Eine private Drohne in knapp zehn Metern Flughöhe in der Nähe des Flughafens Düsseldorf (Quelle: Archivbild dpa von 2016/Julian Stratenschulte)
Bild: dpa / Julian Stratenschulte

Warnung der Deutschen Flugsicherung - Drohnen kommen dem Flugverkehr bedrohlich nah

Rund eine Million private Drohnen soll es bereits in Deutschland geben - vor allem Fotografen, Modellbau-Freaks, aber auch Kinder und Jugendliche sind von den fliegenden Kameras fasziniert. Doch Drohnen gefährden den Luftverkehr - auch in Tegel und Schönefeld.

Immer wieder kommen Drohnen dem Luftverkehr bedrohlich nahe: Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DSF)sind die oft mit Kameras ausgerüsteten Flugobjekte im vergangenen Jahr 70 Mal bei An- und Abflug gesichtet worden, also in Flughöhen von bis zu 5.000 Fuß (rund 1.500 Meter).

Weitere 18 Mal entdeckten Piloten Drohnen direkt auf der Strecke, also der gängigen Reiseflughöhe von rund 10.000 Fuß (rund 3.000 Meter) oder sogar noch darüber - und das, obwohl privat betriebene Drohnen laut Gesetz grundsätzlich nicht höher als 100 Meter aufsteigen dürfen. "Das sind Höhen, auf denen Drohnen ohne Sondergenehmigung eigentlich gar nicht sein dürfen", sagte Kristina Kelek von der DFS-Pressestelle am Mittwoch rbb|24.

Deutlich gestiegene Zahlen in Berlin und Brandenburg

Den Angaben zufolge stellen die unbemannten Flugobjekte auch in Berlin und Brandenburg inzwischen eine ernst zu nehmende Gefahr für den Luftverkehr dar. Dabei sind die Zahlen gegenüber 2016 deutlich gestiegen: So wurden in der Nähe des Flughafens Tegel 2017 laut Flugsicherung elf Drohnen gesichtet (gegenüber nur drei Vorfällen im Jahr 2016); in Schönefeld waren es fünf (gegenüber nur einer gesichteten Drohne im Jahr 2016).

Die meisten Drohnen wurden 2017 in der Nähe des Frankfurter Airports gesichtet (15), auch Düsseldorf (8), München (7) sowie Köln/Bonn und Hamburg (jeweils 4) waren betroffen. Damit hat sich die Zahl der gefährlichen Begegnungen im Luftraum zwar erhöht, aber nicht ganz so stark wie befürchtet. 2016 hatte die Flugsicherung insgesamt 58 Drohnen bei An- oder Abflug gezählt, plus sechs auf freier Strecke.

Beinahe-Zusammenstoß in München

"Wir haben schon lange erkannt, dass offensichtlich viele Menschen überhaupt keine Vorstellung haben, wie gefährlich ein Drohnenflug am falschen Ort sein kann", sagte DSF-Sprecherin Ute Otterbein der Nachrichtenagentur dpa. Prognosen, dass es 2017 erstmals mehr als 100 Vorfälle werden würden, seien zwar nicht eingetroffen, dennoch seien es "immer noch zu viele".

Wie gefährlich privat betriebene Drohnen sein können, zeigt ein Fall aus Kanada. Dort stieß im Oktober eine Drohne mit einem Passagierflugzeug zusammen. Zwar gab es nach Angaben kanadischer Behörden nur kleinere Schäden, der Zusammenstoß hätte aber auch katastrophale Folgen haben können, wenn die Drohne Cockpit oder Triebwerke getroffen hätte. 2016 war ein Lufthansa-Airbus bei der Landung in München beinahe mit einem sogenannten Quadrocopter zusammengestoßen.

Seit Oktober gelten verschärfte Regeln

Um über die Gefahren aufzuklären, hat die Flugsicherung im Sommer eine Drohnen-App entwickelt. Nach Angaben der DFS-Pressestelle zeigt die App für jeden Standpunkt in Deutschland die Regeln an, die beim Drohnenflug zu beachten sind. Die Flugsicherung schätzt, dass es bereits rund eine Million Drohnen in Privathaushalten gibt, kleinere Modelle gebe es schon für weniger als 100 Euro. Fotografen nutzen größere Modelle zum Beispiel für Luftaufnahmen, Versandunternehmen testen Paketlieferungen per Drohne.

Seit Oktober gelten verschärfte Regeln für den Drohnenflug: Große Geräte müssen gekennzeichnet sein, manche brauchen eine Aufstiegserlaubnis. Ist die Drohne schwerer als zwei Kilogramm, braucht der Pilot seit 1. Oktober zudem einen Kenntnisnachweis. Maximale Flughöhe ist 100 Meter. Über "sensiblen Zonen" sind Drohnenflüge ganz verboten - zum Beispiel über Flughäfen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.01.1018, 9.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

3 Kommentare

  1. 3.

    Naja, was leider nicht gesagt würde ist:

    Gerade der große Hersteller " Dji " hat die Max. Flughöhe auf 500m begrenzt. Weiterhin gibt es in der notwendigen Software " Dji Go " so genannte " No Fly Areas " wie zum Beispiel sämtliche Flughäfen,egal ob groß oder klein. Dort lässt sich die Drohne nicht einmal starten!

    Also kann man ganz klar sagen,dass die Drohnen mit 3000m Flughöhe ganz klar Marke Eigenbau ist!!!

  2. 2.

    Problem zu spät erkannt, Zug damit abgefahren. Nur ein reglementierter Verkauf an vorab geschulte und registrierte Nutzer und die Ausstattung der Fluggeräte mit Funkkennung zwecks Zuordnung hätte Sinn gemacht. Nun kann wohl nur noch der Einsatz von Greifvögeln, wie auf französischen Flughäfen etwas bringen. Denn auf Vernunft der Nutzer kann man ja wohl nicht setzen, wie die zahlen belegen. Und die Vorstellung, dass bei Start oder Landung so ein Gerät in die Straglturbine gesogen wird, ist nicht gerade erbaulich.

  3. 1.

    Wer soll dass denn kontrollieren??? Ich lach mich kaputt.
    Man schafft es ja nicht einmal den Srassenverkehr vernünftig zu kontrollieren und dann das.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Stockente steht am 23.02.2018 in Kleinmachnow auf dem Eis eines zugefrorenen Teiches (Quelle: Ralf Hirschberger/dpa)
ZB/Ralf Hirschberger

Wetter in Berlin und Brandenburg - Dauerfrost ist angesagt

In der Nacht zu Sonntag war es schon frostig - aber das war noch nicht alles. Am Sonntag steigen die Temperaturen in Berlin und Brandenburg auch tagsüber nicht über null Grad. Und in den folgenden Nächten wird es weiter klirrend.