Ein Mädchen springt am 05.01.2017 in Berlin in das Becken der sanierten Schul- und Vereinsschwimmhalle an der Thomas-Mann-Straße im Stadtteil Prenzlauer Berg. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Neue Tarife für Berlins Schwimmbäder - Morgens und abends kostet Schwimmen jetzt 3,50 Euro

Die Berliner Bäderbetriebe haben ihr Preissystem entrümpelt: Aufschläge, Kurzzeittarif sowie Extra-Tickets für Freizeitbäder sind abgeschafft. Außerdem gibt es vielerorts Zeittarife. Die Veränderungen sollen wieder mehr Besucher anlocken.  

Seit dem 1. Februar gelten für die Berliner Schwimmbäder neue Preise. "Die Tarife werden übersichtlicher und für die meisten Schwimmer günstiger", sagte Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstand der Berliner Bäderbetriebe. Die neuen Tarife können seit dem 23. Januar auf der Website des Unternehmens eingesehen werden. Ziel sei, möglichst viele Menschen wieder für die Besuche in den Bädern zu gewinnen, hatte es vorab von den Bäderbetrieben geheißen.

In den meisten Bädern gelten nun zwei Tarife: morgens oder abends 3,50 Euro, sonst 5,50 Euro. Neue Ermäßigungen gibt es für Familien und Menschen, die ein Ehrenamt ausüben. Auch die Jahreskarten werden günstiger. In Freizeitbädern werden Zeittarife eingeführt: Eineinhalb Stunden kosten dann 5,50 Euro - "statt heute 7,50 Euro", so Scholz-Fleischmann. Mehrfachkarten gelten künftig in allen Bädern - und sind nicht mehr getrennt nach Standard- und Freizeitbädern.

Preisaufschläge - die bisher etwa für Freizeitbäder oder besonders warmes Wasser fällig wurden - sind weggefallen. Außerdem gibt es keinen Kurzzeittarif mehr. Die Folge: "Zum Beispiel Frühschwimmer müssen sich nicht mehr so hetzen", so ein Sprecher der Bäderbetriebe. Bislang gab es einen Kurzzeittarif mit 45 Minuten Schwimmzeit, der etwa vor acht Uhr gilt.

Besucherzahl zurückgegangen

Die Besucherzahl in Berlins öffentlichen Schwimmbädern ist im vergangenen Jahr das zweite Mal in Folge gesunken. Mit 5,76 Millionen Gästen im Jahr 2017 sei man hinter dem Vorjahresergebnis von 5,99 Millionen Besuchern zurückgeblieben, so ein Sprecher der Bäderbetriebe. Bereits im Jahr 2016 war die Zahl der Besucher leicht gesunken, hatte es vor knapp einem Jahr geheißen.

Das Ergebnis für 2017 führt das Landesunternehmen vor allem auf den verregneten Sommer zurück. Allein das Strandbad Wannsee etwa habe im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 58.000 Gästen oder rund einem Drittel hinnehmen müssen, hieß es.

Auch ungeplante Schließungen - insgesamt 5.166 Stunden - trugen ihren Teil zur sinkenen Zahl der Besucher bei. An einem Standort sei eine Legionellenbelastung der Wasserleitungen für den Ausfall verantwortlich gewesen, andernorts lose Fliesen. In den vergangenen Monaten habe man die Zahl der ungeplanten Schließungen jedoch deutlich verringern können. Die Besuchszahlen hätten sich wieder gebessert, so die Bäderbetriebe. Für 2018 wurden Investitionen in Instandhaltung und Sanierung in Höhe von 16,5 Millionen Euro angekündigt.

