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Quelle: imago/STPP

Silvesterparty am Brandenburger Tor

Erstmals Schutzzone für Frauen auf der Festmeile

Für Besucherinnen der großen Silvesterparty am Brandenburger Tor wird in diesem Jahr zum ersten Mal eine spezielle Schutzzone eingerichtet. Dorthin sollen sich Frauen wenden können, falls sie auf der Partymeile belästigt oder bedroht werden sollten.

Bei Deutschlands größter Silvesterparty am Brandenburger Tor wird es in diesem Jahr erstmals eine spezielle Schutzzone für Frauen geben. Wie die Berliner Polizei mitteilte, soll diese sogenannte "Women's Safety Area" als Anlaufstelle für Besucherinnen der Partymeile dienen, wenn sie sich belästigt oder anderweitig bedroht fühlen.

Die Schutzzone wurde nach Veranstalterangaben auf Vorschlag der Polizei eingerichtet, um das Sicherheitsgefühl der Gäste zu erhöhen. "Die Polizei berichtete uns von den positiven Erfahrungen der Kollegen aus München. Dort gab es beim vergangenen Oktoberfest solch einen Schutzraum, der von weiblichen Besuchern gut angenommen wurde", erklärte Anja Marx, Sprecherin für den Veranstalter der Berliner Silvester-Partymeile, auf Nachfrage von rbb|24. 

Schutzzelt am Platz des 18. März

Die Frauen-Schutzzone werde sich im Zelt des Berliner Landesverband des Deutschen Roten Kreuz (DRK) am südlichen Ende der Ebertstraße in unmittelbarer Nähe vom Platz des 18. März befinden. "Dort stehen drei bis vier DRK-Helfer bereit, die besonders geschult sind und sich um Frauen kümmern können, die sich belästigt oder bedroht fühlen", so Marx. Sie begrüße die Zusammenarbeit mit dem DRK, auch aus dem Wissen heraus, dass die Hemmschwelle vieler Frauen höher sei, sich mit Belästigungserfahrungen an die Polizei zu wenden.  

Zwar habe man laut Marx auf ähnlichen Großveranstaltungen am Brandenburger Tor noch keine größeren Probleme mit Antänzern oder Angrapschern gehabt - vor allem im Vergleich zu den damaligen Ereignisse der Silvesternacht auf 2016 in Köln -, trotzdem gab es in Berlin im vergangenen Jahr mehrere Anzeigen wegen sexueller Belästigung auch auf der Silvesterfeier am Brandenburger Tor. Demnach wurden mehrere Frauen von Männergruppen auf der Festmeile körperlich bedrängt.    

Rund 500 Ordner sollen für Sicherheit sorgen

Neben DRK und Polizei sind rund 500 Ordner in der Silvesternacht für die Sicherheit auf der Festmeile verantwortlich. Die Polizei warnt neben möglichen Sexualdelikten aber vor allem vor Taschendieben. Sie empfiehlt daher Wertgegenstände nie unbeaufsichtigt oder gleich zu Hause zu lassen und wenig Bargeld mitzuführen. Auch sollten Besucher aggressive Personen oder Gruppen meiden. Im Falle von Belästigungen sollten Betroffene sofort auf sich aufmerksam machen: "Weisen Sie unmissverständlich darauf hin, dass Sie bestimmte Dinge, wie zu dichtes Herankommen oder Anfassen, nicht wünschen", so die Polizei.  

Die Silvester-Partymeile am Brandenburger Tor, für die bereits jetzt umliegende Straßen weiträumig gesperrt sind, öffnet am Sonntag ab 14 Uhr. Dann werden wieder Hunderttausende Menschen zur Silvesterfeier erwartet, auf der Musikacts wie Rednex, Whigfield, Oli P., Münchener Freiheit und die Spider Murphy Gang auftreten werden. Um Mitternacht folgt dann ein großes Feuerwerk mitsamt Lasershow.

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