Verkehrssicherheit für Radfahrer; Unfallursache Toter Winkel (Quelle: Imago/ Rüdiger Wölk)
Bild: Imago/ Rüdiger Wölk

Radfahrerinnen durch abbiegende Lkw getötet - ADFC: Abbiegeassistenten verhindern tödliche Unfälle

Lautes Piepen oder ein rotes Blinken: Abbiegeassistenten warnen Lkw-Fahrer, wenn sich neben oder vor ihnen ein Fahrradfahrer befindet. Nach zwei tödlichen Unfällen mit Rechtsabbiegern fordert der ADFC, Lastwagen endlich nachzurüsten.

Nach zwei tödlichen Unfällen mit abbiegenden Lkw fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Lastwagen mit elektronischen Abbiegeassistenten nachzurüsten.

Studien zufolge könnten dadurch 60 Prozent der schweren und oft tödlichen Unfälle mit Fahrrädern vermieden werden, sagte die die Geschäftsführerin des Brandenburger ADFC, Magdalena Westkemper, am Freitag dem rbb.

Akustisches Warnsignal und Anfahrtssperre

Ein solcher Assistent überwacht mittels Sensoren die Bereiche vor und neben einem Lkw und warnt den Fahrer, wenn sich beim Anfahren oder Abbiegen ein Fußgänger oder Radfahrer dem Lkw nähert. Das System kann den Fahrer optisch oder akustisch alarmieren und gegebenenfalls auch das Anfahren verhindern.

Hintergrund der Forderung sind die jüngsten beiden tödlichen Unfälle in Brandenburg an der Havel und Berlin-Schöneberg. Eine Zehnjährige und eine Frau wurden dabei von Lastern überrollt, die nach rechts abbiegen wollten.

Zwei tödliche Unfälle mit Rechtsabbiegern

Der ADFC fordert zudem eine bessere Infrastruktur, um Radfahrer zu schützen. Städte sollten mehr Geld investieren. Als Beispiel nannte Westkemper vom ADFC Haltebuchten und spezielle Ampelphasen für Radfahrer.

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) kündigte inzwischen als erste Maßnahme an, der Fahrradweg in Schöneberg am Unfallort solle farblich markiert werden. Verkehrsexperten haben aber noch weitere Vorschläge, wie Radfahrer besser vor Autos geschützt werden können. Dabei geht es darum die Fahrradspuren auffälliger zu kennzeichnen oder sogar durch Poller oder Leitplanken von der Fahrbahn der Kraftfahrzeugen zu trennen. Zusätzliche Spiegel unter Ampeln könnten zudem Kreuzungen sicherer machen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.01.2018, 8.30 Uhr

Kommentar

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47 Kommentare

  1. 47.

    Unsere Sichtweise ist eine grundsätzliche verschiedene, das ist auch in Ordnung, solange sich darin "beide Seiten" akzeptieren. Sie gehen von einer Kampagnenfähigkeit aus, wobei diese sich dann eben abwechseln. Jetzt ist es der Abbiege-Assistent. Ich gehe von einem umfassenderen Verständnis der Verkehrssicherheit aus, wobei das Radfahren eines von vielen Mitteln ist, genau wie Autofahren eines von vielen Mitteln ist oder das Zu-Fuß-Gehen oder das Benutzen des ÖPNV.

    Folglich ergeben sich da eben andere Gewichtungen, nicht aber andere Zielsetzungen.
    Der Abbiege-Assistent ist grundsätzlich richtig und es ist nur "die halbe Miete", wenn auch spezifische Radfahrende nicht auch defensiver fahren. Das hat aber hat in der Tat nicht etwa zugenommen, sondern abgenommen in einer Zeit, in der ein Heruntergehen mit der Geschwindigkeit als persönliche Niederlage begriffen wird. Auch zunehmend bei Radfahrern.. Insofern ist es kontraproduktiv und sollte auch genau so benannt werden.

  2. 46.

