Symbolbild: Bitcoin-Münzen. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
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Beschlagnahmtes Drogengeld - Bitcoins spülen 850.000 Euro in Berliner Justizkasse

Der Bitcoin-Hype hat manche Anleger bereits zu Millionären gemacht. Nun profitiert auch die Berliner Justiz von dem steilen Wertzuwachs. Zu verdanken hat sie das mutmaßlichen Darknet-Drogenhändlern.

Der drastische Wertzuwachs der Internetwährung Bitcoin hat der Berliner Justizkasse überraschend hohe Einnahmen beschert. Im Frühjahr hatte die Staatsanwaltschaft 64 Bitcoins beschlagnahmt, die damals 76.000 Euro wert waren. Nach aktuellem Kurs ist der Wert auf rund 850.000 Euro gestiegen.

Die Bitcoins gehörten mutmaßlichen Drogenhändlern, die im Darknet kilogrammweise mit Cannabisprodukten, Kokain und der Synthetikdroge MDMA gehandelt haben. Am Donnerstag haben sie sich laut Staatsanwaltschaft damit einverstanden erklärt, das Digitalgeld der Justiz zu überlassen.

"Dass wir nun spekulieren, bezweifele ich"

Seit Dienstag wird vor dem Berliner Landgericht gegen den aus Japan stammenden Hauptangeklagten und zwei mutmaßliche Helfer verhandelt. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll die Gruppierung allein zwischen November 2012 und Oktober 2013 Drogen zum Gesamtpreis von 640.000 verkauft haben. Die Käufer zahlten meist mit Bitcoins, die Drogen seien dann in tausenden Einzelsendungen von Berlin aus verschickt worden, heißt es in der Anklage.

Die beschlagnahmten Bitcoins fließen nun in die Justizkasse. Justizsprecher Martin Steltner erwartet eine Auszahlung der Digitalwährung in Euro. "Dass wir das Geld jetzt spekulativ anlegen, bezweifle ich", sagte Steltner scherzhaft.

BaFin warnte bereits vor Totalverlust

Das virtuelle Geld, mit dem Nutzer schnell und anonym über das Internet Geschäfte machen können, wird von keiner Zentralbank geschützt, der Handel ist nicht reguliert. Deshalb wird es bei illegalen Geschäften gerne als Zahlungsmittel verwendet. Auch der DHL-Erpresser, der eine Paketbombe an einen Potsdamer Apotheker verschickte, forderte Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin. Inzwischen akzeptieren aber auch große Tech-Unternehmen wie Microsoft und Firefox sowie Stiftungen wie das Online-Lexikon Wikipedia Bitcoins als Zahlungsmittel.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin warnte im Winter jedoch bereits vor einem Totalverlust bei Bitcoins und Kryptowährungen. Auch US-Investor Warren Buffet hält wenig von der Digitalwährung. "Ich kann mit annähernder Sicherheit sagen, dass sie ein böses Ende nehmen werden", sagte er kürzlich dem US-Börsensender CNBC.

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