Ein Polizeibeamter untersucht Postpakete mit einer speziellen Sonde. (Quelle: dpa/Nietfeld)
Video: Brandenburg aktuell | 06.12.2017 | Carsten Krippahl | Bild: dpa/Nietfeld

DHL-Erpressung - Bloß nicht anfassen

Die Brandenburger Polizei hat wegen der Erpressung des Paketdienstes DHL eindringlich davor gewarnt, mit verdächtigen Paketen zu hantieren. Jeder Verdachtsfall sollte gemeldet werden. Medienberichten zufolge verlangen die Erpresser 10 Millionen Euro - in Bitcoins.

Im Zusammenhang mit der Erpressung des Dienstleisters DHL warnt die Brandenburger Polizei eindringlich vor dem Öffnen verdächtiger Pakete. Bei einem Verdacht sollte das Paket oder der Brief keinesfalls berührt werden, heißt es in einer vom Polizeipräsidium veröffentlichten Handlungsanweisung. "Unterlassen Sie im Verdachtsfall jegliches weiteres Hantieren mit der Sendung!" Mit einer Grafik wird erläutert, welche Merkmale eine verdächtige Postsendung haben könnte.

Mehrere Verdachtsfälle

Am Mittwochnachmittag teilte die Brandenburger Polizei per Twitter mit, inzwischen seien zwei Dutzend Meldungen zu verdächtigen Paketen eingegangen. Am Dienstag waren es demnach acht. "Eine Ernsthaftigkeit konnten wir in allen Fällen ausschließen", hieß es. Die Polizei dankte aber ausdrücklich für die Meldungen.

Der Erpresser hat bislang offenbar zwei Bomben-Pakete verschickt. Eines ging an einen Elektronikhändler in Frankfurt (Oder). Ein weiteres Päckchen wurde am vergangenen Freitag an eine Potsdamer Apotheke gesendet. Vom Landeskriminalamt Eberswalde aus ermitteln inzwischen 50 Beamte. Nach Polizeiangaben vom Mittwochnachmittag gingen inzwischen mehr als 100 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Eine heiße Spur sei jedoch nicht dabei gewesen.

Von der Post hieß es, stärkere Auswirkungen auf die Lieferzeiten habe der Vorfall derzeit nicht. Ein Sprecher sagte aber, die Auslieferung von Paketen könnte sich in Einzelfällen verzögern. Trotzdem sollen aber alle Pakete, die bis zum 21. Dezember abgegeben werden, bis Heiligabend zugestellt sein. In diesen Tagen transportiert die Post täglich rund sieben Millionen Pakete durch Deutschland.

Forderung angeblich 10 Millionen Euro - in Bitcoins

Der Absender der Paketbombe in Potsdam fordert angeblich zehn Millionen Euro von DHL. Das berichten am Mittwoch mehrere Zeitungen. Laut der "Bild"-Zeitung verlangt der Täter das Geld nicht in bar, sondern in der Kryptowährung Bitcoin. Sollte das Geld nicht gezahlt werden, würden weitere Paketbomben verschickt.

Von der Polizei Brandenburg hieß es auf Nachfrage, dass die Behörde sich grundsätzlich nicht zu solchen Vorfällen äußere und entsprechend auch keine Zeitungsberichte bestätigen könne.

Mit der Wahl von Bitcoins als Zahlungsmittel hoffen der oder die Täter offenbar ihre Spuren verwischen zu können. Bitcoins werden ausschließlich online und weitestgehend anonym gehandelt, was eine Verfolgung des Geldes erschweren kann.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

3 Kommentare

  1. 3.

    Die Idee ist, dass man mit Bitcoin anonym zahlen kann. Wird ein VPN genutzt, kann die Transaktion nicht auf einen bestimmten Nutzer zurückgeführt werden. Es gibt auch weit mehr Händler (v.a. online), die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren, als nur dieses eine Café.

  2. 2.

    Wenn ich mir die Hinweise der Polizei angucke, kann ich ja froh sein wenn überhaupt noch jemand Post von mir annimmt.
    -Flecken oder Verschmutzungen – sind bei mir normal, weil meine Finger und mein Tisch oft dreckig sind
    -unkorrekte Titel o. Dienstgrade – normal, mir doch egal ob jemand Prof. Dr. Dr., Dipl. Ing. (FH) oder Oberfeldwebelgeneral ist
    -Hinweise wie Vertraulich - auch schon gemacht
    -übermäßige Frankierung – wenn ich nicht weiß wie schwer der Brief ist und die Post alle Jahre das Porto , klebe ich im zweifel natürlich lieber mehr rauf als zu wenig
    -Übertrieben Versiegelung – ich kauf mir doch nicht jedes mal einen neuen Karton wenn ich ein Päckchen versenden will, und damit nichts raus fällt oder kaputt geht bin ich mit Paketklebeband nicht unbedingt sparsam
    -fehlender oder unbekanter Absender- gut, ich schreib den immer rauf, aber ich kriege oft Post von einem angeblichen Polizeipräsidenten oder einem Beitragsservice in Köln. Diese Absender können doch nur fake sein.

  3. 1.

    Fehlt nur noch die Plausibilität was der "Erpresser" davon hat
    wenn er auf einem anonymen Internet-account Bitcoins hätte.
    Ok,
    inzwischen weiß ich
    - von Antenne Brandenburg -
    man könne in einem Berliner Cafe mit "Bircoins bezahlen".
    Der Erpresser hätte auf seinem Internet-account dann
    10 Mio US$ geteilt durch Kurs 11.000 = 909,09 Bitcoins.
    Er trinkt dafür eine Tasse Kaffee im Werte von 3 US$
    und überträgt dafür von seinem anonymen Internet-Konto
    0,000.272.7 Bitcoins
    auf das Internet-Konto des Cafe-Betreibers.
    Damit hat er sich selber an den Kanthaken der Polizei geliefert
    und
    der Cafe-Betreiber muss nun zusehen wie er für die Bitcoins Kaffee kriegt.

Das könnte Sie auch interessieren