    Hallo Rolf, die tiefen Fenster hätten in der Situation auch nichts genutzt, da hätte schon das ganze Führerhaus (ich hoffe, das war jetzt nicht politisch inkorrekt) aus Glas sein müssen. Es sind ja in der Regel die besonders hohen und längeren LKW, die diese tödlichen Unfälle verursachen - trotz aller Spiegel und aller Aufmerksamkeit.
    Die einzig praktikable Lösung, die ich kurzfristig sehe und die eine verlässliche Verbesserung bringen kann, ist eine Kamera auf der rechten Seite, unten in Höhe der Stoßstange. Bildschirme gibt es ja bei vielen LKW schon für Rückfahrkameras, die ebenfalls eine enorme Sicherheitssteigerung darstellen. Einschalten kann sich die Kamera zusammen mit dem Blinker.
    Trotzdem muss bis zur flächendeckenden Einführung jedem Radler klar sein, dass von einem (insbesondere rechts) abbiegenden LKW höchste Gefahr ausgeht. So weit liegen wir ja alle meinungsmäßig gar nicht auseinander, finde ich. Einseitigkeit bringt im Straßenverkehr nie etwas Gutes.

  3. 45.

    Helmut, eine Diskussion zu einem konkreten Thema (hier: Abbiege-Assis)kann gerade im begrenzten Raum eines online-Forums nicht gelingen, wenn man in jedem Beitrag das "grosse Ganze" nicht nur im Blick behaelt, sondern es immer und immer wieder ausbreitet. Wie oft soll ich noch sagen, dass ich auch Radler in der Pflicht sehe? Muss ich kuenftig in jedem Beitrag auch noch meine Treue zum Grundgesetz, meine Ablehnung von Faschismus und mein Bekenntnis zum Frieden unterbringen?
    - Kommen Sie doch endlich mal zu einem konkreten (!!) Punkt, Helmut: Da Sie Abbiege-Assis befuerworten (bien-sur nur (!!) als Teil des grossen Ganzen) - welches System halten Sie z.B. fuer sinnvoll? Woran scheitert Ihrer Meinung nach z.B. bisher die Einfuehrung? Warum gibt es nicht in jedem LKW tiefe Fenster? Uswusf.

  4. 44.

    "Und genau deshalb macht es mich so wuetend, wenn Leute wie Sie, 'Pe', Sven (#38), Hr Krueger u.v.m. die laengst ueberfaellige Diskussion um bessere Hilfen fuer LKW-Fahrer permanent torpedieren."

    Mit Verlaub, ich wäre da etwas vorsichtiger, anderen Disk. teilnehmern eine Absicht zu unterstellen, obwohl diese Gegenteiliges geschrieben haben. Ich habe mich jedenfalls für den Abbiegeassistenten ausgesprochen, wenngleich ich mir auch anders als Sie nicht die alleinige Lösung davon verspreche.

    D. h. also, die Verkehrssicherheit in einem größeren Zusammenhang zu sehen und keine Verkehrsteilnehmer faktisch davon auszunehmen. Nur so wird ein Schuh draus. Nach meiner Empfindung verpassen Sie Radfahrenden pauschal einen Heiligenschein und dadurch geraten die aufeinander abgestimmten Maßnahmen aus dem Blick.

    Ein technisches System ist sinnvoll und richtig und kann unzureichendes soziales Fehlverhalten doch nicht aufwiegen.

  5. 43.

    Vorsicht mit Unterstellungen, Einträger Rolf!

    Ich habe mich hier nachlesbar mit keinem einzigen Wort gegen den Abbiegeassistenten ausgesprochen. Ich habe ihn "nur" in den Kontext umfassenderer 'Verkehrssicherheitsüberlegungen gestellt und ihn in der Tat befürwortet.

    Der Unterschied zwischen uns scheint mir derjenige zu sein, dass ich das Radfahren als eine Wahlmöglichkeit unter vielen begreife - keine im Prinzip besser als die andere -, Sie allerdings allen Radfahrenden per se einen Heiligenschein verpassen, in glatter Umdrehung dessen, was jahrzehntelang mit dem Autoverkehr praktiziert wurde. Mit einer derartigen spiegelbildlichen Wiederholung habe ich in der Tat Schwierigkeiten.

  6. 42.

