Pakete werden mit einem Fahrzeug durch die Halle des DHL-Paketzentrums in Rüdersdorf (Brandenburg) transportiert (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa-Zentralbild

Entwarnung in Königs Wusterhausen - Brandenburger Polizei prüft 53 Hinweise nach DHL-Erpressung

Alarm? Zehnmal haben Bürger die Polizei in Potsdam um Hilfe gebeten, weil ihnen ein DHL-Paket verdächtig vorkam. Die Beamten konnten Entwarnung geben - zuletzt auch in Königs Wusterhausen. Doch der DHL-Erpresser ist noch nicht gefasst.

Nach der Erpressung des Paketdienstleisters DHL hat die Brandenburger Polizei zwar zahlreiche Hinweise erhalten, aber noch keine heiße Spur. Bisher seien 53 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte Polizeisprecher Mario Heinemann am Dienstagmorgen. Das Hinweistelefon der Polizei ist weiterhin unter 0331/505950 erreichbar. 

Rund zehnmal hätten Bürger die Polizei alarmiert, weil sie verdächtige Pakete erhalten hatten, sagte der Sprecher weiter. In allen Fällen seien Inhalt und Herkunft aber ohne Einsatz von Spezialkräften geklärt worden.

Explosion in Königs Wusterhausen wohl durch Knallkörper

Einstweilige Entwarnung gab es am Dienstag in Königs Wusterhausen, nachdem dort am Montagabend eine eine Kunststoffflasche mit einer weißen, pulverförmigen Substanz gezündet und eine weitere Flasche im Stadtgebiet gefunden worden war. Ein Zusammenhang mit der aktuellen DHL-Erpressung mit Paketbomben sei nicht erkennbar, teilte die Polizei am Dienstag mit. Vermutlich habe es sich um selbst gebastelte Knallkörper gehandelt. Solche Taten kämen immer mal wieder vor.

Auch in Gransee nördlich von Berlin sowie in Thüringen hatte es am Montag Fehlalarme gegeben.

Millionenbetrag gefordert

Der oder die Erpresser fordern von der der Post-Tochter DHL einen Millionenbetrag und drohen mit weiteren Paketbomben. Am Freitag hatte eine Paketbombe am Potsdamer Weihnachtsmarkt einen Großalarm ausgelöst. Eine andere Paketbombe war schon einen Monat zuvor in Frankfurt (Oder) in Flammen aufgegangen.

Behörden warnen vor weiteren Paketen

Die Brandenburger Polizei und die Staatsanwaltschaft hatten die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche nach dem Täter oder den Tätern aufgerufen, aber auch zur Vorsicht. Weitere Pakete mit explosivem Inhalt seien wahrscheinlich. Vor allem Kleinunternehmen könnten betroffen sein, aber auch Privatpersonen.

"Wenn Leuten etwas seltsam vorkommt, sollte unbedingt die Polizei gerufen werden", sagte ein Polizeisprecher am Montag. Das Paket sollte auf keinen Fall geöffnet werden. Man solle darauf achten, ob auf Paketen Absender fehlten, die Schrift handgeschrieben oder schlecht leserlich sei, Adressen auf "nicht üblichem" Platz stünden, es auffallende Rechtschreibfehler gebe oder Drähte oder anderes seltsames Material aus der Sendung herausragten.

Sendung: Inforadio, 05.12.2017, 08:29 Uhr

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