Polizist mit türkischem Migrationshintergrund in Berlin-Kreuzberg (Quelle: imago/Jürgen Blume)
Bild: imago stock&people/Blume

Anfrage der AfD an den Senat - Polizisten müssen Deutsch sprechen - jedenfalls im Dienst

Fast jeder dritte Berliner hat einen Migrationshintergrund. Auch die Polizei macht da keine Ausnahme - und so kommt es vor, dass sich die Beamten auch mal in ihrer Muttersprache unterhalten. Die Polizeiführung hört das aber gar nicht gerne.

Rund 3,7 Millionen Menschen leben derzeit in Berlin, und fast jeder dritte von ihnen hat in irgendeiner Weise einen Migrationshintergrund. Auch bei der Polizei liegt der Anteil von Menschen mit ausländischen Wurzeln inzwischen bei fast 30 Prozent, trotzdem wollen es der Senat und die Polizeispitze nicht tolerieren, wenn sich Polizisten im Dienst in einer Fremdsprache miteinander unterhalten.

Während des Dienstes gegebenenfalls "zu unterbinden"

"Der Gebrauch einer Fremdsprache zwischen Dienstkräften während des Dienstes wurde durch Vorgesetzte vereinzelt festgestellt" - zu dieser Aussage sieht sich der Senat durch eine parlamentarische Anfrage der AfD veranlasst. Die gemeinsame behördliche Sprache sei Deutsch - das sei den Polizisten auch bekannt, betonte die Senatsinnenverwaltung in ihrer Antwort am Mittwoch. Das Deutsche bilde "die Grundlage für eine gute, transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeit" in der Behörde. Und weiter: "Sofern in Einzelfällen durch die Verwendung einer Fremdsprache diese Transparenz nicht gewährleistet ist, ist derartiges Verhalten offen durch Vorgesetzte oder Mitarbeitende anzusprechen und zu unterbinden."

Im Umgang mit Touristen und Ausländern "sehr hilfreich"

Ansonsten werde es begrüßt, wenn Polizisten Fremdsprachen beherrschten, weil sie gerade im Kontakt mit Touristen und anderen Ausländern hilfreich sein könnten. Der Anteil von Polizisten aus Einwandererfamilien steigt seit Jahren. Unter den jüngeren Polizisten sind inzwischen viele Männer und Frauen mit türkischen, osteuropäischen, asiatischen und arabischen Wurzeln.

Die gemeinsame behördliche Sprache ist Deutsch.

Senatsinnenverwaltung

Wie aus dem Mikrozensus 2015 hervorgeht, haben 28 Prozent aller Berliner einen Migrationshintergrund. Am stärksten vertreten sind demnach Menschen mit türkischer Herkunft, ihre Zahl betrug zuletzt 231.000. Einen polnischen Migrationshintergrund hatten 80.000 Berliner. Die mit 52.000 Personen drittgrößte Gruppe sind Menschen mit russischer Herkunft.

Ähnlich sahen die Zahlen beim neu eingestellten Nachwuchs der uniformierten Schutzpolizei aus. Den Angaben des Senats zufolge hatten 2015 rund 29 Prozent der Neu-Polizisten einen ausländischen Hintergrund. Die größte Gruppe waren Männer und Frauen aus türkischstämmigen Familien, dann folgten Bewerber mit polnischen Wurzeln. Erklärtes Ziel der Polizei ist es, bei den Einstellungen der Auszubildenden die Zusammensetzung der Großstadt-Bevölkerung widerzuspiegeln.

Sendung: Inforadio, 06.12.2017, 18.00 Uhr

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 16.

    Tja, wenn die EU das befiehlt, dann bleibt uns nur, zu folgen.

    (Sie gehören nicht zufällig zu jenen Zeitgenossen, die überhaupt nicht verstehen können, weshalb sich die Europunion solch wachsender Unbeliebtheit erfreut und in vielen Ländern als idealer Prügelknabe und Sündenbock für seltsame Parteien taugt?)

  2. 15.

    Einige Politiker sehen es als selbstverständlich an, dass Deutschland ein säkulares Land ist in dem deutsch gesprochen wird. Von daher wollen sie (im Namen der Nichtdiskriminierung) auch alles erlauben, was dem widersprechen würde, also arabisch, türkisch, Kopftücher, sonstige religiöse Symbole erlauben. Die Politiker vergessen dabei, dass der deutsche Staat die einzige Institution ist, die die deutsche Sprache und Kultur bewahrt. Das macht kein anderer für uns und auch nicht die Migranten, wie man ja an diesem Artikel sieht. Die sprechen dann in ihrer Heimatsprache untereinander. Ist ja auch klar. Die wollen dann Kopftücher tragen, wie die das zu Hause gewohnt sind. Geht aber eben nicht im Staatsdienst. Oder der Staat gibt seinen Charakter als deutscher Staat vollends auf.

  3. 14.