    - In #20 hatte ich einen kurzen Artikel verlinkt, in dem der VDI immerhin vor 5 Jahren behauptete, brauchbare Systeme stuenden kurz vor der Marktreife und wuerden vor allem aus finanziellen Gruenden nicht eingefuehrt.
    - Die von Steffen in #4 geaeusserten Bedenken hinsichtlich Zuverlaessigkeit werden darin teilweise geteilt, jedoch weniger bzgl Fehlalarmen sondern mehr bzgl des mangelhaften Erkennens stehender Personen.
    - Ein alternatives System wurde genannt, das ein virtuelles Bild von oberhalb des Fahrzeugs erzeugt und dem Fahrer nach kurzer Eingewoehnung 'Rundumsicht' gibt.
    - Ich weiss nicht, ob und wieweit diese System inzwischen gediehen sind. Ich halte jedoch auch ganz normale Kameras fuer sinnvoll. Kameras und stabile Monitore sind heutzutage Massenware und koennten leicht nachgeruestet werden.
    - Auch tiefgezogene Seitenfenster scheinen mir sehr sinnvoll.
    All das sind keine neuen Ideen. Vllt weiss ja einer der Kommentatoren, woran das scheitert? Oder der rbb?

  7. 41.

    Ich verweise auf meinen Kommentar #4. Da stehen meine Bedenken drin. Ja, es wäre schön, einen entsprechenden Assistenten zu haben. Wird es aber wohl auf absehbare Zeit aus diversen Gründen nicht geben. Vielleicht können Kameras auf der rechten Seite Abhilfe schaffen. Ein weiterer Spiegel aus meiner Sicht eher nicht, da gibt's ohnehin schon mehr als genug. Da kommt das menschliche Wahrnehmungsvermögen an seine Grenzen.
    Bis solche Lösungen flächendeckend vorhanden sind, hilft eben einzig und allein gegenseitige Rücksicht.

  8. 40.

    @ 36: Steffen, ich bin viele Tausend Kilometer LKW mit und ohne Anhaenger sowie Transporter in Europa gefahren. Ich weiss sehr genau, wovon ich rede. Und genau deshalb macht es mich so wuetend, wenn Leute wie Sie, 'Pe', Sven (#38), Hr Krueger u.v.m. die laengst ueberfaellige Diskussion um bessere Hilfen fuer LKW-Fahrer permanent torpedieren. Bereits mehrere Leute haben angestossen, konstruktiv ueber das Thema des Artikels (!) zu reden. Doch immer wieder spulen Sie und andere ab, was niemand hier ernsthaft bestreitet - naemlich, dass ich auch als Radler Vor-, Rueck- und Weitsicht beweisen muss (in #32 habe ich das nochmal explizit geschrieben).
    Darum geht es hier aber nicht! Es geht HIER um die Faelle, in den Radler keine reale Chance hatten, dem LKW zu entgehen. Und wegen denen es geboten scheint, Hilfen fuer LKW-Fahrer zu verbessern. Wenn Sie tatsaechlich Profi sind, dann lassen Sie uns doch endlich mal darueber reden. Drei Kreuze retten naemlich kein Leben.

  9. 39.

    Jaa!? Auch!?
    Ihre Forderung sollte dann lauten, wo keine Fahrradwege sind, darf kein Radler mehr fahren! Bei Verstößen ist sofort der Fahrradsattel einzuziehen!
    Umgekehrt, bei Fehlverhalten eines Autofahrers ist das Fahrzeug stillzulegen und der Sünder muß eine Woche mit dem Rad am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen.
    Jeder, ob Auto- oder Radfahrer, war schon einmal unaufmerksam, gestresst oder hat die Situation im Straßenverkehr falsch eingeschätzt. Ich war dann froh, wenn der andere Verkehrsteilnehmer hier aufmerksamer war und diese Situation entschärfte und, W I C H TI G, nicht auf sein Recht bestand. Denen mein Dank.

  10. 38.

    Es muss endlich dafür gesorgt werden, dass auch Radfahrer sich an die Verkehrsregeln halten.

  11. 37.

    Genau meine Erfahrung. Es bringt nichts, Recht zu haben, wenn man von vier großen Zwillingsreifen überrollt wird. Gerade als Radfahrer muss ich öfter zurückstecken, auch wenn ich dann später ankomme. Ich komme wenigstens an. Meine Gesundheit ist mir wichtiger als Zeit. Als Kraftfahrer nehme ich auch extra Rücksicht, ich kenne ja beide Seiten. Aber wenn ich Transporter fahre, mache ich drei Kreuze, wenn ich ohne Unfall durch die Stadt gekommen bin.

  12. 36.

