Symbolbild: Hundewelpen der Rasse Leonberger liegen in Pirna (Sachsen) nebeneinander (Quelle: dpa/ Sebastian Kahnert)
Bild: dpa/ Kahnert

Forderung mehrerer CDU-Fraktionen - Bezirke sollen gemeinsam gegen illegalen Welpenhandel kämpfen

Zu jung, schlecht versorgt - Hauptsache billig: Beim illegalen Handel mit Welpen wird auf die Tiere keine Rücksicht genommen. Jede Woche würden in Berlin etwa 250 Hunde illegal verkauft, klagen CDU-Politiker. Die Bezirke sollten gemeinsam dagegen vorgehen.

Im Kampf gegen illegalen Handel mit Hundewelpen fordern mehrere Berliner CDU-Fraktionen ein Meldesystem über Bezirksgrenzen hinweg.

"Wenn die illegalen Welpenhändler in Reinickendorf oder Charlottenburg erwischt werden, verlegen sie den Verkauf regelmäßig um ein paar Hundert Meter nach Spandau", erklärte der Spandauer CDU-Bezirksverordnete Thorsten Schatz am Mittwoch. Jede Woche würden in Berlin circa 250 Tiere illegal verkauft, meist über Kleinanzeigen im Internet, hieß es unter Berufung auf Erhebungen von Tierschützern.

Reinickendorf hat CDU-Antrag beschlossen

Mit einem gemeinsamen Meldesystem könnten Veterinär- und Ordnungsämter sowie Polizei über Welpenhändler Buch führen und so zu wirksamen Kontrollen und einer nachhaltigen Bekämpfung beitragen, schlugen die Politiker vor.

In Reinickendorf wurden dem CDU-Bezirksverordneten Björn Wohlert zufolge ein entsprechender Antrag bereits beschlossen. In mindestens drei weiteren Bezirken  - Spandau, Marzahn-Hellersdorf und Charlottenburg-Wilmersdorf - soll der Antrag eingebracht werden.

"Welpenfabriken" in Osteuropa

Die relativ günstig angebotenen Tiere stammten oft aus sogenannten "Welpenfabriken" in Osteuropa, wo sie unter tierschutzwidrigen Bedingungen gezüchtet würden. Nach Angaben von Tierschützern werden die Tiere oft zu früh von der Mutter getrennt, häufig seien sie schlecht versorgt und krank. Ein Rassehund von einem anerkannten Züchter koste mindestens 600 Euro. Liege der Preis für den Welpen deutlich darunter, sei das ein Hinweis auf einen unseriösen Händler. Illegal mit Tieren gehandelt wird den Angaben zufolge insbesondere in sozial schwächeren Gegenden. Händler und Kunden träfen sich zum Beispiel auf Parkplätzen oder in U-Bahnhöfen.

Auch über eBay werden in Berlin Welpen angeboten, das Online-Unternehmen warnt aber ausdrücklich vor "unseriösen Welpenhandel". "Hole deinen Hund immer persönlich beim Züchter oder Halter zu Hause ab. Beim Kauf eines Welpen lasse dir immer das Muttertier und die Tierhaltung zeigen" – dieser Hinweis wird bei jedem Verkaufsangebot zu einem Hund angezeigt.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Absolut! Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich Ich Schweden bin, wie kinderfreundlich dieses Land ist. Da können wir uns hier noch ein paar ganz dicke Scheiben abschneiden.

  2. 4.

    Berlin hat schon genug Haushunde die verhätschelt werden.Tierheime quillen über. Ich wünsche mir die gleiche Aufmerksamkeit Kindern gegenüber.

  3. 3.

    Wie soll das denn kontrolliert werden? Brauchen wir echt noch mehr Überwachung des privaten Lebens in diesem Staat? Es existieren doch jetzt schon viel zu viele Gesetze und Verordnungen, die sich teilweise widersprechen, die Scheunentor-große Lücken haben und/oder die einfach nicht auf die Einhaltung überwacht werden.
    Im Fall des illegalen Tierhandels ist jeder einzelne Tierinteressent gefragt, auf solche zwielichtigen Angebote lieber zu verzichten. Dann ist dieser Spuk auch ganz schnell wieder vorbei, weil sich das Geschäft mit diesen armen kranken Kreaturen schlicht nicht mehr lohnt. Aber auch bei Züchtern, die im Zuchtverband organisiert sind, ist man ja vor Qualzuchten nicht mehr sicher, weil viele Rassen auf schädliche Merkmale hin gezüchtet werden und selbst Genfehler ohne Rücksicht auf Verluste weitergezüchtet werden. Daher: Finger weg von bestimmten Rassen und von Tieren aus Zuchtfabriken so wie so.

  4. 2.

    Es gibt Petitionen gegen Tierhandel im Internet, warum setzt der Staat keinen Riegel davor?
    Wer über Kleinanzeigen oder auf der Straße von irgendwelchen Leuten Tiere kauft macht sich an der Illegalität mit Schuld und muss bestraft werden, aber das Auge des Gesetzes ist blind und wird untätig gehalten.
    Leider helfen keine Lippenbekenntnisse sondern nur Taten.
    Und ebay ist der größte Profiteur am Verbrechen ab den Tieren, alles scheinheilig und ekelerregend.

  5. 1.

    Auch dies wirft fuer mich die Frage auf, ob nicht mancher Tierhalter die vorwiegende Erfuellung eigener Beduerfnisse als Tierliebe missdeutet. Discounter-Welpen sind dabei nur ein Aspekt. Andere moegliche Blickpunkte:
    - Riesige Hunde in winzigen Wohnungen und engen Strassen.
    - Massive Stoerungen von Wildtieren, wenn Hundemeuten dann endlich mal in die Natur duerfen.
    - Riesige Mengen Futterfleisch aus Tieren, die hoechstwahrscheinlich ziemlich uebel lebten und starben.
    - Modisch gezuechtete Hunde, die zum ausschliesslichen Zwecke der Erfuellung menschlicher optischer Ansprueche ein Leben lang schwer krank sind. Die man aber dennoch auch ganz legal beim anerkannten Zuechter kaufen kann...
    Traurig, wie die Wirklichkeit zeigt, dass man solche Probleme allenfalls per Gesetz anpacken koennte, da der Mensch die ihm spendierte Vernunft und Empathie offenbar meist ganz hinten im Keller lagert.

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