    Ich erwarte, dass in Deutschland, in dem die Amtssprache Deutsch ist, mit mir auch durch Polizisten mit Migrationshintergrund in einem fehlerfreien Deutsch gesprochen wird. Auf "Hey Opfer" etc habe ich keine Lust. Verweigert mir dieser Staat den sprachlichen Umgang in meiner Heimatsprache, darf sich der Staat nicht wundern, wenn man den Ausübenden nur noch mit Verachung entgegen tritt. Nicht ich muss mich integrieren, sondern die Menschen, die hierhin kommen bzw. in ihrem Kulturkreis in Deutschland geboren und aufwachsen sind. Zudem fällt es mir im Alter auch immer schwerer Arabisch, Türkisch, Indisch oder Büllernü-Sprachen zu erlernen, damit ich noch einigermassen in meinem Land verstanden werde.

  4. 13.

    Par. 23 Abs.1 VwVfG: Die Amtssprache ist deutsch. Aber selbst das ist in dieser kaputten Stadt nicht selbstverständlich.

  5. 12.

    Das sehe ich genauso, Kopftücher im Dienst bei der Polizei. Die GRÜNEN versuchen es jetzt ja auch schon an den Schulen bei Lehrerinnen durchzudrücken. Dann ist natürlich die Polizei als nächstes dran.
    Unsere Politiker haben schlicht und einfach vergessen daß wir in Deutschland leben, also darf bei der Polizei nur deutsch gesprochen werden und auch sonst ist Deutschland ein säkulares Land, wo Religion Privatsache ist.

  6. 11.

    Die Beamten brauchen nur eine Sprache sprechen: Tacheles

  7. 10.

    Das Ansehen der Polizei wird dadurch abgewertet und das Vertrauen singt.

  8. 9.

    Finde ich gut. So gestaltet man einen gleitenden Übergang.

    Und es wird wirklich Zeit, dass sich die Deutschen mal etwas besser integrieren und anpassen.

  9. 8.

    ich hoffe sie werden nie in deren Muttersprache beleidigt. Ach, sie verstehen ja sowieso nur Bahnhof? Na dann ist ja gut.

  10. 7.

    Als nächstes wollen die Frauen während des Dienstes ein Kopftuch tragen. Und die Marionetten-"Linken" werden sagen es sei "diskriminierend" ein Kopftuch zu untersagen. Ich sehe es schon kommen.

  11. 6.

    Mehrsprachige Polizei? Ausgezeichnet! Die will ich hören! Vergleiche die Europäische Charta der Grundrechte: "Artikel 21 Nichtdiskriminierung
    (1) Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der
    ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der
    Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen
    Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung
    sind verboten. (2) Unbeschadet besonderer Bestimmungen der Verträge ist in ihrem Anwendungsbereich jede
    Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit verboten.
    Artikel 22 Vielfalt der Kulturen, Religionen und Sprachen
    Die Union achtet die Vielfalt der Kulturen, Religionen und Sprachen."
    Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: Art 2 (Verbot der Diskriminierung)https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte

  12. 5.

    "sich Polizisten im Dienst in einer Fremdsprache [sic] miteinander unterhalten" Da hat wohl jemand in der Senatsinnenverwaltung nicht verstanden, was "Muttersprache" bedeutet - fremd... , wa? Ja! Klar! Dat is Berlin! Inklusion & Interkulturelle Öffnung, aber bitte nur auf deutsch Berlinern ;) Erinnert ans Schulhofsprachverbot! Bleibt mal locker!
    In den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union gibt es 24 verschiedene Amtssprachen und drei offiziell verwendete Alphabete. Zudem sprechen Europäer mehr als 60 regionale und Minderheiten-Sprachen. Zur europäischen Vielfalt tragen außerdem Einwanderer bei, die ihre Sprachen aus 175 Staaten der Welt nach Europa mitgebracht haben. Die Europäischen Institutionen übersetzen alle Dokumente mit Rechtskraft in alle 24 Amtssprachen.
    Im Herbst 2008 stellte die EU-Kommission einen Plan zur sprachlichen Vielfalt vor. Danach sollten möglichst viele EU-Bürger neben ihrer Muttersprache ... http://www.eu-info.de/eugh/

  13. 4.

    Die deutsche Sprache im Dienst zu sprechen ist das allermindeste, alles andere gehört verboten und sollte von der Polizeibehörde eindeutig vorgegeben werden. Wenn dies dann nicht eingehalten wird, müssen auch gegenüber der Polizei Sanktionen her und zwar vom Arbeitgeber.

  14. 2.

    Mir wäre es recht wenn die 10.000 Haftbefehle erfolgreich durchgeführt werden und die über zehn kriminellen Vereinigungen gestoppt und aufgelöst würden, egal in welcher Sprache die Polizisten dafür miteinander sprechen würden.
    Die Polizei hat doch im Moment genug mit sich selbst und der Stadt zu schaffen da wollen wir doch nicht diesen kleinen Makel besprechen.

  15. 1.

    Deutsch sprechen ist das Mindeste was ich erwsrte. Hoffentlich können sich alle auch schriftlich vernünftig ausdrücken.

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