Experten versuchen am 11.01.2018 in Berlin-Mariendorf, Beton aus einem Abwasserrohr zu entfernen. (Quelle: rbb/Abendschau)
Video: Abendschau | 11.01.2018 | Jade-Yasmin Tänzler | Bild: rbb/Abendschau

35 Häuser betroffen - Abwasserkanal in Berlin-Mariendorf aus Versehen zubetoniert

Plötzlich fließt das Abwasser nicht mehr ab: In 35 Häusern in Berlin-Mariendorf kann seit Tagen nicht gewaschen oder geduscht werden. Grund sind Bauarbeiten nebenan - von der Baustelle floss Flüssigbeton versehentlich in die Abwasserkanäle. 

In Berlin-Mariendorf sind Dutzende Anwohner von der Abwasserentsorgung abgeschnitten, weil von einer Baustelle Flüssigbeton in die Kanalisation gelaufen ist. Der Beton habe den Kanal zugesetzt, erklärte Stephan Natz von den Berliner Wasserbetrieben am Donnerstag dem rbb. "Der Kanal selbst ist nicht groß, der hat nur 20 Zentimeter Innendurchmesser. Da genügt schon relativ wenig Beton, um diesen Schaden anzurichten." Der Beton hat sich auf 250 Meter Kanal verteilt. 

In 35 Häusern rund um den Titlisweg am Mariendorfer Damm können die Anwohner deshalb seit Montagnacht nicht spülen, duschen oder auf die Toilette gehen. In einigen Häusern lief der Flüssigbeton samt Abwasser bis in die Keller. "Das war halt Fäkalwasser - nicht so schön", sagte ein Anwohner. Er hoffe, dass es für die Anwohner bald einen Zeitplan gebe, wie es weitergeht.

Bauherr muss für Schaden aufkommen

Experten versuchen derzeit, mit einem Spezialroboter die Kanalrohre von dem Beton zu befreien. Mit Wasserdruck soll der Roboter die Rohre freifräsen. Den Angaben zufolge wird es noch Tage dauern, bis wieder Abwasser durch die Kanäle fließen kann. Für die Anwohner wurde ein Container mit Dusche und WC aufgestellt.

Für den Schaden aufkommen muss der Bauherr der Baustelle, die Firma HGHI des "Mall of Berlin"-Investors Harald Huth. Dort hieß es, "dass es im Zuge der Bauarbeiten zu Beschädigungen des Abwassersystems durch einen Subunternehmer gekommen ist". Die Anwohner würden am Freitag über weitere Schritte informiert. Der HGHI zufolge soll am Mariendorfer Damm 292-298 ein Einzelhandels- und Ärztezentrum entstehen.

Abwasserkanal Mariendorf (Quelle: rbb)
Vom Abwasserkanal wurde der Beton teilweise bis in die Keller gedrückt. | Bild: rbb

Kommentar

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Antwort auf [Klaus] vom 13.01.2018 um 16:33
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7 Kommentare

  1. 7.

    Mir tun die Betroffenen leid,aus eigener Erfahrung weiß ich das es keine Einfache Lösung für das Problem gibt,der Kanal muß komplett erneuert werden,ein Spühlen ist nicht möglich,viel Glück

  2. 6.

    ... mal wieder ein fehlgeschlagenes Bauprojekt in Berlin :D ...

  3. 5.

    Besonders toll ist es, dass die Anwohner nicht zeitnah informiert wurden. Wir haben noch geduscht, Wäsche gewaschen, Toiletten benutzt... Tja und dann ist der Keller voll. Sehr schön!

  4. 4.

    ....gut....Harald darf das.....siehe auch Berlin-Mall..da hat er auch seine Spuren ....in Berlin hinterlassen....jo

  5. 3.

    Sind bestimmt die selben ahnungslosen Firmen wie am Flughafen Schönefeld...Aber schön wenn man als Auftraggeber seine Leute so Anscheisst und sagt wahren ja die supper.....echt peinlich die Firma....wat holen se sich auch supper, keine eigenen Leute die das machen....baupfuscher alles

  6. 2.

    Das scheint es schon lange nicht mehr zu geben.
    Denken Sie nur an den Flughafen und die Staatsoper.
    Da ist wohl auch nicht richtig geplant worden.
    Die Mieter müssen Mietsminderung bekommen.

  7. 1.

    Vielleicht sollte man sich vor Baubeginn über solche Dinge informieren. Schildbürgerstreich.

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