen vorgehen. Das geht aus einer Antwort der Senatsverkehrsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Harald Moritz (Grüne) hervor. Darin kündigt die Bahn an, Personal aufzustocken, damit Verstöße ab dem Jahr 2018 "zu jeder Zeit im gesamten S-Bahn-Netz" geahndet werden können.

Die S-Bahn erklärte darin, sie habe seit Frühjahr 2016 ihr "Engagement intensiviert". Seien Raucher zuvor nur auf das Rauchverbot hingewiesen worden, würden Verstöße nun verstärkt sanktioniert. Im vergangenen Jahr hat die S-Bahn demnach 3.726 Raucher zur Kasse gebeten, die gegen die Hausordnung verstoßen haben - in diesem Jahr waren es bis Mitte September bereits 3.375 Raucher. Pro Verstoß gegen das Rauchverbot werden 15 Euro fällig.

Auch E-Zigaretten sind verboten

Auch an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mussten im vergangenen Jahr zahlreiche Raucher ein Bußgeld zahlen: insgesamt 1.615. Allerdings lag diese Zahl wesentlich niedriger als in den Vorjahren. So wurden 2015 insgesamt 2.002 Verstöße gegen das Rauchverbot finanziell geahndet, im Jahr zuvor waren es sogar 2.517. Zahlen zum laufenden Jahr legte die BVG nicht vor.

Das Rauchen von herkömmlichen aber auch von elektronischen Zigaretten ist in Verkehrsmitteln und auf Stationen außerhalb von gekennzeichneten Flächen nicht erlaubt, wie es in den Beförderungsbedingungen von S-Bahn und BVG heißt. 

1974: Die BVG schafft das Rauchen in Bussen ab (historisches Abendschau-Video)

Sendung: Radio Berlin 88,8, 07.11.2017, 15.30 Uhr

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Antwort auf [CD] vom 07.11.2017 um 23:21
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26 Kommentare

  1. 26.

    Sehr begrüßenswert! Damit wird dem zunehmenden Bewussein in der Gesellschaft Rchnung getragen, dass gesundheitliche Schädigung anderer durch Rauchen nicht tollerierbar ist.

  2. 25.

    Ich hoffe es wird auch durchgesetzt und ist nicht nur heisse luft.es ist ekelhaft anzusehen wie tausende kippen an den Bahnhöfen rumliegen .ich hoffe es wird zu 100% durchgesetzt

  3. 24.

    Seit dem ich nicht mehr rauche, nehme ich allerdings den Gestank der Nichtraucher wahr. Und der ist ekelig!

  4. 23.

    Ich hoffe, dass nicht nur geredet wird, sondern das auch wirklich durchgeführt wird! Täglich werde ich von rauchenden Mitmenschen auf den Bahnsteigen belästigt, jeden Tag kommt mir Qualm entgegen. Die Strafe sollte zudem auch noch gleich erhöht werden, 15€ tun nicht weh. Achja, und dann soll sich das Aufsichtspersonal gleich mal an die eigene Nase fassen und ein gutes Vorbild sein. Die habe ich nämlich auf dem Bahnsteig auch schon rauchen sehen.
    Knapp 3700 erwischte Raucher sind viel zu wenig! Ich habe das Gefühl, dass ich mir die gleiche Anzahl täglich auf dem Arbeitsweg bereits begegnet!!

  5. 22.

    Liebe Bahner, macht nicht auch noch den Unsinn der Senatoren und redet immer von"wollen". Macht es und redet dann darüber.

  6. 21.

    Bravo! Damit wird eines der dringendsten Probleme im Berliner ÖPNV endlich angegangen. Immer wenn ich auf S-Bahnhöfen wie Rathaus Steglitz oder Bundesplatz stehe, über die der Wind fegt, und dem lieblichen Rauschen des Verkehrs auf der Stadtautobahn lausche, die direkt neben den Gleisen verläuft, denke ich: Ein Glück, dass hier nicht geraucht werden darf!

  7. 20.

