Hasselhoff im Jahr 2014 an der East Side Gallery (Quelle: dpa/Daniel Naupold)
Bild: dpa/Daniel Naupold

Videobotschaft zu East Side Gallery - David Hasselhoff greift energisch in die Geschichte ein

Es kommt wieder in Bewegung in die Diskussion rund um die Bebauung der East Side Gallery. David Hasselhoff kämpft für eine unbebauten Streifen und richtet sich per Videobotschaft direkt an Michael Müller. Eine Online-Petition gibt es auch.  

US-Künstler David Hasselhoff kämpft erneut gegen die Bebauung an der East Side Gallery. In einer Videobotschaft aus Los Angeles an Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) fordert er, keine weiteren Gebäude auf dem ehemaligen Todesstreifen zu errichten. "Baut keine weiteren Häuser mehr an die Berliner Mauer", sagt Hasselhoff in einem Video. Zugleich kündigt der Schauspieler darin seinen nächsten Berlin-Besuch an, um die Proteste zu unterstützen. "Zerstört nicht dieses Denkmal durch weitere Bauten."

Das Video wurde von dem Bündnis "East Side Gallery retten!" veröffentlicht. Deren Ziel ist die weitere geplante Luxus-Bebauung im Stadtteil Friedrichshain an der ehemalige Grenze zwischen Ost- und West-Berlin zu verhindern. Außerdem sammelt eine Online-Petition bei change.org Unterschriften gegen die Bebauung. Bis Donnerstagvormittag bereits mehr als 39.000 Menschen unterschrieben, auch weil Hasselhoff ausdrücklich um Unterstützung der Unterschriftenliste gebeten hat.  

120 Meter langes und 9 Stockwerke hohes Betonmonster

Der ehemalige Todesstreifen dürfe in diesem Abschnitt "nicht mit einem monströsen Komplex aus Hotel und Luxuseigentumswohnungen bebaut werden", heißt es in dem Petitionstext. Der Investor Heskel Nathaniel von der Trockland Management GmbH plant der Petition zufolge das Projekt "Pier 61/63", "ein 120 Meter langes und 9 Stockwerke hohes Betonmonster".

Nach dem Berliner Denkmalschutzrecht sei eine Bebauung dieser Art strikt verboten, weil es empfindlich in den Wirkbereich des Denkmals East Side Gallery eingreife und dieses zerstöre. Das Bündnis verweist zudem auf den Koalitionsvertrag des Rot-Rot-Grünen Senats. Darin heiße es, dass es "auf jeden Fall keinen weiteren Teilabriss der East Side Gallery" gebe dürfe.

Trotz Hasselhoff und Rogers Waters wurde gebaut

Bereits 2014 gab es wochenlange massive Proteste mit damals Tausenden Teilnehmern gegen die Bebauung des Geländes an der Spree und den damit verbundenen Teilabriss der East Side Gallery. David Hasselhoff hatte damals schon den Protest unterstützt, ebenso wie Ex-Pink Floyd-Sänger Roger Waters. Gebaut wurde trotzdem.

Die East Side Gallery an der Spree ist mit 1.316 Metern Länge das längste noch erhaltene Stück der Berliner Mauer. Bis zum Mauerfall 1989 trennte es den Ost-Berliner Stadtteil Friedrichshain von Kreuzberg in West-Berlin.

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.12.2017, 12.10 Uhr  

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Überall in Berlin wurde der "Todesstreifen" bebaut. Und das ist auch gut so. Den brauchen wir auch nicht mehr.
    Zumal an dieser Stelle war der Todesstreifen mitten in der Spree und dort baut doch niemand.

  2. 1.

    Ins Leben gerufen wurde die Pedition von Sascha Disselkamp, der gegenüber sein Sage-Restaurant betreibt. Unterstützt wird sie von den Lobbyistenverbänden der Clubcommission und MediaSpreeVersenken. Es wird befürchtet, dass neue Eigentümer und Mieter Lärmbeschwerden an das gegenüberliegende Ufer richten und das Betreiben von Geschäften beeinträchtigen könnten. Die Forderung nach Spreeufer für Alle klingt gut. In Bereichen der kommerziellen Verwertung, z.B. durch Clubs, ist dies hingegen nur gegen Eintritt bzw. Konsum möglich.
    Unter dem Gesichtspunkt von regem und aggressiven Eigeninteresse gilt es die Bebauung zu verhindern – unabhängig vom Erhalt eines sehr wohl wichtigen Denkmals. Die Bebauung des Todesstreifens ist ein Skandal, der u.a. von grünen Politikern genehmigt wurde.

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