Der Weihnachtsmarkt in der Potsdamer Innenstadt ist am 01.12.2017 mit einem Band abgesperrt. Wegen eines verdächtigen Gegenstands hat die Polizei in der Potsdamer Innenstadt einen Sperrkreis eingerichtet. (Quelle: dpa/Julian Sähle)
Video: Brandenburg Aktuell | 01.12.2017 | Michael Schon | Bild: dpa/Julian Stähle

Weihnachtsmarkt bleibt vorerst gesperrt - Polizei entschärft verdächtiges Paket in Potsdamer Innenstadt

Ein verdächtiges Paket hat am Freitag in der Potsdamer Innenstadt für Aufregung gesorgt. Es enthielt Nägel und ein Pulver, explosionsfähig war es nach ersten Erkenntnisse aber wohl nicht. Dennoch bleibt das Gebiet um den Fundort - eine Apotheke am Weinachtsmarkt - gesperrt.

Der in der Potsdamer Innenstadt gefundene verdächtige Gegenstand ist nach Angaben der Polizei am frühen Freitagabend entschärft worden. Sprengstoffexperten der Bundespolizei hatten ein verdächtiges Paket untersucht; die Polizei twitterte, dass es sich dabei um eine USBV - eine unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung - handelte.

Unklar ist noch, ob das Paket tatsächlich hätte explodieren können. Nach Angaben von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) befand sich darin eine Dose mit Nägeln und einem Pulver. Ob dieses Pulver tatsächlich sprengfähig sei, müsse jetzt untersucht werden. Es deute einiges darauf hin, dass das Paket nicht explosionsfähig war, weil kein Zünder gefunden worden sei, sagte Schröter am Abend.

Sperrung bleibt vorerst bestehen

Rund um den Fundort wurde bereits ein Nachmittag ein Sperrkreis eingerichtet. Der betroffene Bereich - darunter der Weihnachtsmarkt und zahlreiche Geschäfte - wurden geräumt. Die Sperrungen wurden auch nach der Entschärfung aufrechterhalten, weil die Polizei den Tatort untersucht und zudem überprüft, ob noch weitere verdächtige Pakete ausgeliefert wurden.

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die Lautsprecherdurchsagen zu beachten. Die Potsdamer Feuerwehr hatte am Nachmittag bereits damit begonnen, für betroffene Bewohner eine Notunterkunft einzurichten.

Wegen eines verdächtigen Gegenstandes ist ein Teil des Potsdamer Weihnachtsmarktes am 1.12.2017 gesperrt worden. (Quelle: rbb/Michael Schon)
Bereits am Nachmittag sperrte die Polizei den Bereich um den Fundort ab. | Bild: rbb/Michael Schon

Paket wurde an Apotheke geliefert

Das sprengstoffverdächtige Paket war von einem Lieferdienst in einer Apotheke am Rande des Weihnachtsmarktes abgegeben worden. Der Apotheker habe das Paket geöffnet und darin einen verdächtigen Inhalt festgestellt, erklärte ein Polizeisprecher. Gegen 14.30 Uhr alarmierte der Mitarbeiter die Polizei. Sprengstoffexperten der Bundespolizei untersuchten das Paket, darin befand sich "ein zylindrischer Gegenstand mit Drähten, Nägeln und Batterien", so der Polizeisprecher weiter. Die Experten sprengten das Paket kontrolliert mit einem Wasserstrahl. 

Innenminister Schröter sagte, es sei zu früh, davon zu sprechen, dass es sich bei dem Paket um einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt gehandelt habe. Es könnte auch dem Apotheker gegolten haben.

Die Berliner Polizei zieht für die Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt zunächst keine Konsequenzen. "Wir müssen erst abwarten, was genau da vorgefallen ist", sagte ein Sprecher der Behörde am Freitagabend. 

Wiederöffnung des Weihnachtsmarkts unklar

Wann der Potsdamer Weihnachtsmarkt wieder geöffnet wird, ist noch unklar, wie Veranstalter Peter Klemm am Freitagabend dem Sender n-tv sagte. Zuvor sei der Markt gut gefüllt gewesen, viele Menschen hätten nach Feierabend schlendern gehen wollen. Seitenstraßen um den Markt seien gesperrt und mit Pollern und schweren Fahrzeugen gesichert.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jacobs (SPD) hatte zuvor gesagt, er gehe davon aus, dass der Weihnachtsmarkt am Samstag wieder normal öffnen kann. Er bedankte sich bei den Einsatzkräften für deren professionelles und schnelles Handeln.