    Mein Gott, hier macht überhaupt NIEMAND die Opfer zu Mittätern. Es ist einfach eine reale Tatsache und Gefahr, dass man von einem Lkw-Fahrer nicht gesehen wird, wenn man direkt neben dem Fahrzeug steht oder fährt. Sind Sie jemals LKW oder Transporter gefahren? Das artet zum Teil zum Blindflug aus, trotz riesiger Spiegel. Im fließenden Verkehr ist das Problem minimal, da weiß man, was rundherum passiert. Steht man an einer Ampel, kann man praktisch nicht durchweg erkennen, wenn jemand in den toten Winkel fährt.
    Es geht nicht um Schuld, es geht um Bewusstsein über die Gefahr. Nicht mehr und nicht weniger!

  13. 35.

    Ich stimme Ihnen sehr wohl zu:
    Hier wird selbst geschrieben, dass zu viel Ampeln und zu viel SicherungsTECHNIK nicht das Non Plus Ultra sind. Dazu muss zusätzlich die Suche nach dem Blickkontakt kommen. Ist der nicht gegeben, halte ich mich zurück. Bislang bin ich als Radfahrer da immer gut vorwärtsgekommen.

    Wäre ich dieser Devise nicht gefolgt, säße ich längst nicht mehr hier, denn ich kann ohne weitere Überlegung ein gutes halbes Dutzend Situationen aufzählen, in denen ich im Recht gewesen wäre, aber nur durch Zurückhaltung mein Leben bewahrt habe.

    Ist das "ein Sieg" oder "eine Niederlage"?
    Ich glaube, keines von beiden.

  14. 34.

    @ 32: Steffen, daran, dass Sie und andere mit solchen Aussagen Mit-Opfer (die Angehoerigen) zu Mit-Taetern ("haettest Du das Kind bloss/ bloss nicht...") machen, habe ich mich in diesen Diskussionen ja schon gewoehnt.
    Ich halte das von Ihnen vorgeschlagenene Verhalten aber auch fuer nicht praktikabel: Das geht vllt in kleinen Doerfern. Wie aber sollen Menschen in Staedten mit regelmaessigem LKW-Verkehr vorwaerts kommen, wenn sie nach dieser Praemisse handeln?
    Sicherlich ist es sinnvoll, den LKW-Verkehr noch genauer zu beobachten und auch Kindern diese Faehigkeiten zu vermitteln. Man darf dabei aber niemals vergessen, dass alle Menschen ein grundsaetzliches Recht auf sichere Mobilitaet haben - und umgehend alles dafuer getan werden muss, damit es ihnen nicht genommen wird. Kommentare wie von 'Pe' verneinen m.E. jedoch genau diese Notwendigkeit, indem sie die Verantwortung allein dem potenziellen Opfer uebertragen.

  15. 33.

    Das stimmt, Rolf, ich habe auch den Eindruck, dass immer weniger Verkehrsteilnehmer fähig sind, die Gesamtsituation zu erfassen. Dazu tragen PKW bei, die ausgestattet sind wie Atomkraftwerke, bei denen man alle Nase lang an etwas rum-regeln und einstellen muss. Frauen in Hausfrauenpanzern können nicht mal mehr auf Kreuzungen einlenken oder rangieren/zurücksetzen, weil sie im Technik-Gedöns den Gang/die Bedienung nicht finden. Fenster gleichen SChießscharten, sind verdunkelt, das Smartphone und Navi brauchen ständige Aufmerksamkeit - wer hat da schon noch einen Blick für die Straße oder Gesamtsituation? Ich hoffe (!) einfach, dass eine rote Ampel Eindruck schindet. Bei "diesen" Leuten.
    m. E. aber müssten die LKW anders ausgestattet sein, bestenfalls innerhalb des Rings verboten sein ab x Tonnen, und SUVs müssten so besteuert werden, dass sie wieder aus dem Straßenbild verschwinden, anstelle zu Verkehrshindernissen mit tötlichem Aufprallpotenzial zu mutieren.

  16. 32.

    Soweit richtig, aber sehen Sie es mal aus einem anderen Blickwinkel: Hätte man dem armen Mädchen vorher eingetrichtert "stelle dich niemals neben einen LKW und fahre niemals gleichzeitig mit ihm los", sie könnte vielleicht noch leben. Genau so verstehe ich den von Ihnen kritisierten Kommentar. Natürlich war das Kind nicht schuld, hat zum Unfall nicht beigetragen, aber genau solche brenzligen Situationen entstehen jeden Tag. Das muss jeder Radler wissen.
    Mir tut die Familie unsäglich leid, ihr Kind auf so tragische und sinnlose Weise verloren zu haben!

  17. 31.

