Ein junger Mann isst seinen Döner in der S-Bahn. (Quelle: imago/Sven Lambert)
Video: rbb AKTUELL | 06.12.2017 | Emina Benalia | Bild: imago/Sven Lambert

Döner-Flashmob via Facebook zum Feierabend - Ringbahndönern: mit Knoblauchdöner rülpsend in der S-Bahn

Sich in der Berliner S-Bahn Feinde zu machen, ist leicht. Wie wäre es mit Döner, ordentlich Knoblauch drauf und ab damit zum Feierabend in die S-Bahn? Ringbahndönern heißt der Spaß. Dazu haben sich Mittwochabend etliche Berliner verabredet.

Hektisch, schnell, vollgestopft: Was für die einen ein leckerer Snack ist, ist für andere das Spiegelbild unserer Gesellschaft - der Döner. Eine Künstlergruppe rief über Facebook zum Flashmob "Ringbahndönern" auf. Die S-Bahn wurde zur Ess-Bahn.

Junge S-Bahn-Passagiere essen Döner im Zugabteil. (Quelle: rbb/Jule Jank)
| Bild: rbb/Jule Jank

Protest mit Würze

Die Teilnehmer haben ihre Döner - gern auch als Gammelfleischrollen oder Abfalltaschen bezeichnet -  zum Teil noch mit extra Knoblauch gespickt. Die Luft im Waggon wurde zu einer Mischung aus Knoblauch, Zwiebel und dem ein oder anderen Verdauungsrülps. Was spaßig klingt, hatte auch eine Botschaft: Protest. Geruchsvoller Protest gegen Spießertum, Massentierhaltung, Konsumgesellschaft, Massenbeförderung zu überhöhten Fahrpreisen, Umweltbelastung durch Gebrauch von Alufolie und so weiter.

"Das ist ne pazifistische Aktion. Denn wer Döner isst, kann keine Waffe bedienen."

Eine Döneuse - weibliche Teilnehmerin - wollte dem Berliner Feierabendverkehr "mal ordentlich auf die Kette gehen", weil alle immer so genervt seien. "Vielleicht wird die Gruppendynamik alle ein bisschen auflockern und es wird den Leuten ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern." Auch Rachegelüste waren Beweggrund in die stinkende Bahn einzusteigen: "Ich sehe das ein bisschen als Racheakt für die Leute, die sich nichts dabei denken, wenn sie in die Bahn steigen und einen Döner fressen – das stinkt nämlich wie sau." Nach Rülps. Viel Rülps. Besonders die Döner, in diesem Falle die männlichen Teilnehmer, beförderten ihre Bäuerchen tief aus der Magengrube gern an die Luft. Und einer der Teilnehmer fügt hinzu "Das ist eine pazifistische Aktion. Denn wer Döner isst, kann keine Waffe bedienen."

Junge S-Bahn-Passagiere essen Döner in der Ringbahn. (Quelle: rbb/Jule Jank)
| Bild: rbb/Jule Jank

K(l)eine Assi-Apokalypse und "From Döner With Love"

Für Fritz-Reporterin Jule Jank, die an der Aktion beteiligt war, fühlte sich das ganze ein wenig an wie eine "kleine Assi-Apokalypse, aber auch nach einer großen Liebeserklärung an den Döner". Ein Dönerliebhaber stimmte sogar "From Döner With Love" ein. Sein Text abgewandelt: "Eating in the bahn and then I let einen fahr'n."

Was als Spaß anfing, drohte auszuarten. Etwa 650 Teilnehmer und knapp 4.600 Interessierte setzen ihren Haken bei der Aktion im sozialen Netzwerk. Doch nur etwa 40 hatten dann tatsächlich Hunger. Die Bahnfahrer ohne Essen ringsrum waren überraschend entspannt: "Ich finde das cool, ich bekomme davon Hunger. Ich finde es gut, weil die Leute Spaß daran haben." Ein anderer ist unbeeindruckt: "Ist nicht sehr außergewöhnlich, das kommt ja öfter vor." Wer den Berliner schocken will, der muss sich also etwas anderes als Döneressen in der S-Bahn ausdenken.

