Herbstliche Eiche aus der Froschperspektive (Quelle: picture alliance/blickwinkel)
Audio: rbb | 07.12.2017 | Kirsten Buchmann | Bild: picture alliance/blickwinkel

Dem Wald geht es schlechter - Die Berliner Eichen weichen

Die Hitze in den Jahren 2015 und 2016 hat dem Berliner Wald arg zugesetzt: Deutlich mehr Bäume zeigen Schäden, heißt es im neuen Waldzustandsbericht. Deutlich mehr sind abgestorben.

Den Berliner Wäldern geht es - nach mehreren guten Jahren - wieder etwas schlechter. Das geht aus dem neuem Waldzustandsbericht des Landes Berlin hervor, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Danach stieg die Zahl der Waldfläche mit "deutlichen Schäden" zuletzt um vier Prozent, bei leichten Schäden gab es ein Plus von einem Prozent.

Dem Bericht zufolge sind rund ein Drittel der Bäume ganz gesund, rund die Hälfte etwas geschädigt und 15 Prozent weisen deutliche Schäden auf.

Die Eichen weichen

Besonders betroffen sind demnach die Eichen, die in Berlin ein Fünftel der Bäume ausmachen. Ein Drittel sei deutlich geschädigt, sagte Günther. Das entspricht einem Anstieg um 13 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Nur noch etwa ein Fünftel der Eichen weist keine Schäden auf (minus 15 Prozentpunkte gegenüber 2016).

Laubbäume wie Eichen reagierten im Vergleich zu Nadelbäumen schneller auf Stressfaktoren wie Hitze, hieß es zur Begründung. Aber auch den Kiefern geht es etwas schlechter, hier haben jetzt insgesamt 34 Prozent deutliche Schäden. Rund 60 Prozent der Berliner Bäume sind Kiefern.

Trockene Jahre setzten den Bäumen zu

Der ungünstige Witterungsverlauf in den Jahren 2015 und 2016, insbesondere die heißen und trockenen Sommer, hätten zu einem Anstieg der sichtbaren Schäden an den Baumkronen geführt, kommentierte Berlins Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos). Laut Bericht war das Jahr 2015 zu trocken, und auch 2016 hätten die Bäume nach einem feuchten Frühjahr wiederum zu wenig Wasser bekommen.

Wie aus dem Bericht aus hervorgeht, sind auch deutliche mehr Bäume eingegangen: Schon seit 2015 seien mehr Bäume abgestorben, als im langjährigen Mittel seit 1991, hieß es.

Berlin pflanzt zähe Bäume nach

Senatorin Günther bilanzierte dennoch: "Im Prinzip ist der Berliner Wald in keinem schlechten gesundheitlichen Zustand." Er versorge die Stadt nicht nur mit sauberer Luft, sondern biete auch Millionen von Menschen Erholung. Damit der Wald aber auch künftig den Klimaveränderungen gewachsen ist, werde er "zukunftsfähig gemacht", kündigte Günther an. Seit 2012 seien auf 600 Hektar Waldfläche etwa zwei Millionen "klimatolerantere" Laubbäume gepflanzt worden.

"Allein in diesem Jahr wurden deshalb über 110 Hektar Wald mit über 400.000 Bäumen zusätzlich gepflanzt", teilte Günther. "Extreme Wetterereignisse wir der Sturm 'Xavier' Anfang Oktober verursachten Schäden, die schnellstmöglich behoben werden müssen. Sie zeigen aber auch, dass wir vor allem die Straßen- und Parkbäume den veränderten Klimaverhältnissen anpassen und Bäume nachpflanzen müssen."

(Quelle: berlin.de)

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