    @ 28: 'Berlinerin',
    1) auch innerstaedtisch gibt es zahlreiche Nebenstrasssen ohne Ampeln, die stark frequentiert sind. Schauen Sie sich nur z.B. etwa die Touri-Kieze an, in denen alle Verkehrsarten stark verteten sind. Wir sind uns vermutl einig, dass auch hier LKW-Fahrer volle Sicht brauchen. Und zwar gesetzlich vorgeschrieben, damit fuersorgliche Fuhrunternehmer finanziell nicht schlechter dastehen als andere.
    2) Ihr Hinweis auf die natuerlicherweise erhoehte Aufmerksamkeit in Nebenstrassen ist interessant. Denn ich behaupte, dass gerade die Idee, an Hauptstrassen fuer jede Richtung eigene Ampelphasen zu schalten, unter anderem dazu gefuehrt hat, dass Verkehrsteilnehmer immer weniger in der Lage sind, Gesamtsituationen zu erfassen (andere Gruende sind z.B. winzige Fenstern in PKW, staerkere Motoren und schnittige Kurven). Deshalb, und auch, weil ich gern ohne Stress aufbauendes Stop&Go vorankomme, bin ich auch bei Hauptstrasssen gegen eine generelle Trennung der Ampelphasen.

  18. 30.

    sorry, voll daneben, PBH. Das kleine unschuldige Mädel, dass in Brandenburg umgesäbelt und getötet wurde, war wie die allermeisten ein friedlicher bei-grün-Geradeausfahrer. Wähnte sich im Recht, das sie auch hatte. So wird es gelehrt, erklärt, geht tausendfach gut. Und dann kommt ein Rechtsabbieger, wartepflichtig, und zieht durch. Hm. Auch, wenn er nix sah, so war er doch der, der sich hätte felsenfest versichern müssen, dass da kein zweiter ist, geradeaus. Nur dann dürfte er fahren. Wenn das mangels Ausstattung nicht haltbar ist (kein Assistent, kein tiefes Fenster, kein Straßenspiegel), dann muss er theoretisch warten, bis die Fußgänger (und er...) wieder rot haben. Daher getrennt Ampelphasen als Lösung: hat der Fußgänger und Radler rot, haben sie rot. Und der Motorisierte grün. Hat der Motorisierte grün, haben die anderen (schwächeren) rot. Fertig. Wartezeit bleibt gleich, übrigens.

  19. 29.

    @ 27: Pe, in Brandenburg wurde am Donnerstag eine Zehnjaehrige, die auf eine gruene Ampel und auf ihre Mitmenschen vertraute, seitlich von einem LKW ueberrollt, der gleichzeitig mit ihr losfuhr. Und mit dessen Weiterfahrt sie mit ihrem Wissen aus Verkehsschule oder Fahrpraxis gar nicht rechnen konnte! Solche Unfallhergaenge sind bei Abbiegeunfaellen nicht selten. Die Opfer werden ihrem Leben, ihrer Familie und ihren Freunden entrissen.
    Die Kommentatorin 'Berlinerin', auf die Sie hier antworten, spricht konkret den Brandenburger Fall an. Und Sie blasen daraufhin Ihre altkluge, hier unpassenden Lebensweisheit vom Stapel und erzaehlen was von Ihrer Familie??!!
    - Ist das nun mangelnde Empathie, Zynismus oder was motiviert Sie zu so etwas?

  20. 28.

    Rolf, wir reden von innerstädtisch. Auf Nebenstraßen gibt es kaum tötliche Situationen, wenig Gedränge in Wohngebieten, letztlich keine Radstreifen auf der Straße - da MUSS man sich arrangieren, da schaut der LKW Driver automatische mehr, weil eben keine Ampel da ist, die ihm Recht gäbe.
    Den "Streit" um das grünere Grün gibts nur an stark frequentierten Ampeln, wo alle drei Verkehrsmittel aufeinandertreffen: beschuhte Füße, Radler und Motorisierte. Genau wegen der Dichte des Verkehrs muss dort entzerrt werden, Ampelphasen trennen: grün ist grün, dann haben alle anderen rot. Natürlich sind tiefe Fenster, Assistenten zusätzlich dringend nötig. Der BVG-Busfahrer hat es ja hier schon geschrieben: er dankt seinem Arbeitgeber für die zusätzliche Sicherheit. Solche Arbeitgeber hat aber nicht jeder... :-(

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