Mit Informationen von Jule Jank, Radio Fritz und Emina Benalia, rbb aktuell.

Kommentar

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15 Kommentare

  1. 15.

    Ich bin jetzt 57 Jahre alt.

    Wenn ich hier allerdings die Kommentare lese, dann denke ich:
    Was für alte Knacker müssen das sein ! Was für Opas und Omis!

    Echt - wie kann man sich daran stoßen, dass die Leute Döner essen !?

    Wenn sich irgendwelche Leute in giftigem Deo gebadet haben, dass die ganze S-Bahn stinkt wie eine Chemiefabrik und man diesen gesundheitschädlichen Dreck einatmen muss, scheint das keinen zu stören.
    Aber wegen ein wenig Knoblauchgeruch, der nun wirklich gesundheitlich unbedenklich ist, sich aufregen!
    Verkehrte Welt.

    Wahr wohl doch nicht so schlecht, diese Aktion.
    Gern wieder - und bitte für mich einen Döner mitbringen.

  2. 13.

    Das waren bestimmt irgendwelche Studenten die mal Berlinern wollten.
    Pech gehabt. Die Latte wurde nicht übersprungen sondern gerissen - von unten.

  3. 12.

    Was für ein asozialer Schwachsinn.

    Diese Leute scheinen sich ja so super wunderbar cool vorzukommen.

    Problem nur: so ziemlich jede Fahrt mit der S-Bahn ist asozial.

    Na ja, Hauptsache man geht anderen auf die Ketten... unglaublich.

  4. 11.

    Und leider ist es mit den sozialen Netzwerken auch noch viel einfacher, dieser Sinnfreiheit und Verblödung breiten Raum zu verschaffen, sich organisieren zu können. Schade, dass dies hier auch noch einen Artikel wert war ...

  5. 9.

    Die Gesellschaft scheint immer mehr zu verblöden.

  6. 8.

    Ihr letzter Satz bringt es wirklich auf den Punkt.
    Hirnlos, unnütz, überflüssig - Ziel verfehlt!
    Eine von ganz flachem Geist geprägte Aktion.

  7. 7.

    Als nächstes kommt ne Aktion Zwiebelsuppe mit Furzeinlage.......

  8. 6.

    Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, da gab es in der bahn zwischen den Sitzreihen am Fenster ein kleines Tablett und einen Abfallbehälter, weil man natürlich seine Brotzeit nach dem Ausflug in der S-Bahn einnahm. Aber Limburger traute sich da keiner zu esse....

  9. 5.

    Ich stimme Ihnen hundertprozentig zu. Hat der Rbb nicht so etwas wie eine Verpflichtung zu seriöser Berichterstattung?

  10. 3.

    Wie wäre es mal mit einer gemeinsamen Reinigungsaktion inkl. Kamerabegleitung?

  11. 2.

    "mal ordentlich auf die Kette gehen", weil alle immer so genervt seien."... Hä?
    "Ich sehe das ein bisschen als Racheakt für die Leute, die sich nichts dabei denken, wenn sie in die Bahn steigen und einen Döner fressen – das stinkt nämlich wie sau."... Hä?
    "Geruchsvoller Protest gegen Spießertum, Massentierhaltung, Konsumgesellschaft, Massenbeförderung zu überhöhten Fahrpreisen, Umweltbelastung durch Gebrauch von Alufolie und so weiter."... What????

    Ihr schickt echt ein Kamerateam los, um zu beobachten, wie 40 Wichtigtuer in der S-Bahn Döner futtern? Ein hirnloser Bericht zu einer noch hirnloseren Aktion.

  12. 1.

    Wo war denn da die Polizei, um den für nichts Tauglichen diese Aktion im Interesse der ordentlichen Fahrgäste zu verderben. Hausverbot für die S Bahn ist die mindeste Strafe. Was muß man sich als braver Bürger noch alles gefallen lassen?

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