Mehr Landeszuschüsse

Das Land erhöht die Zuschüsse für seine Schwimmbäder. "Es wird bereits in diesem Jahr mehr", sagte Sport-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD). Im nächsten Jahr sollen dann dauerhaft rund 62 Millionen Euro zur Verfügung stehen, kündigte Gaebler an. "52 Millionen für den normalen Betrieb und 10 Millionen für zusätzliche Investitionen, die dann auch fortgeschrieben werden, um die Bäder schrittweise alle zu sanieren." Für die Sanierungen schließen mehrere Schwimmhallen bereits ab März, etwa das Bad in Buch - und dann im Mai das Stadtbad Lankwitz.

Bereits im vergangenen Frühjahr hatten die Bäderbetriebe eine Service-Offensive angekündigt. Dabei geht es vor allem darum zu vermeiden, dass Bäder wegen Personalmangels kurzfristig schließen müssen. Dafür hätten die Bäderbetriebe 27 neue Mitarbeiter eingestellt und zehn eigene Auszubildende übernommen, hieß es im März.

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Ein neues Preissystem - aber wieder OHNE Nachlass für Behinderte!!!

    Es ist schon ein merkwürdiges Gebaren, dass die Bäderbetriebe in Berlin es erneut unterlassen, in Ihrem Preissystem für Schwerbehinderte den Ermäßigungstarif aufzunehmen. Dies ist in weiten Teilen der Bundesrepublik durchaus üblich uns selbst kleine Gemeinden sehen sich dazu in der Lage, aber nicht die Hauptstadt!

    Außerdem regt mich es immer wieder auf, dass seitens der Bäderbetriebe ein Rückgang der Kundenzahlen beklagt wird - dabei habe sie dies selbst herbeigeführt! Seit Jahren werden in den Bädern die Öffnungszeiten am Morgen immer weiter eingeschränkt (zuletzt von 6:00 auf 6:30 Uhr in allen Standardbädern) - sehr kundenunfreundlich für Berufstätige, die so keine Chance mehr zum Frühschwimmen haben.

  2. 18.

    freizeitbäder sind teurer geworden, vorher 7,50 den ganzen tag, nun nur noch für 3 stunden, jetzt 10 euro für den ganzen tag. ich habe als erwachsene mit einerm 7 jährigen kind 18,50 euro gezahlt, vorher 13 euro, heftig.
    das mehrfachkqarten nun in allen bädern gelten, hä? aber nur die teuren mehrfachkarten in den freizeitbädern.
    versteckte verteuerung. tarife gebnauso verworren wie vorher. die duschen und umkleiden besonders dreckig.
    wasser und räumlichkwiten wie duschen und toiletten, teiweise sehr kühl.

  3. 17.

    Ich komme aus NRW und wohne seit 17 Jahren in Berlin. Ich muss sagen, dass Berlins Bäder und das unfreundliche Personal für mich überhaupt nicht zu einer Hauptstadt passen. In NRW haben viele Städte tolle Familienfreundliche Freizeitbäder mit günstigen Eintrittspreisen. Wenn ich mir dagegen das Paracelsus - Bad anschaue, kann ich nur weinen. Umkleidekabinen aus den 1970ern,gigantische Dusche in der es zieht wie Hechtsuppe, Hausfrauen, die voll parfümiert ihre Bahnen ziehen. Nein Danke!

  4. 16.

    Wer etwas im Alter für seine Gesundheit tun will, hat es ab jetzt schwer. Die Preise der Basic-Aqua 10er Tickets wurden von 70 Euro auf nunmehr 95 Euro drastisch erhöht. Das trifft uns Rentner hart. Viele können sich nun das nicht mehr leisten.
    Die Bäderbetriebe werben im Moment überall damit, daß ALLES besser geworden sei. Diskret wird dabei verschwiegen, daß ausgerechnet bei den Ärmsten jetzt abgezockt wird. Es würde bei den Aqua-Kursen nicht kostendeckend gearbeitet und deshalb müßte der Preis erhöht werden... Was sind denn das für Argumente? Sovieles wird subventioniert. Warum dann nicht endlich auch die Gesundheitsvorsorge älterer Menschen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus meinen Kursen in Charlottenburg / Neue Halle, sind geschockt und wütend.

