Totes Reh am Straßenrand (Quelle Archivbild: dpa/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg aktuell | 12.11.2017 | Michael Lietz | Bild: dpa/Patrick Pleul

Immer höhrere Tierbestände - In Nordbrandenburg kracht es besonders oft mit Wildtieren

Die Gefahr von Wildunfällen ist an der Landesgrenze zwischen Nordbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern besonders hoch. Wie ein Sprecher der Polizei in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) am Freitag sagte, geht ein Drittel aller Verkehrsunfälle in der dünn besiedelten Region auf Rehe, Wildschweine, Hirsche oder sogar Wölfe auf den Fahrbahnen zurück. Das sei eine der höchsten Quoten bundesweit.

Im Oktober gab es 60 Wildunfälle in 24 Stunden

Zuletzt hatte am Mittwoch ein Wildschwein ein Auto auf der Landesstraße 153 zwischen Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) und Röbel (Mecklenburgische Seenplatte), an der viele Bäume stehen, ins Schleudern gebracht. Der 32-jährige Fahrer aus Schleswig-Holstein fuhr mit dem Wagen nach dem Zusammenstoß mit dem Tier gegen einen Alleebaum. Er wurde schwer verletzt und kam in eine Klinik, seine Beifahrerin wurde ebenfalls verletzt. Am Auto entstand Totalschaden.

Erst im Oktober hatte die Polizei in Brandenburg gemeldet, dass es innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Unfälle mit Wildtieren gegeben hatte. Im September hatte das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde ein Online-Formular bereitgestellt, über das gesichtete Elche in der Region gemeldet werden können. Die bis zu 700 Kilo schweren Tiere, die von Polen Richtung Westen oder zurück ziehen, werden immer wieder auch auf Brandenburgs Straßen gesichtet und können schwere Unfälle verursachen.

2016 gab es mehr als 15.000 Wildunfälle in Brandenburg

Allein 2016 hat es in Brandenburg mehr als 15.000 Wildunfälle gegeben. Durch Monokulturen wie Mais, in dem sich die Tiere ideal verstecken und sich davon ernähren können, soll es immer höhere Wildbestände im Land geben. Die Anzahl des Wildes hat sich zwischen 1954 und 2012 nach Aussage von Mathias Graf von Schwerin vom Ökologischen Jagdverein Brandenburg um knapp 1.000 Prozent erhöht.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Das widerspricht doch aber deutlich dem Gejammer der so genannten Jäger, dass es wegen der Wölfe immer weniger Wild gibt.

  2. 2.

    Die Wildzäune werden viel zu spät aufgestellt.

  3. 1.

    Das kann nur heißen: Aufhören Radwege zu bauen und dafür Wildzäune anbringen. Der Mensch steht im Mittelpunkt und nicht Rad fahren.

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