Sendung: Brandenburg aktuell, 1.12.2017, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

26 Kommentare

  1. 26.

    1.) Ich frage mich immer wieder, was für 'Experten' das sein müssen, wenn ein Großalarm von einer Sprengfalle OHNE Zünder ausgelöst wird, sowie wie man ein Paket mit einem WASSERstrahl sprengen will, wo es doch schon bei einer solchen Erschütterung im Paketzenrum hochgegangen sein müsste.
    2. Frage: Warum rätzelt man die ganze Zeit, ob das Zeug hochgehen hätte können, wenn's die 'Experten' doch schon gesprengt haben???

    LG aus DD

  2. 25.

    @Erich: Ich stellte diese kritische Frage deshalb, weil - wie sich nun herausstellte - kein Grund für Panikmache vorlag. 15 Minuten Nachrichten extra ohne extra Nachrichten.

  3. 24.

    Wie kommen Sie in diesem Zusammenhang eigentlich auf Rechte und Nazies[sic!]? Insiderwissen?

  4. 22.

    Diese "Panikmache" hat aus Sicht der Verursacher mal wieder super funktioniert :-( !

  5. 21.

    Huuuups! Kaum will De Misere mehr Überwachung, schon wird ein "Paket" gefunden...

  6. 20.

    wird jetzt ermittelt ? gegen Frau Merkel ? und wenn nicht, warum nicht ?

  7. 19.

    Deutschland, ein Land in dem wir sicher und gerne leben ... , wir brauchen mehr Geld im Kampf gegen Rechts und Nazies !!!!

  8. 18.

    @Tom
    Wenn nicht berichtet wird, regen sich die Leute auf,wenn nun ein RBB Spezial gesendet wird,ist es auch nicht Recht........... Also was denn nun ?

  9. 17.

    Danke für den Hinweis, als ich meinen Beitrag einstellte, war noch nicht bekannt, daß keine Zündvorrichtung vorhanden ist

  10. 15.

    Merkwürdig, das Paket in einer Apotheke abzugeben. Ein Verrückter. ? Ein Nachahmungstäter? Eine Ablenkung ? Mal abwarten ob DNS gefunden wird. .

  11. 13.

    Nach Angaben von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) befand sich in dem Paket eine Dose mit Nägeln und einem Pulver. Ob dieses Pulver tatsächlich sprengfähig sei, müsse jetzt untersucht werden.

  12. 12.

    Heute darf ich euch große Freude verkünden.
    In Nürnberg hat soeben das Christkind traditionell von der Empore der Frauenkirche den Weihnachtsmarkt eröffnet.
    In seinem Prolog hat es alle Menschen aufgerufen sich in froher Weihnachtszeit auf den Geburtstag unseres Herrn Jesus Christus zu freuen.
    Der Bayerische Rundfunk hatte auch gezeigt im Kinderchor vor dem Portal der Kirche und unter den Besuchern waren viele ausländische Einwohner und Besucher.
    Unsere muslimischen Freunde sagen uns so etwas schönes wie eure Weihnachtszeit haben wir nicht,sind aber auch nicht böse und freuen uns euch Christen in dieser Zeit besuchen zu können.
    Wir tragen die Friedensbotschaft nach Hause in unsere Länder,freuen uns auf das nächste Jahr und wünschen uns auch für uns Frieden.
    Gemeinsam haben wir gesungen "Christ ist erschienen uns zu versöhnen..."
    und gemeinsam müssten wir das doch schaffen.
    Friede auf Erden und den Menschen
    aller (!)
    Religionen,Ethnien und Kulturen
    ein Wohlgefallen.
    Euer FEZ

  13. 10.

    Bilder gibt es leider nicht im TV bei "rbb um 6".
    Machen die erst eine Reportage?
    Na dann schaue ich eben ntv.

  14. 9.

    "...Doch inzwischen hat die Polizei Entwarnung gegeben: Der Sprengsatz wurde entschärft."

    Hm, von Entwarnung hätte man wohl eher sprechen können, wäre kein Sprengsatz gefunden worden. Ich finde es eher alarmierend.

  15. 7.

    Mein Dank geht an den umsichtigen und besonnenen Mitarbeiter der Apotheke, der genau das Richtige tat. Und an die Polizei, die gezielt, aber doch nicht hysterisch gehandelt hat.

    Als hysterisch empfinde ich einen Teil der Kommentare hier, pardon.

Das könnte Sie auch interessieren