(Quelle: rbb/Brandenburg aktuell)
Video: Brandenburg aktuell | 04.12.2017 | Andreas König | Bild: rbb/Brandenburg aktuell

Schläge, Messerstiche und Schüsse - Pferde-Quäler in Brandenburg unterwegs

Einem Fohlen wird das Auge ausgestochen und der Schädel zertrümmert. Ein anderes Pferd erliegt seinen Verletzungen. In Brandenburg, dem selbst ernannten Pferdeland, geht ein Tierquäler um. Peta hat jetzt eine Belohnung zur Ergreifung des Täters ausgesetzt.  

Schläge mit Metallstangen, Messerstiche, Schüsse aus dem Luftgewehr: Immer wieder gibt es im gesamten Bundesgebiet und auch in Brandenburg Fälle von durch Tierquäler verletzten oder getöteten Pferden. Auch aktuell ist einer oder sind mehrere Pferdehasser unterwegs. Zuletzt wurden in einem Stall im Landkreis Oberhavel gleich zwei Mal Tiere schwer verletzt.

Vor zwei Wochen war einem Fohlen in Menz ein Auge ausgestochen und der Schädel zertrümmert worden. Das Tier wurde inzwischen operiert und kann auf seinen Hof zurückkehren. Ein anderes Pferd derselben Besitzerin erlag bereits Ende Oktober seinen schweren Schädelverletzungen. Die Polizei geht in beiden Fällen vom selben Täter aus. Bei den Ermittlungen zu dem verletzten Fohlen konnten Fußspuren sichergestellt werden, die vom Täter stammen sollen.

Die Tierschutz-Organisation Peta hat eine Belohnung von 1.000 Euro für die Ergreifung der Tierquäler ausgesetzt.

Im Sommer gab es Übergriffe im Landkreis Potsdam-Mittelmark

Erst im Juli waren ein Pferd in Beelitz mit einem Messer und eines in Michendorf (beide Potsdam-Mittelmark) mit einer Luftdruckwaffe verletzt worden. Auch hier setzte Peta eine Belohnung aus.

"Immer wieder werden Peta Gewalttaten gegenüber Pferden gemeldet", erklärte Sprecherin Judith Pein im Sommer. Die Tierschützer fordern daher ein bundesweites, behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. "So könnten regionale Häufungen und mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten." Pferdehalter könnten so über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt werden, um Pferde besser vor Angriffen schützen zu können.

Derzeit empfehlen die Tierschützer, Pferde – sofern möglich – nachts nicht auf den Weiden zu lassen, sondern in einer gesicherten Stallung unterzubringen.

Ende der 90er suchte man den "Pferderipper"

Auch 2016 hatte es einige Vorfälle mit vorsätzlich verletzten Pferden gegeben. Ende der 90er - Anfang der Nullerjahre hatte es in Brandenburg schon einmal eine fast 40-köpfige Sonderkommission "Pferdestecher" gegeben. Damals wurden im norddeutschen Raum von einem sogenannten Pferderipper mehr als 100 Tiere mit Lanzen oder auch Schüssen getötet.

Forensiker gehen von psychisch und/oder sexuell gestörten Tätern aus. Auch, weil die verletzten Tiere oft an den Geschlechtsteilen verletzt werden. Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde. Das belegen Studien, die Peta vorliegen. Sie könnten erstes Zeichen für eine gewalttätige Pathologie sein, die menschliche Opfer miteinschließt, so die Sprecherin. "Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei."

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

10 Kommentare

  1. 10.

    Ich denke das wir eine Tierschutzpolizei brauchen,eine Soko die sich um solche und andere Fälle kümmert,wie illegale Wolfsabschüsse oder bei Giftködern.Die wie bei menschlichen Kapitalverbrechen Spuren sichern und auch die Zeit haben diese dann zu verfolgen, aufzuklären und die Täter einer gerchten Strafe zuzuführen.Auch sollten Tiere vor dem Recht keine Sache mehr sein.Von unserer chronisch unterbesetzten Polizei kann man da nicht viel erwarten.

  2. 9.

    Diese Handlungen zeigen den Stand unserer zwichenmenschlichen Beziehungen,das Land der Dichter und Denker ist verkommen zum Land der Psychopaten, wo nur noch Ellenbogen zählen.Unsere Gesellschaft hat sich dahin entwickelt,wo nur das eigene Ich wichtig ist.Vor diesemHintergrund sollten vielmehr Mittel in Kinderbetreuung und Bildung investiert werden,hier kann man Kinder noch formen und diese können sich freigeistig entwickeln!

  3. 8.

    Nein, es ist wohl nicht Gleichgültigkeit. Bei mir ist es Fassungslosigkeit und Entsetzen. Und Angst.
    Beängstigend die Vorstellung das dies jederzeit wieder geschieht. Solche Täter zu fassen ist sehr schwer kann ich mir vorstellen.

  4. 7.

    Wer macht denn sowas der Pferde so grausam leiden lässt.Denn müsste man das selbe an tun.

  5. 6.

    Zitat: "Wie können Menschen nur so grausam gegen unschuldige Tiere sein.
    Das gleiche sollte man mit diesen tun wenn sie erwischt werden."

    Wer sich so etwas wünscht ist kein Deut besser als der Täter!

  6. 5.

    Eine Belohnung für die Anzeige oder einen Hinweiß auf so eine Tat benötige ich nicht. Es gehört sich für jeden Menschen solche Widerwärtigkeiten sofort zu melden. Wie krank sind die Menschen inzwischen?

  7. 4.

    So etwas macht mich sprachlos vor Wut und Trauer. Was sind das nur für Kreaturen, die so etwas fertig bringen? Manchmal wünsche ich mir wirklich mittelalterliche Gerichtsbarkeit zurück - gleiches mit gleichem vergelten. Wer einem anderen Lebewesen derartige Qualen zufügt, sollte selbst keine Schonung erfahren.

  8. 3.

    Wir bemühen uns,dass sich unsere Tiere wohl fühlen.
    Aber sowas habe ich auch noch nicht gehört.
    Was solchen Leuten gehört kann man ja gar nicht aussprechen.

  9. 2.

    Die Kommentarspalte hier, fast leer? was los? sind die Menschen so gleichgültig gegenüber Tieren?

  10. 1.

    Wie können Menschen nur so grausam gegen unschuldige Tiere sein.
    Das gleiche sollte man mit diesen tun wenn sie erwischt werden.

Das könnte Sie auch interessieren