  5. 15.

    Heute im Schwimmbad erfahren:
    Bisher: günstiger Tarif galt bei Betreten des Bades VOR 15 Uhr. Jetzt: Günstiger Tarif gilt nur noch, wenn das Bad BIS 15 Uhr verlassen wird.
    Sorry liebe BBB, aber das ist doch Käse. Ich seh da keine Verbesserung.

  6. 14.

    Die Berliner Bäder haben außer ihrer Preispolitik ganz andere Probleme: konsequente Unfreundlichkeit, die man natürlich als Berliner Ruppigkeit beschönigen könnte. Ansonsten Unkulanz und ein mieserables Beschwerdemanagement. Pampige Kassiererinnen nennen auf Nachfrage nicht einmal ihren Nachnamen, damit man sich auch ja nicht über sie beschweren kann. Die (meist überfüllten) Kinderschwimmkurse sind mitunter wegen der starren zeitlichen Einlassregeln eine Tortur für Kinder und Eltern. Nein danke!

  7. 13.

    Schwimmhalle Baumschulenweg hat seit kurzem stark eingeschränkte Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit. Montags und Freitags anderthalb Stunden täglich (kein Witz), von 6:30 bis 8.00 Uhr. Frühschwimmer müssen nicht hetzen, wuhohahaha. Dienstag 5 Stunden geöffnet, Donnerstag 4 Stunden, Mittwoch, Samstag Sonntag zu. Die zugehörige, im Schwimmbad befindliche Sauna, die von zahlreichen Senioren gut genutzt wurde, ohne Kommentar von den BBB geschlossen. Das ist dann wohl die Service-Offensive. Warum steht sowas nicht in dem Artikel? Ich vermisse kritisches Herangehen seitens des rbb. Der Artikel liest sich in weiten Teilen wie die abgeschriebene Pressemitteilung der BBB. Berlins Bäderlandschaft, das sind verkürzte Öffnungszeiten, Schließung von Hallen wegen Personalmangels und überfüllte Hallen. Dazu versteckte Preiserhöhungen bei Familienkarte und Sauna.

  8. 12.

    mit einem Euro/h wär ich dabei, mehr ist mir die Gegenleistung nicht wert. Und nein ich bin keine arme Sau...

  9. 11.

    Früher war ich oft in der Schwimmhalle dagewesen, aber bei den unfreundlichen, unmotivierten Personal im Schwimmbad und Sauna dort, ständig abgesperrte Bahnen und den Massen an Menschen. Hier hat das ganze Mangement total versagt, daran werden die neuen Eintrittspreise auch nichts ändern. Das kenne ich aus mein Leben aus Island anders, wo man sich täglich das Schwimmbad, heiße Pötten und Dampfbad leisten konnte. Klar Wasser und warmen Quellen gibt es dort im Überfluss, aber der Staat subventioniert das auch und Rentner können mit einer spieziellen karten Gratis rein.

  10. 10.

    Endlich werden die Eintrittspreise für die Familien mit Kindern und für die Schulklassen mit Grundschüler erschwinglicher

  11. 9.

    Für einen Saunagänger (3 h Saunabesuch in der Schwimmhalle Kaulsdorf) bedeuten die neuen Preise (ab 1. Februar
    10,- € für 3h) eine Preissteigerung von 25% durch Wegfall der bisherigen 10er-Karte für 80,- € - bei gleicher Leistung. Betroffen davon sind natürlich sehr viele Rentner - ein großer Teil der Saunabesucher.