    Hoffentlich tut sich da endlich wirklich mal etwas. Es ist einfach zum Kotzen, wie rücksichtslos viele Menschend ieser Stadt geworden sind. Ich habe noch NIE erlebt, dass jemand wegen Rauchen auf einem Bahnhof ermahnt oder zur Kasse gebeten wurde. Kein Wunder, dass sich kaum einer drum kümmert. Folgen hat der Egoismus ja kaum. Und wenn man mal jemanden freundlich um Rücksichtnahme bittet, muss man darum fürchten, angepöbelt oder sogar ins Gleisbett gestoßen zu werden.
    Nur drastische Strafen und konsequente Durchsetzung der Hausordnung kann etwas bewirken. Von allein kommen solche Leute nicht zur Vernunft. Traurig. Aber wenn die Strafen so hoch ausfallen, dass die Kosten für das erhöhte Personalaufkommen gedeckt werden können, sind sowohl Abschreckung höher als auch das Kostenproblem gelöst.

  8. 19.

    Wie schön dass sich hier vernünftige Menschen mit der richtigen Einstellung tummeln (kein Sarkasmus). Es ist ein Witz. Ich habe es auch noch nie gesehen, dass bestraft wurde. Es wird sogar teilweise in den ubahn Zügen (!!!) geraucht. Das verleitet zur selbstjustiz. Was die Raucher nicht verstehen (wollen): wenn jemand den Rauch einatmet, wird dieser vergiftet. Dieser Rauch ist hochgiftig. Auch für passivraucher. Das ist in etwa so wie das rumlaufen mit ner Flasche voll gift das man fröhlich durch die gegen sprüht und der hintermann hat halt Pech wenn er atmet. Höchst asozial. Man müsste die alle anzeigen wegen Körperverletzung. Aber man schafft ja nicht mal den kleinsten Raucherschutz. Und ja klar. Ich bin auch 100%ig gegen Verbrennungskraftmaschinen achinen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen dass einen die Raucher vergiften. Mindestens billigend. Es geht wirklich "alles" den Bach runter. Traurig.

  9. 18.

    Bitte die Prioritäten im Auge behalten: Sicherheit, Pünktlichkeit und Sauberheit! Wenn die Öffentlichen das geregelt haben, kann man die "Jagd " auf die Raucher eröffnen.

  10. 17.

    Richtig so! Ich bitte die S-Bahn aber auch, vorzugehen gegen Schwarzfahrer, Zugvollmüller, Terrormusikanten, Türaufhalter, Schnorrer, Döner-Esser usw. usw. Aber das macht ja richtig Mühe und bringt im Zweifelsfall nicht soviel ein, wie die Jagd auf Raucher.

  11. 16.

    Gibt es dazu Zahlen von S-Bahn / BVG?
    Wieviele Mitarbeiter/innen müsste man einstellen um die Hausordnung konsequent durchzusetzen?
    Wieviele Mitarbeiter/innen werden dazu zukünftig eingesetzt?

  12. 15.

    Das ist Wahrheit und Realität auf allen Bahnhöfen.
    Mangelhafte Durchsetzung animiert tagtäglich zum tausendfachen Fehlverhalten.
    Und ich meine dies weiß auch jeder Verantwortliche bei S-Bahn und BVG.
    Die umfangreichen notwendigen Reinigungen von Kippen, Abfall, menschlichen Ausscheidungen, Farbschmierereien und Vandalismus werden bei der nächsten Preiserhöhung eingepreist. Der gesetzestreue, ordentliche, saubere Bürger zahlt wieder einmal für den Egoisten, den Gesetzesbrecher und sozial Verwahrlosten mit - wie so oft im Leben.


    Deutschland ist ein Land wo es für Alles und Jeden Bibliotheken voll Gesetze gibt. Mit zehntausenden Paragrafen, Unterparagrafen und Absätzen. Nur durchgesetzt wird viel zu wenig.
    Mit der Umsetzung funktioniert es in Österreich, der Schweiz, Frankreich und den skandinavischen Ländern besser.

  13. 14.

    3726 Raucher in 2016 zur Kasse gebeten, dass sind ca. 12 Raucher pro Tag (bei 365 Tagen). Ich hoffe, da hat sich niemand überarbeitet ;-)

    Fast täglich kann ich miterleben, wie oben auf dem Bahnsteig Ostkreuz meist zwei, ältere, wohlbeleibte SicherheitsmitarbeiterInnen entspannt am Geländer lehnen, gern auch mal mit einem Kaffeebecher in der Hand. Auf den unteren Bahnsteigen wird geraucht, keinen interessierts und die Mitarbeiter habe ich da unten auch noch nie gesehen.