    Sollen dadurch wirklich die Besucherzahlen steigen? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

  12. 8.

    sinkende zahlen....wie oft soll denn noch der gutbezahlte boss ausgetauscht werden, bis mal jemand merkt, was da nicht so laeuft bei den bbb...vor 10 jahren habe ich einen brief an den senat geschrieben, wie es denn sein kann, dass in einem der modernsten und besten schwimmbaedern (SSE) mit 10 bahnen nur ein paar bahnen fuer sportschwimmer abgetrennt seien, und die noch nicht mal nach schnelligkeit unterteilt. das gibt es weltweit, und das macht auch einfach sinn. jeder, der mal im schwimmverein war, weiss das genau. mit den bademeistern hab ich mich auch unterhalten, nur schulterzucken. schwer zu organisieren (schild aufstellen?), viele beschwerden.... egal. der senat hat mir nur satzbausteine zurueckgeschickt. seitdem war ich nicht mehr dort als aktiver schwimmer. und die oeffnungszeiten sind ja auch sowas von unwuerdig. in berlin leben 3,5 mio menschen, sa & so schon um 18 uhr zu schliessen, ist doch geisteskrank. wieviel gehalt braucht denn da ein manager, um das mal einzusehen?

  13. 7.

    Überteuerte Preise, volle Schwimmhallen... es macht keinen Spass!!!

  14. 6.

    Ich sehe das auch so, wie ein Kommentar vor mir. Ich würde gerne öfter schwimmen gehen. Aber es macht keinen Spaß. Fast immer sind die Hälfte oder sogar mehr der Bahnen abgesperrt für Gruppenveranstaltungen (Schüler, Senioren, Gymnastik usw.). Der Rest darf sich dann auf nur 2 Bahnen quetschen. Schwimmen kann man das nicht nennen. Ständig bekommt man irgendeinen Arm ins Gesicht geschmissen. Entweder Hallen für Gruppen, dann ist die eben geschlossen, oder für die Öffentlichkeit! Aber das Gewühl auf 2 Bahnen tue ich mir nicht mehr an.

  15. 5.

    Für mich als Berufstätiger ändert sich nichts!!!! Den Basistarif von 10-15 Uhr für 3,50€ kann ich nutzen. Auch den Guten-Morgen-Tarif bis 10 Uhr nicht. Also bleibt alles beim alten und ich zahle 5,50 € für ein überfülltes Bad (SSE Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark), wo 4 Bahnen für das öffentliche Schwimmen abgeteilt sind...:-(((

  16. 3.

    Das die Leute wegbleiben liegt vllt auch am schlecht gelaunten und unfreundlichen Personal,z.B. Schwimmhalle Schönefeld, uns sehen die da nicht mehr.

  17. 2.

    NA ENDLICH! Raus aus dem Tarif-Dschungel und rein ins Nass - ach nein, da war ja was mit überfüllten Bädern.
    Ich finde es gut, wenn man Schulklassen unterstützt bei den Seepferdchen, Senioren die Wassergymnastik ermöglicht und den Babys sowie Kleinkindern einen Spaß ermöglicht, baden zu gehen.
    Ich trage mich schon seit ein paar Jahren schwanger mit dem Gedanken, mir eine Jahreskarte zuzulegen.
    ABER - wenn ich die Bäder-Auswahl mir genauer anschaue, in denen ich zu "meinen" Feierabendzeiten schwimmen gehen kann, wird aus schwimmen, wie Marcel auch schon meint, eher ein aneinanderkuscheln...

    Tja, der Wille ist da, aber schlussendlich fehlt es dann wohl eher an genügend Bädern, um alle zufrieden zu stellen.

    Aber mal unter uns - wie ich heute wieder erfahren habe, will der Berliner Senat lieber eine Gebühr für öffentlich Toiletten zahlen, anstatt den Milliarden schweren Überschuss den die Stadt schon immer hat, sinnvoll in Projekte zu stecken, die den Berlinern zugute kommen.

  18. 1.

    Mich schrecken nicht die Preise sondern die übervollen Bäder ab.
    Ein Besuch im Freibad Pankow war mir Kuscheln genug.

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