    Ich möchte noch betonen, dass es mir egal ist, ob die Mitarbeiter alt oder jung, dick oder dünn sind, sie erwecken in jedem Fall den Eindruck: Ich muß zwar hier sein, aber dann bitte ohne Streß.

    Unabhängig davon habe ich noch nie auf irgendeinem Bahnhof erlebt, dass Raucher wegen dem Rauchverbot angesprochen wurden - höchsten von anderen Rauchern: Haste mal Feuer?

  14. 13.

    ' BVG und S-Bahn bitten tausende Raucher zur Kasse '
    Von jährlich Millionen Verstößen gegen das Rauchverbot.
    Wie viele Verstöße wurden 2016 und 2017 geahndet?
    0,01 Prozent? 0,005 Prozent?
    Wieviele Mitarbeiter mehr will man denn einsetzen um das Rauchverbot, die Vermüllung und das penetrante Betteln konsequent zu unterbinden?
    200, 400, 500, 600?

  15. 12.

    Am Ostbahnhof hat die Deutsche Bahn genau neben der BVG Bushaltestelle (Beginn und Endpunkt verschiedener Linien) eine Raucherinsel für Bahn-Kunden eingerichtet. Unangenehm für alle , die dort auf den Bus warten.

  16. 11.

    Sie sprechen mir aus der Seele.

    Wie selbstverständlich nicht nur das Rauchverbot missachtet wird sondern wie sich auch in immer mehr Lebensbereichen Egoismus, Respektlosigkeit und Gesetzlosigkeit verbreiten ist in Berlin besonders ausgeprägt.
    In München ist das nicht so. Dort sind S- und U-Bahnen wesentlich sauberer und sicherer.

  17. 10.

    Rauchverbot, Schwarzfahren, Betteln in S- und U-Bahnen; Hundekotverodnung, illegales Müllabladen - all das sind Verordnungen und Gesetze die nur mit zahlreichen Kontrollen in der Hauptstadt der rücksichtslosen Egoisten und Gesetzlosen durchzusetzen sind.
    Ohne mindestens die Kontrollen zu vervierfachen sind jegliche Versprechungen Augenwischerei.
    Nur wenn die Wahrscheinlichkeit für Gesetzesbruch zur Rechenschaft gezogen zu werden erheblich steigt wird sich etwas verbessern.

  18. 9.

    "... Berliner S-Bahn will ab dem kommenden Jahr noch schärfer gegen das Rauchen vorgehen ..."
    Was ist denn schärfer als ungenügend? Mangelhaft?
    Leere Versprechungen!
    Was ist mit der übrigen Hausordnung?
    Verboten sind neben dem Rauchen:
    - Sitzen und Liegen auf dem Boden, auf Treppen und in
    Zugängen.
    - Wegwerfen von Abfällen, Zigarettenkippen und
    Kaugummis außerhalb der vorgesehenen Behälter
    sowie in den Gleisbereich.
    - Durchsuchen von Abfallbehältern
    - Betteln und Belästigen von Personen
    - Übermäßiger Alkoholkonsum
    - Handel mit und Konsum von Drogen und
    Betäubungsmitteln

  19. 8.

    @rbb Bekommen die Kontrolleure auch eine Provision für geahndete Rauchverstöße? Wie hoch ist die im Vergleich zur Provision für erhöhtes Beförderungsentgeld?
    Wer schadet mir und meinen Kindern im ÖPNV mehr?
    A) Rauchender Fahrgast
    B) Fahrgast ohne Fahrschein
    Zusatzfrage: Wer ist leichter zu erkennen?
    A oder B?
    Richtige Antwort: in beiden Fällen A ;)

  20. 7.

    Ach herje. Statt uns durch die Gegend zu fahren, und zwar pünktlich, wollen uns die BVG und S-Bahn auch noch erziehen. Ne danke. Dieser Anti-Raucher Erziehung nervt. Wenn es wirklich um die Gesundheit ginge währen diese Riesen-Blechkisten mit 15 Liter Verbrauch schon lange fällig. Die verpesten unser aller Atemluft und die unserer Kinder. Bin übrigens auch Nichtraucher.

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